Marina – Love + Fear

Marina - Love + Fear (foto: warner music)

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Marina nun ohne Diamonds: Die walisische Pop-Queen Marina hat mit “Love + Fear” ein neues, zweiteiliges Album vorgelegt. Es ist die erste neue Marina-Platte seit “Froot” aus dem Jahr 2015 – und die erste unter “neuem” Namen.  

Sie hatte erst mal eine Pause nötig. Nach dem Release von “Froot” trat Marina Diamandis auf die Bremse. Ende 2016 hatte sie zwar schon wieder ein paar Songs für das nun vorliegende neue Album fertig. Dass es dann aber nicht Schlag auf Schlag in Sachen Veröffentlichung ging, lag daran, dass sie in der Zwischenzeit ausgiebig und ernsthaft über ihre Karriere nachdachte. Dabei stellte sie fest, dass sie – obwohl sie ein gefeierter Star mit drei Top-Ten-Alben und rund 800 Millionen Streams war – irgendwie in der Sackgasse steckte. Die Lösung: eine Neuerfindung. 2018 verkündete sie via Twitter, dass sie den Zusatz “and the Diamonds” aus ihrem Künstlernamen streichen wird. “It took me well over a year to figure out that a lot of my identity was tied up in who I was as an artist. And there wasn’t much left of who I was”, sagte sie dem “Dazed”-Magazin.

Musikalisch innovativer ist die Platte durch den Name-Change aber nicht geworden. Marina bietet auf “Love + Fear” gängigen, ziemlich glatt polierten Electro-Pop feil. Nicht schlecht, aber eben auch nicht sonderlich spannend. Dazu der verstärkte Einsatz von Auto-Tune, der der Guten nicht so richtig stehen will. Dafür ist die Original-Stimme eigentlich viel zu gut.

Spannender ist da schon das inhaltliche Konzept des Albums. Aufgeteilt in zwei aus jeweils acht Songs bestehenden Song-Sammlungen, untersucht “Love + Fear” eine Theorie der Psychologin Elisabeth Kübler-Ross. Diese besagt, dass menschliches Verhalten stets auf eine dieser beiden Emotionen, Love + Fear, zurückzuführen sei. Marina geht der Sache auf den Grund: ‘Love’ ist erfüllt von dem Wunsch, das Leben zu genießen (‘Handmade Heaven’) und einem Verlangen nach Einigkeit (‘To Be Human’). ‘Fear’ erkundet Themen, bei denen es mir wesentlich schwerer fiel, mich durch sie durchzuarbeiten und sie zu verstehen. Darunter Bestimmung (‘Life is Strange’), Unsicherheit in der Liebe (‘Believe in Love’ und ‘Soft to be Strong’) und tiefgreifende Veränderungen in unserem sozialen Bewusstsein hinsichtlich systematischer Frauenfeindlichkeit und sexuellem Missbrauch, ausgeübt durch mächtige Figuren in den Medien (‘Karma’). Als Begleiter von ‘Love’ kreuzen diese Gedanken auf, um die polarisierenden Seiten der menschlichen Natur zu beleuchten und erkunden”, sagt Marina selbst über das Album.

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Fazit: Eine Platte, in die inhaltlich viel Hirnschmalz investiert wurde. Gleichzeitig ist sie dann leider musikalisch doch eher Radio-Kost.

Anspieltipps: Handmade Heaven, Karma, To Be Human

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