Peter Maffay – MTV Unplugged

Peter Maffay - MTV Unplugged (foto: sony music)

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Der nächste große deutsche Name in der „MTV Unplugged“-Reihe: Peter Maffays Auftritt bei dem legendären TV-Format ist gerade auf CD erschienen. 

Keine Frage: Ein Auftritt bei „MTV Unplugged“ – das war lange Zeit für viele Künstler wie ein Ritterschlag. Zwischenzeitlich hat der Ruf des Formats etwas gelitten – einerseits durch den Relevanz-Verlust MTVs als Musiksender, andererseits durch die Auswahl der Künstler, die dort spielen durften – doch in den vergangenen Jahren bemüht man sich einigermaßen, die Reihe wieder zu rehabilitieren. Das Konzept an sich ist ja immer noch reizvoll: eine Werkschau auf die Beine zu stellen, die ohne elektronische Hilfsmittel, ohne Verstärker, ohne Schnickschnack auskommt.

Für einen wie Peter Maffay hat ein solches Unterfangen natürlich einen ganz besonderen Reiz. Nach 48 Jahren im Musikbusiness verfügt der Sänger, Songwriter, Gitarrist und Produzent nicht nur über genug Erfahrung, sondern vor allem auch über jede Menge Hits und Songklassiker, um ein hörenswertes „Best Of“ unter Unplugged-Bedingungen abzuliefern. Nach 17 Nummer-Eins-Alben und zehn Millionen verkauften Konzertkarten wurde es ja auch irgendwie Zeit, dass der gute Peter sich in die lange und ruhmvolle Liste von Superstars und Ausnahmemusikern einreiht, die seit 1989 „MTV Unplugged“ geprägt haben.

Die Aufnahmen zu Maffays „Unplugged“-Gig fanden am 8. und 9. August im Steintor Varieté in Halle an der Saale statt, das Peter Maffays Band und den zahlreichen musikalischen Gästen (darunter Johannes Oerding, Katie Melua, Jennifer Weist, Philipp Poisel, Ray Cooper, Ilse DeLange und Tony Carey) einen stimmigen Rahmen bot.

Zwei Stunden und 40 Minuten nahmen Maffay und seine zum Orchester umfunktionierte Band seine Fans im ältesten Varieté-Theater Deutschlands mit auf eine Reise durch seine lang Karriere. Und er nutzt die Chance, den alten Nummern neues Leben einzuhauchen. Auch weil die Duette einfach sitzen. Etwa „Ich wollte nie erwachsen sein“ mit Katie Melua, die auch ihre eigene Nummer „Dreams On Fire“ zum Besten geben darf. Mit Johannes Oerding spielt Maffay gleich mehrere Nummern, am besten gefällt hierbei „Eiszeit“. Viel Schwung bringt „Leuchtturm“ mit, das Maffay mit Jennifer-Rostock-Frontfrau Jennifer Weist singt. Mit Tony Carey präsentiert er dessen wunderbaren Hit „Rooms With A View“, die Performance bleibt hier aber leider hinter den Erwartungen zurück. „Wie soll ein Mensch das ertragen“ mit Philipp Poisel bleibt hingegen auch als Duett ein erwartbar nerviger Song. Emotionaler Höhepunkt ist natürlich die Unplugged-Version von „Über sieben Brücken …“, bei der der gute Peter (wieder mit Oerding) abliefert.

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Fazit: Gelungene Werkschau.

Anspieltipps: Über sieben Brücken, Leuchtturm, Ich wollte nie erwachsen sein, Eiszeit

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