Joe Jackson - Hope & Fury (foto: earMusic)

Joe Jackson – Hope and Fury

Erscheinungsdatum
April 10, 2026
Label
earMusic
Unsere Wertung
7.5

Joe Jackson ist auch mit 71 Jahren immer noch mit Feuereifer bei der Sache. Mit „Hope and Fury“ ist gerade ein neues Album des Briten erschienen, auf dem dieser sich so gewitzt wie eh und je zeigt.

Joe Jackson ist ein Musiker, der immer konsequent seiner künstlerischen Intention gefolgt ist. Einer, der es immer komplex mochte und seinem Publikum nicht immer nur mundgerecht Erwartbares servieren wollte. Das ging vielleicht hier und da mal auf Kosten von besseren Chart-Platzierungen, hat aber den Vorteil, dass der Brite sich durchaus eine sehr loyale, sich ihm ergebene Fanbase erspielt hat, die ihm treu bleibt, weil sie genau das Unerwartbare, das Überraschende, an ihm und seiner Musik schätzt. Und es hat den Vorteil, dass man sich immer noch auf neue Musik des nunmehr 71-Jährigen freut. Anders als bei vielen Kollegen seines Semesters.

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Gerade hat der Mann mit „Hope and Fury“ also sein 22. Studioalbum vorgelegt, den Nachfolger seines 2023er-Machwerks „What a Racket!“. Alle drei bis vier Jahre einen neuen Arbeitsnachweis in Longplayer-Form, darauf kann man sich bei Jackson verlassen. Wirklich lange Pausen hat sich der Gute seit dem Release seines Debütalbums „Look Sharp!“ nicht gegönnt.

In der deutschen Hauptstadt aufgenommen

Jackson lebt mittlerweile vornehmlich in Berlin (daneben auch in Portsmouth (UK) und New York City). Und so ist es nicht weiter überraschend, dass die Grundlagen für „Hope and Fury“ im Berliner Fuzz Factory Studio mit Michael Tibes entstanden sind. Als das Fundament gelegt war, baute Jackson mit Co‑Produzent Patrick Dillett in den Reservoir Studios in New York weiter darauf auf. Dort versammelte er erneut seine langjährige Band: Bassist Graham Maby, Gitarrist Teddy Kumpel und Schlagzeuger Doug Yowell, ergänzt durch die Latin‑Percussion des Peruaners Paulo Stagnaro. Das Ergebnis erinnert an Alben, wie „Fool“ (2019), „Laughter and Lust“ (1991) und „Night and Day“ (1982). Und das ist nichts Schlechtes.

Dem Titel entsprechend, einer ironischen Anspielung auf „Land of Hope and Glory“, zeigt das Album einen deutlichen englische Humor, in dem sich immer wieder eine Hass-Liebe zu Jacksons Heimat zeigt. Musikalisch bietet die Platte natürlich auch wieder so Einiges. „BicoastalLatinJazzFunkRock“, nennt Jackson, der hier sowohl gesanglich als auch mit seinem Keyboardspiel gefällt, das Ganze selbst – und das trifft es auch ganz gut.

Zu den Glanzlichtern unter den neun Songs gehört etwa das auch als Single veröffentlichte „Welcome to Burning-By-Sea“. In dem Song entwirft Jackson eine fiktive englische Küstenstadt – inspiriert von Brighton und Jacksons Heimatstadt Portsmouth –, die zu einem Mikrokosmos des ganzen Landes wird, mit all seinen Gegensätzen und Widersprüchen. Durchaus witzig. Auch „After All This Time“ gefällt. Eine bittersüße Nummer, in der Jackson über eine langjährige Beziehung nachdenkt.

Und das tanzbare, ironische und mit scharfen Beobachtungen gespickte „Fabulous People“ bleibt ebenso wie das sarkastische „I’m Not Sorry“ und „End of the Pier“ haften. In letztgenanntem Track kontrastiert Jackson auf originelle Art und Weise das Leben der britischen Arbeiterklasse im Jahr 1922 mit einer Version aus der Post-Pandemie-Zeit 2022. Bei so viel Witz kann sich Jackson wie bei „Do Do Do“ dann auch mal leisten, einfach nur albern zu sein.

Anspieltipps
Welcome to Burning-By-Sea
I'm Not Sorry
Fabulous People
After All This Time
7.5
Gewitzt wie eh und je.
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