Arkells – Rally Cry

Arkells - Rally Cry (foto: last gang records)

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6 Last Gang Records-eOne / SPV
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Noch zweimal schlafen: Am 19. Oktober veröffentlichen die Arkells mit “Rally Cry” ihr fünftes Studioalbum. Dabei geht die Reise Richtung Mainstream rasant weiter.

Arkells – hinter dem eigentümlichem Bandnamen verbirgt sich der Name einer Straße im kanadischen Hamilton (Onario), in der die Bandmitglieder aufwuchsen und probten. Die 2006 gegründete Kapelle erspielte sich mit ihren eingängigen Rock-Hymnen schnell eine wachsende Fan-Gemeinde, tourte fleißig durch Kanada, die USA und Europa und schaffte es irgendwie, nebenher vier Alben zu veröffentlichen, obwohl sie gefühlt ständig on the road waren.

Im Lauf der Jahre wurde die Band dabei immer softer und ergänzte ihren Rock-Sound durch Elemente aus Pop und R&B. Gefiel natürlich nicht jedem Fan der ersten Stunde. Und so klingt es fast ein bisschen entschuldigend, wenn Sänger Max Kerman über die neue Platte sagt: “Unsere Einstellung war, lasst uns diese Platte so wild und abenteuerlich machen, wie wir es wollen. Wir sind der Meinung, dass es in Ordnung ist, Dinge zu tun, die kein traditioneller Rock’n’ Roll mit lauten Gitarren sind, solange es sich noch nach uns anfühlt. Aber zur gleichen Zeit, erinnern wir uns, dass der Kern immer noch daraus besteht, dass fünf Jungs zusammen im Raum stehen und Musik machen und eine erstaunliche Chemie aufgebaut haben.”

Tatsächlich nähern sich die Jungs aber mit “Rally Cry” hörbar weiter dem Mainstream an. “Hand Me Down” etwa ist mit seinen aufdringlichen “Oooh’s” für die Arena geschrieben. Songs wie “Only For A Moment” und “Saturday Night” sind mehr (vergessenswerter) Pop als Rock. Und “Show Me Don’t Tell Me” könnte auch von den späten U2 stammen.

Stärker ist die Band, wenn die Songs etwas Tiefe haben: Die Disco-Nummer “American Screams” etwa verhandelt das Blutbad, das ein Amokschütze beim Route 91-Festival anrichtete. “People’s Champ” ist ebenfalls politisch aufgeladen, eine direkte Botschaft an US-Präsident Donald Trump.

Und dann ist da noch das eingängige, bombastische “Relentless”, dem man sich kaum entziehen kann. Man muss einfach mitwippen. Frontmann Max Kerman erzählt: “Mein Vater zeigte mir diesen südafrikanischen Künstler namens Chicco und diesen Song mit diesem afro-pop, keyboardgetriebenen, epischen, filmischen Groove.  Wir waren so begeistert, dass wir zum ersten Mal einen Track gesampelt haben und gemeinsam daran gearbeitet haben, eine Melodie um ihn herum zu bauen.”

Am Ende kann man den Jungs hier ziemlich wenig vorwerfen. Klar, es ist schon schade, dass sich die Band immer mehr am Mainstream orientiert. Aber: Verboten ist das bekanntlich nicht. Und es sorgt dafür, dass “Rally Cry” eine ziemlich abwechslungsreiche Platte geworden ist. Dennoch wäre es aber schön, wenn die Band sich ihre Ecken und Kanten nicht noch weiter abschleifen würde.

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Fazit: Solide.

Anspieltipps: Relentless, American Screams, People’s Champ


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