Mit „The House Must Win“ legte der irische Singer-Songwriter Mick Flannery im Mai ein gelungenes Doppelalbum vor. Jetzt schiebt er eine erweiterte, sogenannte Deluxe Edition nach.
Wer weiß, wenn es mit der Musik nicht geklappt hätte, wäre aus Mick Flannery vielleicht ein hervorragender Steinmetz geworden. Denn diese Handwerkskunst ist so etwas wie die zweite große Leidenschaft des aus Cork stammenden Singer-Songwriters. Aber: Müßig, darüber nachzudenken. Denn es hat ja geklappt, mit der ersten großen Liebe, der Musik.
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Sein erstes Ausrufezeichen setzte der Ire 2004 mit dem Sieg bei einem Songwriter-Wettbewerb in Nashville. Tom Waits saß seinerzeit in der Jury. Flannerys erstes Album „Evening Train“ kam 2007 auf den Markt, fand sowohl dies- als auch jenseits des großen Teichs, in den USA, bei den Kritikern Anklang. Mittlerweile lebt Flannery in Berlin und spielt auch in Kontinentaleuropa vor immer größerem Publikum.
Mit seinem neunten Album „The House Must Win“, im Mai erschienen, knüpfte Flannery an sein Erstlingswerk an. Das Doppelalbum enthält Neuinterpretationen von Songs aus „Evening Train“ – ergänzt durch zehn neue Lieder und orchestrale Arrangements, die die gesamte Handlung seiner hochgelobten Bühnenproduktion gleichen Namens umfassen.
Gastkünstler und Familiensupport
Bei dem ambitionierten Unterfangen wurde Flannery von Gastkünstlern unterstützt, die nun auf zahlreichen Duetten und Ensemble-Stücken zu hören sind. Zu ihnen zählen etwa Anaïs Mitchell, Jeffrey Martin, Jenn Grant, Lisa Hannigan sowie Susan O’Neill. Ebenfalls mit dabei sind die Folk-Sängerin Marybeth O’Mahony aus West Cork, Flannerys langjährige musikalische Weggefährtin Yvonne Daly, die Belfaster Künstlerin und „The House Must Win“-Darstellerin Tabitha Smyth – und nicht zuletzt Flannerys Brüder Brian, David und Eamonn, die auf diesem Album ihr Debüt als Musiker geben.
Bei den Aufnahmen im irischen Cork City gingen Flannery überdies Christian Best sowie der Produzent und Arrangeur Liam Robinson zur Hand.
Musikalisch vermengt Flannery auf „The House Must Win“ Folk, Americana, Musical und Orchestrales. Intime Singer-Songwriter-Mucke trifft auf das Cineastisch-Opulente. Überaus abwechslungsreich also. Inhaltlich geht es bei diesem Bühnenshow-„Soundtrack“ um Geschichten von Liebe, Reue, Stolz und Sehnsucht. Los geht es mit einer kurzen „Ouverture“, dann gibt es mit „Creak in the Door“ (mit besagter Jenn Grant) eines der stärksten Duette auf die Ohren. Die Duettpartner sind zur Veredelung da, Flannery funktioniert aber auch solo hervorragend. Das zeigt sich etwa im gefühligen „Tripping O’er His Trousers“.
Der Gute beherrscht alle Spielarten und Tempi, besonders gut ist er aber, wenn er ein bisschen auf die Tube drückt. „The Tender“ und „Let Me Be“ gehören beispielsweise zu den großen Glanzlichtern der Platte, die man aber ob ihres Konzepts durchaus als Gesamtkunstwerk verstehen kann – und als Plädoyer fürs Album-Format.
Das kann die Deluxe-Edition
Die Deluxe-Edition enthält nun vier neue Aufnahmen: „Overture“, „Epilogue“, „Let Me Be“ (mit neuem Gesang von Tabitha Smyth, die die Version von „Graces“ aus dem Musical interpretiert) sowie die Single „My Only Life“. Mit diesen neuen Titeln ist die Geschichte des Albums nun vollständig erzählt.
Das gleichnamige Bühnenmusical, das bei seiner irischen Premiere vor 17.000 Zuschauern restlos ausverkauft war und von der Kritik gefeiert wurde, kehrt übrigens im März 2027 ins Gaiety Theatre in Dublin zurück.
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