Fury in the Slaughterhouse – Little Big World

Fury in the Slaughterhouse (foto: starwatch/fury gbr)

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Fury in the Slaughterhouse haben in diesem Jahr ihr 30. Wiegenfest gefeiert. Ein Geschenk haben sie sich dabei dann direkt selbst gemacht: die Akustik-Live-Platte „Little Big World“, aufgenommen im sagenumwobenen Hamburger Grünspan.

Eine angekündigte Abschlusstournee, und dann war 2008 Schluss. Einfach so. Nach 20 Jahren waren  Fury in the Slaughterhouse Geschichte. 20 Jahre, in denen die Band den Beweis antrat, dass Hannover gar nicht so langweilig sein kann, wie man immer sagt. 20 Jahre, in denen uns die Gruppe Hits wie „Radio Orchid“ und „Every Generation Got It’s Own Disease“ schenkte – und das furiose Album „Mono“, mit dem die Gruppe in den neunziger Jahren sogar den angelsächsischen Sprachraum rockte.

Der offizielle Trennungsgrund damals: musikalische Differenzen. Die berühmt-berüchtigten. Inzwischen hat sich die Band aber augenscheinlich wieder angenähert. Bereits 2013 stand sie zur Expo noch Mal gemeinsam auf der Bühne – und 2017 raufte sie sich für eine Jubiläumskampagne noch ein Mal zusammen. Diese umfasste neben einem Best-Of-Album auch drei Geburtstags-Shows in der Hannoveraner TUI-Arena. Ruckzuck waren die Konzerte im vergangenen März ausverkauft. Eine Tour im Herbst folgt.

Zwar hat sich die Band seinerzeit geschworen, nach der Trennung keine Reunion zu starten und auch kein neues Material mehr aufzunehmen, aber: von aufgewärmten Klassikern hat ja keiner etwas gesagt. Und so fand sich die Combo Ende April im Hamburger Grünspan zusammen, um das vorliegende Akustik-Album „Little Big World – Live & Acoustic“ aufzunehmen. Für das überraschende Konzert wählte die Band um Frontmann Kai Wingenfelder 23 Songs aus, denen sie – mit Hilfe von  Produzent Jan Löchel – neue, akustische Gewänder anzogen. Wer jetzt denkt: laaaangweilig, der irrt: Das Ganze ist durchaus abwechslungsreich geraten, die Jungs führen hier mit großer Spielfreude ihre ganze stilistische Bandbreite vor und liefern – etwa mit dem The Cure-Cover „Boys Don’t Cry“ beziehungsweise Gastauftritten von John Watts (Fisher Z – beim Fisher Z-Hit „Protection“), Mousse T. (am Piano bei „Radio Orchid“) und BAPs Wolfgang Niedecken (bei „Second To Fall“) – auch die eine oder andere Überraschung.

Haften bleiben am Ende aber andere Songs: das hymnische „Won’t Forget These Days“, das kraftvoll vorgetragene McGuinness-Flint-Cover „Dead And Gone“ sowie der Rocker „Cry It Out“. Da kann man ganz schön nostalgisch werden.

Schlimme Ausreißer gibt es eigentlich nicht. Meckerköppe weiterziehen, ihr werdet hier wenig Ansätze finden. Klar, dass bei einer solchen begrenzten Auswahl der eine oder andere Song immer fehlt – geschenkt. Wer es mit den Furys hält, wird hier aber sicherlich nicht enttäuscht.

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Fazit: Nette Platte. Wäre ein neues Album denn wirklich Teufelszeug?

Anspieltipps: Won’t Forget These Days, Dead And Gone, Cry It Out

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