Ella Fitzgerald - Live at the Falkoner Theatre Copenhagen 6th February 1966 (foto: Gearbox Records)

Ella Fitzgerald – Live at the Falkoner Theatre Copenhagen 6th February 1966

Erscheinungsdatum
Juli 24, 2026
Label
Gearbox Records
Unsere Wertung
9

Verschollen geglaubte Aufnahmen der Jazz-Legende Ella Fitzgerald sind nicht nur wiederentdeckt worden, sondern werden jetzt auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. „Live at the Falkoner Theatre Copenhagen 6th February 1966“ liegt jetzt auf CD und Vinyl vor.

Sie ist die „First Lady of Song“: Jazz-Ikone Ella Fitzgerald. Sie hat das Genre geprägt wie sonst kaum jemand. Eine Frau, präzise wie ein Schweizer Uhrwerk, wenn es darum ging, Töne perfekt zu treffen. Eine Frau, die Maßstäbe gesetzt hat – und die bis heute, auch 30 Jahre nach ihrem Tod, immer noch fasziniert.

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Dass das nicht einfach nur so daher geredet ist, beweisen die Zahlen. Mit über fünf Milliarden globalen Streams und 13 Grammys ist sie keine bloße „Nostalgie-Künstlerin“, sondern eine feste Größe in der modernen Kultur. Besonders auf Plattformen wie TikTok erreicht sie mit über 80 Millionen Views unter ihrem Hashtag eine neue Generation von Fans (Gen Z und Millennials), die ihre Authentizität und ihr stimmliches Talent schätzen. 

Und so überrascht es nicht, dass es immer noch Veröffentlichungen gibt, für die man bisweilen natürlich tief in den Archiven der Plattenfirmen graben muss. Hin und wieder tun sich dann Perlen auf. So wie die gerade entdeckte Aufnahme, um die es hier in diesem Text nun geben soll.

Dokument der Spätphase

Am 6. Februar 1966 gab die Jazz-Ikone Ella Fitzgerald zwei außergewöhnliche Konzerte im Falkoner Centre in Kopenhagen. Lange Zeit galten diese Aufnahmen als verschollen. Dank Gearbox Records und dessen Leiter Darrel Sheinman konnte dieses Dokument ihrer Spätkarriere gerettet werden und erscheint nun auf CD und LP. Die Aufnahmen zeigen eine Ella Fitzgerald, die – frei von dem Druck einer offiziellen Album-Produktion – mit einer besonderen Leichtigkeit und „lively“ Energie auftritt. Begleitet wird sie dabei von der Horn-Section des Duke Ellington Orchestras sowie dem Jimmy Jones Trio.

Kopenhagen war für Ella Fitzgerald weit mehr als nur ein Tourstopp. Sie trat dort bereits seit 1952 regelmäßig auf und besaß sogar ein Apartment im nahegelegenen Klampenborg. In Dänemark fand sie, wie viele schwarze Jazzmusiker jener Ära, ein Maß an Respekt und Freiheit, das ihr in den USA oft verwehrt blieb. Diese „Ease“ (Leichtigkeit) ist in jeder Note zu hören; sie singt nicht für die Charts oder Tantiemen, sondern wie jemand, der sich zu Hause fühlt.

Bombast und Intimität

Während der Duke selbst bei diesen Konzerten abwesend war, leitete Jimmy Jones das Ensemble vom Klavier aus. Die ersten sieben Tracks des Albums präsentieren Ella mit der vollen Orchestra-Besetzung, während die letzten drei Stücke – darunter „Só Danço Samba“ und „I’m Just a Lucky So-and-So“ – aus einem intimeren Nachmittagsset mit dem Trio bestehen. 

Ein besonderes Highlight ist „Mack the Knife“, jener Song, den sie 1960 in Berlin durch ihre Improvisation nach einem Texthänger zu ihrem Markenzeichen machte. Sechs Jahre später in Kopenhagen zeigt sie mit Gus Johnson am Schlagzeug (der schon in Berlin dabei war), dass sie den Song nach wie vor meisterhaft beherrscht.

Und auch „How High The Moon“ – mit einer netten kleinen Beatles-Referenz – bleibt haften.

Anspieltipps
Mack the Knife
I'm Just a Lucky So-and-So
How High The Moon
9
Mitreißend.
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