Boy George & Culture Club - Life (foto: bmg)

Boy George & Culture Club – Life

Erscheinungsdatum
Oktober 26, 2018
Label
BMG / Warner / ADA
Unsere Wertung
6.5
Anspieltipps
Life
What Does Sorry Mean?
Let Somebody Love You
Different Man
6.5
Gelungenes Comeback, von dem wohl nur Fans erfahren werden.
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Comeback einer 80er-Legende. Allen Unkenrufen zum Trotz haben Boy George und Culture Club dann doch ihr Comeback-Album veröffentlicht: „Life“ ist soeben via BMG erschienen.

Keine Frage: die achtziger Jahre wären ohne Boy George und seine 1981 gegründete Band Culture Club kaum denkbar gewesen. Der Brite war eine der schillerndsten Figuren des an schrillen Figuren gar nicht mal so armen Jahrzehnts. Ein Posterboy der New Romantics. Einer, der durch seinen androgynen Stil und seine I-Don’t-Give-Fuck-What-You-Think-Attitüde ein Wegbereiter des schwulen Pops war, der in dieser Dekade die Charts dominierte. Und dann waren da natürlich die Alben und die Hits: „Karma Chameleon“, „Do You Really Want To Hurt Me?“, „Church Of The Poison Mind“, you name it. Dieser unverwechselbare Musikstil, der britischen New Wave, amerikanischen Soul und jamaikanischen Reggae mit Elementen aus Salsa, Calypso und Country kombinierte. Um Culture Club brach eine heute kaum vorstellbare Begeisterung aus. 1986 war dann trotzdem schon Schluss, weil Boy George sich zu sehr den Drogen widmete und sich nach einer On-Off-Liebelei mit Bandmitglied Jon Moss überwarf.

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George hatte dann in den neunziger Jahren nur anfangs Erfolg, danach fiel der Gute vornehmlich durch Skandale auf. 2008 saß er sogar wegen Freiheitsberaubung im Knast, weil er einen Callboy gegen dessen Willen festgehalten haben soll. Musikalisch war er in den Nuller Jahren vor allem als DJ unterwegs, ehe er 2013 mit „This Is What I Do“ einen Neuanfang wagte und ein Soloalbum veröffentlichte. Von den Kritikern wurde es gelobt, auch, weil George mit seiner neuen, kratzigen Stimme einen ihm gut stehenden Soul entwickelt hat. Kurz danach entstand die Idee, Culture Club (mal wieder) zu reanimieren.

Comeback seit 2014 in der Mache

Man hatte schon kaum mehr an das seit 2014 angekündigte Comeback-Album geglaubt, nun liegt es aber vor: „Life“ heißt das gute Stück und tatsächlich war die Original-Crew mit von der Partie: neben Boy George und Drummer Jon Moss Gitarrist Roy Hay und Bassist Mike Craig. Das Ding ist gelungen. Sicher, der große Hit ist nicht dabei, und allzu viel Airplay wird die Platte auch nicht bekommen. Dafür schweben Culture Club derzeit – trotz ausverkaufter Hallen – im Niemandsland des Pop. Aber die Platte macht Laune, wirkt mit ihrem Genre-Mix wunderbar aus der Zeit gefallen. Ein Pop-Album, das seine Wurzeln in den achtziger Jahren hat, das auch nicht verleugnen will, aber durchaus aktuelle Themen (Smartphone-Sucht) anspricht. Das aber – der düsteren Gegenwart zum Trotz – auch Optimismus verbreiten will.

Wie etwa durch den hymnischen Titeltrack „Life“:  Die Nummer hat George an sich selbst gerichtet. Ein positives Stück mit der Botschaft, dass die Dinge nur besser werden können. „Im Leben geht es um Glauben. Es geht um Geduld. Um das Vertrauen, dass dich der Zug genau da hin bringen wird, wohin deine Reise gehen soll. Ich habe mich schon immer von diesem seltsamen Optimismus leiten lassen; selbst in den merkwürdigsten und dunkelsten Augenblicken meines Lebens. Ich war mir immer sicher, dass alles wieder besser werden würde. Als ich den Text zum Titeltrack schrieb, habe ich ganz bewußt versucht, etwas Bedeutungsvolles zu komponieren. Einen Text, der den Menschen widerspiegelt, der ich heute bin. So zynisch ich auch bin, habe ich mir bis heute meinen seltsamen Glauben an andere Leute, an die Menschheit und auch an mich selbst bewahrt.“

Die meisten Tracks profitieren von Georges kehligem Gesang, seiner ungewohnt rauen Stimme. Die souligen Nummern „What Does Sorry Mean?“ und „Different Man“ seien da exemplarisch genannt. Ansonsten bekommt man musikalisch das, was man von Culture Club erwartet: großartigen Disco-Pop („Bad Blood“, „Runaway Train“), hier und da Reggae-Rhythmen („Let Somebody Love You“), ein bisschen Calypso („Human Zoo“). Ein paar Überraschungen hält die Platte aber dann doch bereit: die eingängige Electronica-Nummer „God & Love“ etwa. Oder „More Than Silence“ – hier wagt die Band den Ausflug in Rockgefilde. Kann man sich gut im Stadion vorstellen, auch wenn der Track nicht zu den stärksten auf dem Album gehört.

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