Asa (foto: trinity ellis)

Im Interview: Asa über ihr neues Album „Lucid“, die Liebe und eine zerbrochene Beziehung

Auf ihrem jüngsten Album Lucid“  verhandelt die französisch-nigerianische Musikerin Asa unter anderem das Ende einer Beziehung. Auch mal drastisch. Im Song „Murder in the USA“ heißt es etwa: „Who’s gonna save me now / I shot my lover and I ran away“. Auch wenn Asa natürlich niemandem Leid zugefügt hat, ist klar: Ihre neue Platte ist ziemlich persönlich. Mit unserer Autorin Queendaline Schneider – einer Landsfrau von Asa – sprach die Gute nach ihrem Konzert in Karlsruhe nicht nur über ihre neue Platte, sondern verriet auch, was sie in ihrer fünfjährigen Pause so getrieben hat.

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Asa, herzlichen Glückwunsch, es war eine großartige Show. Wie hast du dich gefühlt, da oben auf der Bühne?

Vielen Dank! Die Leute hier sind sehr freundlich und sehr nett, ich habe mich heute Abend auf der Bühne zu Hause gefühlt. Das Publikum war sehr herzlich, man merkt, dass sie eine tolle Zeit hatten und ich auch.

Hast du irgendwelche Rituale vor oder nach so einer Show?

Was ich vor einer Show mache: Normalerweise aufwärmen und vorbereiten. Ich meditiere einfach sehr gerne 10 Minuten, wenn ich kann, damit ich schon auf der Bühne sein kann, bevor ich dort bin. Das sind meine Rituale, meditieren und atmen.

Das war jetzt die erste Deutschland-Show zu deiner „Lucid“-Tour. Warst du damit zufrieden, wie das Publikum auf dein neues Material reagiert hat?

Ja, die Leute waren sehr offen, sehr warmherzig gegenüber „Lucid“. Es ist wirklich gut, ein tolles Feedback, das ich bisher bekommen habe!

Bist du nervös, wenn du neues Material zum ersten Mal live präsentierst?

Ja, da bin ich immer nervös. Wenn ich das nicht bin, weiß ich, dass da ein Problem ist. Ich bin immer nervös.

Viele der neuen Songs verhandeln das Thema Herzschmerz.

Ich würde sagen: Es geht vor allem um Liebe. „Lucid“ ist ein Album über die Liebe. Verschiedene Aspekte der Liebe: die Freude, das Glück, das Traurige, das Zerbrochene. Weißt du, mit der Liebe ist es so: Sie ist nicht perfekt. Liebe ist ein Gefühl, Liebe ist Leben, eine Art zu leben, darum geht’s. „Lucid“ ist von meiner eigenen, persönlichen Geschichte inspiriert. Von dem, was mir passiert ist. Herzschmerz ist eben ein Teil davon. Es geht also um das ganze Paket der Liebe. Liebe in all ihren Farben.

War dieser Herzschmerz denn auch der Grund für deine lange, fünfjährige Pause? Was hast du denn so getrieben in dieser Zeit?

Eigentlich nicht. Ich habe schon gearbeitet, viel geschrieben, aber ich habe mich öffentlich eher rar gemacht. Ich wollte einfach etwas veröffentlichen, das wirklich von Bedeutung ist. Zwischenzeitlich hatte ich schon ein paar Songs und bin ins Studio, aber es fühlte sich noch nicht richtig an. Und dann ist mir eben das Leben dazwischen gekommen. Und hat mir dann letztlich die Geschichte aufgezeigt, über die ich schreiben sollte. Ich war in einer Beziehung, dann nicht mehr, es war erst Spaß, dann Schmerz. Auf jeden Fall eine interessante Erfahrung. Ich habe angefangen, darüber zu schreiben. Daraus ist dann irgendwie das Album entstanden, das war ein sehr natürlicher Prozess.

Du wurdest in Paris geboren und bist dann zwischen Nigeria und Frankreich hin und her gezogen. Wann, wo und wie bist du zur Musik gekommen?

Oh! Soweit ich mich erinnern kann, war – schon als ich noch ein kleines Mädchen war – Musik das, was ich schon immer tun wollte. Ich habe mich da nie verändert. Mein Vater sagte mir, ich habe gesungen, als ich noch sehr klein war. Zwar kann ich mich daran nicht erinnern, aber ich weiß, dass ich als kleines Mädchen immer Musik gemacht habe. Mit meiner Mutter habe ich viel Spring Jazz gemacht, viel Gitarre gespielt und auf jeder ebenen Fläche getrommelt.

