Friko - Something Worth Waiting For (foto: ATO Records)

Friko – Something Worth Waiting For

Erscheinungsdatum
April 24, 2026
Label
ATO Records
Unsere Wertung
7

Friko legen nach. Die in Chicago ansässige Indie-Rock Band – bestehend aus Sänger/Gitarrist Niko Kapetan, Schlagzeuger Bailey Minzenberger, Gitarrist Korgan Robb und Bassist David Fuller – veröffentlicht mit dem Album „Something Worth Waiting For“ den Nachfolger zum gefeierten Erstlingswerk, das vor zwei Jahren auf den Markt kam.

Chicago ist nun nicht die schlechteste Adresse, wenn es um Indie-Rock geht. Die Metropole im Norden der USA hat schon so manche gute Band hervorgebracht, darunter etwa Wilco oder Trenchmouth. Seit 2024 ist die Stadt um einen relevanten Eintrag ins Indie-Rock-Register reicher. Da veröffentlichten Friko ihr überzeugendes Debütalbum „Where we’ve been, Where we go from here“. Die Platte landete seinerzeit unter anderem auf den Bestenlisten des Jahres von Pitchfork, auf dem Cover des NME und wurde von der Fachpresse gemeinhin beklatscht. 

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Neues Personal am Start

Man könnte also eigentlich alles so lassen, wie es beim Erstling doch so gut geklappt hat. Aber Friko beschreiten auf ihrem nun vorliegenden zweiten Album „Something Worth Waiting For“ dann doch neue Wege. Statt Scott Tallarida ging der Band nun Produzent John Congleton zur Hand, in dessen Studio in Los Angeles auch die Aufnahmen stattfanden. „Bei unserem ersten Album haben wir uns viel mehr mit den technischen Aspekten beschäftigt. Aber John hat uns klar gemacht, dass wir einfach kommen und unser Ding machen sollen“, sagt Drummer Bailey Minzenberger. „Ich glaube, das hat uns ermöglicht, uns auf eine Weise gehen zu lassen, wie wir es noch nie zuvor getan hatten, und dadurch haben wir etwas sehr Rohes eingefangen.“

„Something Worth Waiting For“ ist auch die erste Veröffentlichung von Friko, auf der Korgan Robb und David Fuller zu hören sind, die während der weltumspannenden Tournee zur Unterstützung ihres Debütalbums zur Band stießen.

Im Transit-Mode

Friko waren in den vergangenen Jahren oft und viel in Bewegung. Unterwegs auf Tour. Und so wundert es nicht, dass die neue Platte sich genau damit auseinandersetzt. Diverse Songs tragen im Namen Fortbewegungsmittel – oder nehmen darauf Bezug – „Choo Choo“, „Hot Air Ballon“ und „Dear Bicycle“.

Und auch der Titel der Platte selbst ist indirekt auf dieses Hinstreben auf ein Ziel gemünzt, ein Ziel, auf das es sich zu warten lohnt, selbst wenn man es vielleicht nicht erreicht. „Das mag pessimistisch klingen, aber vielleicht ist das Erreichen nicht unbedingt der springende Punkt“, so Minzenberger, und weiter: „Ich glaube, dass das Leben dazu da ist, neue Erfahrungen zu sammeln, damit sich deine Welt ständig erweitert, und nicht dazu, ständig nach einem bestimmten Ziel zu streben.“

Das sind die Highlights

Zu den Glanzlichtern der Platte gehört die Lead-Single „Seven Degrees“ – eine Hymne zum Mitsingen, die aus einem sprachlichen Missverständnis von Kapetan entstanden ist. „Lange Zeit dachte ich, der Spruch würde ‚sieben Stufen der Trennung‘ lauten und nicht ‚sechs‘“, erklärt er.

Auch das Titelstück bleibt haften. Kapetan kommentiert: „In Anlehnung an einen Text aus unserem ersten Album wurde ‚Something Worth Waiting For‘ zum Leitmotiv der Band für unsere zweite LP. Später übernahm der Song auch den Albumtitel und treibt, rast, rennt, schießt und stürmt vorwärts, ohne jemals einen Blick zurück zu werfen. Er endet mit dem einzigen großen, verzerrten Gitarrenaufbau auf dem Album, doch genau wie sein Titel erreicht er diesen Höhepunkt nie ganz. Er lehnt sich an die Idee an, dass das Tempo unendlich ist und das Ziel immer nur Sekunden entfernt.“

Im energiereichen „Choo Choo“ untersuchen Friko die Fremdartigkeit des Vagabundenlebens. „Ich hatte schon immer etwas für die Magie von Zügen, und als ich diesen Song schrieb, fing ich an, ‚choo choo‘ zu singen, und das brachte mich zum Lachen“, erinnert sich Kapetan. Und das ebenfalls als Single ausgekoppelte, von kantigem Jangle-Pop geprägte „Still Around“ nimmt den Elan gleich mit. Getragen von texturierten Gitarren, mitreißender Percussion und einem unerschütterlichen Optimismus, durchbricht Kapetan in „Still Around“ den Schleier existenzieller Angst mit schmerzlicher Hingabe, wenn er singt: „There’s hope in every kill / Home in every hell / All is not a failure / You’re still around.“

Anspieltipps
Seven Degrees
Something Worth Waiting For
Still Around
Choo Choo
7
Dem Druck standgehalten.
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