Don’t Worry – Weglaufen geht nicht

Don't Worry (foto: eurovideo)

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8 Eurovideo
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Die Lebensgeschichte des Meisters des Makabren als sehenswertes Biopic: In “Don’t Worry – Nicht weglaufen” widmet sich Gus Van Sant der überaus dramatischen Lebensgeschichte des Künstlers John Callahan. Der Streifen liegt nun fürs Heimkino vor.

John Callahan (Joaquin Phoenix) ist ein lebenslustiger Typ. Ein Mann mit einer ausgeprägten Neigung zu anzüglichen Witzen, allerdings auch mit einem ebenso ausgeprägten Hang zum Alkohol. Nach einem nächtlichen Besäufnis, das in einem katastrophalen Autounfall mündet, muss er für den Rest seines Lebens im Rollstuhl sitzen. Seine Ehrlichkeit und sein Sinn für bösen Humor erweisen sich dabei als eine rettende Gnade auf seiner Reise zurück ins Leben. Als er sich mit einer bizarren AA-Gruppe anfreundet, stellt er fest, dass Liebe trotz seiner Lebenslage nun nicht völlig außerhalb seiner Reichweite liegt. Und er entwickelt ein Talent dafür, respektlose und schockierende Cartoons zu zeichnen, die ihresgleichen suchen …

Diese sehenswerte Tragikkomödie beruht auf wahren Begebenheiten. Den Cartoonisten John Callahan gab es wirklich, und der Mann hatte einen stark ausgeprägten Hang zum Makabren, das er vornehmlich im Alltag fand. Callahan, der als Kind von einer Lehrerin sexuell missbraucht wurde, griff mit zwölf Jahren das erste Mal zur Flasche, um seinen Schmerz zu betäuben. Seit seinem 21. Lebensjahr saß er im Rollstuhl, mit 27 wurde er trocken. 2010 starb er an den Folgen einer Operation. Hinterlassen hat er eine Autobiografie, die der mittlerweile ebenfalls verstorbene Robin Williams unbedingt verfilmen wollte. Er war es auch, der Regisseur Gus Van Sant auf den Stoff ansetzte. Dass der gute Gus weiß, wie man Außenseiter in Szene setzt, hatte er ja schon mit Filmen wie “Drugstore Cowboy” und “My Own Private Idaho” hinreichend bewiesen. Auch “Don’t Worry – Weglaufen geht nicht” ist ein großer Wurf. Auch weil Gus Van Sant es vermeidet, in die gängigen Fallen zu tappen, die das Biopic-Genre bietet und hier trotzdem einen inspirierenden Film vorlegt. Und weil die Cast hier einfach atemberaubend ist: Dass Joaquin Phoenix ein Meister seines Fachs ist, ist hinlänglich bekannt. Dass aber Jonah Hill zu solch einer Performance fähig ist, überrascht einen dann doch.

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Fazit: Sehenswert.

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