Warst du dann auf einer Musikschule?

Ja, ich habe die Universität verlassen, um zur Musikschule in Lagos, Badagry Lagos, zu gehen. Dort habe ich sechs Monate lang gelernt, Gitarre zu spielen, und nach diesem halben Jahr habe ich bereits professionell gespielt. Das war damals schon ein großer Schritt. Ich wollte erst nicht zur Musikschule gehen, weil meine Eltern, besonders mein Vater, nicht wollten, dass ich Musik mache. Er sagte: Kein Kind von mir wird Musik machen. Ich habe es immer genossen, Leute beim Musizieren zu beobachten, war aber nicht zuversichtlich, dass das auch mein Weg sein würde. Als ich 18 war, habe ich dann die Entscheidung aber für mich gefällt. Als ich sie traf, führte sie mich hierher, auf Tour, fast überall hin auf der Welt.

Wie unterscheidet sich denn in deinen Augen die Idee nigerianischer Musik von europäischer Musik?

Nigerianische Musik, ich meine hey, nigerianische Musik ist momentan die berühmteste Musik der Welt. Wie unterscheidet sie sich? Sie unterscheidet sich, weil sie afrikanische Musik ist, kirchlich inspiriert. Sie ist das, mit dem wir aufgewachsen sind. Für mich ist die schwarze Musik soulig, sie ist warm, wie sonst kann ich afrikanische Musik erklären? Weißt du, im Moment ist es die größte Musik der Welt.

Manche Songs hast du auf Yoruba gesungen. Glaubst du, das Publikum weiß in solchen Momenten, von was du da singst?

Nun, mit den Yoruba-Songs ist es so: Du musst Yoruba nicht verstehen. Du musst nur in der Musik sein. Lass die Musik dich wie eine warme Decke einwicklen. Yoruba ist eben meine Muttersprache. Ich habe es genossen, in dieser Sprache zu schreiben, ich denke, ich drücke mich anders aus. Es ist ein Unterschied, ob ich auf Yoruba oder Englisch singe. Sie müssen Yoruba also nicht verstehen, die Musik ist da, die Musik sagt alles. Yeah!

Hast du das Gefühl, dass der Markt für afrikanische Musik in Europa wächst?

Auf jeden Fall! Man kann das jeden Tag im Radio hören. Europäische Künstler beginnen, Afro-Beats zu verwenden.

Wir haben es vorhin angesprochen: Du bist sehr viel auf Tour. Wo schreibst du eigentlich deine Songs. Kannst du überall schreiben?

Ich kann tatsächlich überall schreiben. Auch wenn ich nicht weiß, ob ich wirklich gerne auf Tour schreiben würde. Es ist alles immer sehr schnell, sehr hektisch, ich habe nicht viel Zeit. Ich liebe es wirklich, anzuhalten, zumindest in einer Stadt zu bleiben. Irgendwo, wo ich einfach alleine sein kann, weil ich diese Ruhe und Stille wirklich liebe und brauche, damit ich gut schreiben kann. Auf Tour ist wirklich nur Musik, aber ich weiß wirklich nicht, ob ich Songs auf Tour schreiben könnte, ich habe es nicht ausprobiert. Aber: Als ich „Lucid“ schrieb, war ich direkt vor der nigerianischen Botschaft in Paris. Im Café. Ich wartete darauf, dass mein Pass erneuert wurde.

Startest du mit der Musik oder dem Text?

Ich beginne mit der Musik, dann kommen die Melodien und zum Schluss der Text.

Dein neues Album ist draußen, die Tour läuft. Hast du schon Pläne für die Zeit danach?

Meine nächsten Ziele? Ein neues Album – oder einfach nur neue Songs, neue Singles.

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Asa live

25. Februar – Hamburg, Fabrik
27. Februar – München, Technikum
28. Februar – Köln, Kulturkirche

  1. Vor Jahren haben wir ASA im Nachtprogramm bei Inas – Nacht gesehen wir waren begeistert von ihr und sind seit her ein Fan von ihr
    wenn in Karlsruhe ein Konzert von ihr statt findet gehen wir hin
    ASA ist ein stückweit erwachsener geworden und ihr Auftritt im Tollhaus war absolut super 👍 weiter so
    Wir wünschen uns noch viele tolle Konzerte von ihr
    die Frantzen

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