Bruce Springsteen - Letter To You (foto: sony music)

Bruce Springsteen – Letter To You

Erscheinungsdatum
Oktober 23, 2020
Label
Sony Music
Unsere Wertung
8.5
Anspieltipps
One Minute You're Here
Burnin' Train
House Of A Thousand Guitars
Last Man Standing
Janey Needs A Shooter
If I Was A Priest
8.5
Stark.
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Der Boss lässt uns auch 2020 nicht im Stich. Mit „Letter To You“ legt Bruce Springsteen sein nunmehr 20. Studioalbum vor. Nachdem er „Western Stars“ im vergangenen Jahr noch alleine einspielte, hat er diesmal wieder die legendäre E Street Band mit am Start – das erste Mal seit 2016.

Nein, eine Überraschung ist es natürlich nicht, dass sich ein kreativer und politischer Kopf wie Springsteen in einem Jahr wie diesem, mit Corona-Pandemie und der US-Präsidentschaftswahl vor der Brust, zu Wort meldet. Allerdings schwingt die Musiklegende aus New Jersey, nachweislich ein eingefleischter Demokrat, gar nicht so sehr die Keule, wie man vielleicht hätte erwarten können. Nein, vielmehr richtet er den Blick zurück. Melancholisch, nostalgisch. Eine gewisse Nostalgie umwehte Springsteen ja schon als junger Mann, in den vergangenen Jahren aber hat sich das aber noch mal verstärkt.

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Springsteen, immerhin auch schon 71, ist sich seines Alters bewusst , das merkt man. Viel dreht sich hier um Vergänglichkeit. „One minute you’re here, next minute your’re gone“, singt er etwa im Opener. Der Verlust eines guten Freundes, so verriet er Apple Music, hat ihn zu dem Album inspiriert: „Als er starb, war ich auf einmal das einzige verbliebene lebende Mitglied meiner ersten Band, was ein äußerst seltsamer Gedanke und der Anlass für den Großteil des Materials war. Älterwerden und der Verlust von Menschen gehören zum Lauf der Zeit, und auch darum geht es teilweise auf dem Album. Und gleichzeitig feiert man irgendwie die Tatsache, dass die Band weiterlebt und wir ihren Geist weiter in uns tragen.“

Roh und unmittelbar

So ist „Letter To You“ ein wirklich emotionales Album geworden. Und eines, das mal wieder wirklich rockt. Knüpft der Opener noch an „Western Stars“ an, lassen es der Boss und seine E Street Band – als Musiker waren Roy Bittan, Nils Lofgren, Patti Scialfa, Garry Tallent, Stevie Van Zandt, Max Weinberg, Charlie Giordano und Jake Clemons mit dabei – hernach wieder krachen. Hat man vermisst und kann man sich so direkt auch wieder im Stadion vorstellen. So man denn wieder in eines rein darf. Irgendwann. Nach Corona.

Insgesamt umfasst „Letter To You“ zwölf neue Songs – eingespielt live, in Springsteens Home Studio in New Jersey, ganz ohne Overdubs, wie Springsteen sagt: „Wir haben das Album in nur fünf Tagen gemacht und es stellte sich als eines der größten Aufnahmeerlebnisse heraus, die ich je hatte.“ Bemerkenswert, wenn man bedenkt, als was für ein Zauderer Springsteen immer galt. Als Perfektionist, der ein Album nie loslassen konnte. Die neue Roheit, diese Unmittelbarkeit, sie steht den neuen Songs gut. Glanzlichter gibt es viele. Das treibende „Burnin Train“ etwa, ein allzu typischer Springsteen. Das fast trotzige „Last Man Standing“. Oder das als Klavierballade beginnende „House Of A Thousand Guitars“.

Ein echtes Ausrufezeichen

Zu den eher überraschenden Perlen auf dem Album gehören aber die Neu-Aufnahmen von drei legendären, jedoch zuvor unveröffentlichten Kompositionenaus den Siebzigerjahren: das epische „Janey Needs A Shooter”, „If I Was The Priest” und „Song For Orphans“. Hier lässt Springsteen wieder seine alten Storyteller-Skills zum Vorschein kommen. Es sind typische Springsteen-Nummern, mit einprägsamen und eindringlichen Charakteren.

Politisch weniger laut als erwartet, dafür insgesamt sentimentaler, gefühliger und irgendwie auch ein echter Energy-Boost. Der Boss gefällt. Und so ist „Letter To You“ eines der stärksten Springsteen-Alben der vergangenen zwei Dekaden geworden. Wer mag, kann sich bei Apple auch eine interessante Doku dazu anschauen.

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