Aretha Franklin (with The Royal Philharmonic Orchestra) – A Brand New Me

Aretha Franklin - A Brand New Me (foto: warner music)

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7 Rhino

7

Als im Januar 1967 die damals 24-jährige Aretha Franklin bei Atlantic Records unterschrieb, war das der Startschuss für eine unvergleichliche, legendäre Musikkarriere. Rhino feiert das 50. Jubiläum dieser historischen Unterschrift mit einem Album, das Franklins Atlantic-Klassiker in neuem Gewand erscheinen lässt: „A Brand New Me“ verbindet Arethas einzigartige Stimme mit brandneuen Arrangements des Royal Philharmonic Orchestra.

Das machen sie gerne Mal, die Jungs und Mädels vom britischen The Royal Philharmonic Orchestra: Weltbekannte Hits weltbekannter Künstler neu arrangieren und mit viel Pomp hübsch aufbrezeln. Das haben sie mit den Songs von ABBA, Queen, Elton John und zuletzt auch gleich mehrmals mit Titeln von Elvis Presley gemacht. Nun ist also Aretha Franklin, die Queen of Soul, an der Reihe.

Gut, der eine oder andere wird bei der forschen Herangehensweise des Orchesters natürlich Stresspickel und nervöse Zuckungen bekommen. Immerhin wird hier drastisch in die Originale eingegriffen, da werden Arethas Klavierspuren ebenso entfernt wie die klassischen Backing Vocals (diese stammen in der neuen Version von Grammy-Gewinnerin Patti Austin). Und Arethas eindrucksvoller Gesang mag an der einen oder anderen Stelle auch nicht mehr so zur Geltung kommen, wie man das gewohnt ist. Dem einen oder anderen Song nimmt das natürlich den Zauber.

Wer es gut meint, versteht die Platte aber eher als Versuch, der vielleicht einer jüngeren Generation den Zugang zur großen Aretha ermöglicht. Die Songs sind ohnehin so zeitlos, dass sie zumeist auch in neuer Bearbeitung funktionieren. Hymnen wie „Think“, „(You Make Me Feel) Like A Natural Woman“ und „Respect“ etwa. „Son Of A Preacher Man“ wird in der Orchester-Variante interessant, weil man ein Arrangement verwendet, das an jenes von Dusty Springfield erinnert. „Don’t Play That Song“ gewinnt in neuer Bearbeitung sogar an Fahrt, der „Border Song (Holy Moses)“ ebenfalls. Beide Nummern überzeugen. Dafür verliert das modernisierte „Let It Be“ an Authentizität.

Schade ist natürlich, dass Aretha – die sich ja bald in den Ruhestand verabschieden möchte – hier nicht noch Mal selbst vors Mikro getreten ist, sondern mit alten Aufnahmen gearbeitet wurde. Das hätte dem Projekt vielleicht noch den letzten Kick geben können.

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Fazit: Ganz nett.

Anspieltipps: Think, Respect, (You Make Me Feel) Like A Natural Woman, Don’t Play That Song, Border Song, Son Of A Preacher Man

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