Bruce Hornsby - Indigo Park (foto: Zappo Productions/Thirty Tigers)

Bruce Hornsby – Indigo Park

Erscheinungsdatum
April 3, 2026
Label
Zappo Productions-Thirty Tigers/OPEN
Unsere Wertung
7

„Ein alter Bastard, der zurückblickt“: So beschreibt Musiklegende Bruce Hornsby den Inhalt seines neuen Albums „Indigo Park“, das gerade bei Zappo Productions/Thirty Tigers erschienen ist.

Für die meisten ist Bruce Hornsby immer noch vor allem der Mann hinter dem 1986er Hit „The Way It Is“, der später nochmal als Sample auf Tupacs „Things’ll Never Be The Same“ einen zweiten Frühling erlebte. Seither ist der Musiker aus Williamsburg (Virginia) eher der Kunst denn dem Kommerz zugewandt und vom Mainstream-Radar verschwunden. Dabei ist der mittlerweile 71-Jährige immer noch umtriebig, haut Album um Album raus und tobt sich dabei in verschiedensten Genres aus. Mal neigt er dem Jazz zu, mal der Klassik, mal dem Rock, mal dem Bluegrass.

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Jetzt hat der Gute mal wieder eine neue Platte am Start. „Indigo Park“ nennt sich das gute Stück, Hornsby hat es selbst produziert, zusammen mit Tony Berg und Will Maclellan und Bruce Hornsby. Die Arbeit an dem neuen Machwerk begann im Jahr 2024, als Hornsby 70 Jahre alt wurde. Nachdem er innerhalb von fünf Jahren vier Alben veröffentlicht hatte – „Absolute Zero“ (2019), „Non-Secure Connection“ (2020), „’Flicted“ (2022) und „Deep Sea Vents“ (2024) – war er ausgebrannt und versuchte sein Bestes, um für eine Weile mit dem Schreiben aufzuhören. Dieser Plan hielt jedoch nicht lange, wie die Existenz dieser Platte beweist.

Auf dem neuen Arbeitsnachweis versammelt Hornsby nun zehn neue Songs, die zwischen Extremen oszillieren – Licht und Dunkelheit, Erinnerung und Fantasie, Ruhe und Wut, Zweifel und Gewissheit. Zur Hand ging ihm dabei seine langjährige Band The Noisemakers sowie Gitarrist Blake Mills, Bassist Pino Palladino und Schlagzeuger Chris Dave. Auch hat es Kollaborationen mit Künstlern, die Hornsby während der vielen Phasen seiner langen Karriere inspiriert haben (und vice versa): Bob Weir, Bonnie Raitt, Ezra Koenig und Robert Hunter sind mit von der Partie.

Gegen den Strich

Musikalisch schert sich Hornsby um keine Konventionen. Er bedient sich Absurdismus, veränderten Dominantakkorden, literarischen Referenzen, Melodien mit großen Intervallsprüngen, Wechseln von Takt und Textur, ausgedehnten Refrains und tiefgründigen Metaphern, die alle zu einer multidimensionalen Untersuchung der Art und Weise, wie wir uns erinnern und wie wir vergessen, verschmelzen.

Inhaltlich richtet Hornsby den Blick vor allem nach innen. Mit Ausnahme von zwei Songs, die er gemeinsam mit dem verstorbenen Grateful Dead-Texter Robert Hunter geschrieben hat („Alabama” und „Might As Well Be Me, Florinda”), singt er auf „Indigo Park” vor allem in der ersten Person. Er reflektiert prägende Momente aus seiner Vergangenheit, manchmal um sie aufzuarbeiten, manchmal um Hinweise für seine heutige Lebenseinstellung zu finden. Im Titelsong, dem ersten Song, den er für das Album geschrieben hat, blickt Hornsby etwa auf eine Party der zehnten Klasse im Indigo Park Pool in Williamsburg zurück, bei der ein „großer Auftritt“ schiefging. Ein scheinbar banales Ereignis, das nun, gefiltert durch die gegenwärtige Gemütsverfassung, aufschlussreich erscheint.

Die Glanzlichter

Zu den Highlights der Platte gehört sicherlich „Silhouette Shadows“, auf dem Hornsby über das Attentat auf John F. Kennedy singt, sowie das afrikanisch angehauchte „Ecstatic“ (mit Raitt im Hintergrund). Auch das hiphop-mäßige „Alabama“, auf dem das Banjo ausgepackt wird, und „Sliver of Time“, das schwer an Talk Talk und Bon Iver erinnert, bleiben haften.

Übrigens: Neben „Indigo Park“ feiert 2026 auch das 40-jährige Jubiläum von „The Way It Is“, sowohl des Albums als auch der Nummer-1-Single. Zusammen mit The Noisemakers wird Bruce Hornsby Musik aus „Indigo Park“ und aus den letzten vier Jahrzehnten auf einer Headliner-Tournee mit zwei Dutzend Konzerten in den USA in diesem Frühjahr und Sommer präsentieren.

Anspieltipps
Silhouette Shadows
Indigo Park
Ecstatic
Alabama
Sliver of Time
7
Gelungenes Spätwerk.
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