Stephen King - Flug und Angst (foto: heyne verlag)

Stephen King / Bev Vincent (Hrsg.) – Flug und Angst

Sommerzeit ist Urlaubszeit ist Reisezeit. Stephen King und Bev Vincent veröffentlichen nun eine Flughafen-Lektüre der besonderen Art: In „Flug und Angst“ versammeln die beiden 17 unheimliche Kurzgeschichten rund ums Fliegen. Da braucht es kein Flugshaming mehr, um am Ende lieber doch nicht einzuchecken …

Die Panik vorm Fliegen ist wahrscheinlich so alt wie die Möglichkeit dazu. Klar, dass einer wie Horror-Papst Stephen King sich schon hier und da mal mit dieser existenziellen Angst beschäftigt hat: In der Novelle „Langoliers“ (1990) unternehmen die Gäste einer Passagiermaschine eine unfreiwillige Zeitreise in die Vergangenheit. Und die Kurzgeschichte „Der Nachtflieger“ (1988) erzählt die Geschichte eines Vampirs, der ein Privatflugzeug steuert, statt sich in eine Fledermaus zu verwandeln, und mit Vorliebe die Betreiber kleiner Flughäfen ermordet und aussaugt.

Der Mann kennt sich also aus. Und nun widmet sich Stephen King dem Thema Flugangst erneut. Gerade rechtzeitig zur Urlaubszeit. Gemeinsam mit dem Schrifststeller Bev Vincent hat er 17 turbulente Geschichten zusammengetragen. Darunter ein paar Klassiker des Genres aus der Feder von Größen wie Dan Simmons, Arthur Conan Doyle und Ray Bradbury. Dazu gibt es – zumindest in deutscher Übersetzung – bislang unveröffentlichte Storys von Richard Matheson oder John Varley, jeweils mit einer kurzen Einleitung von Stephen King.

Zu den Perlen gehört dabei sicherlich „Albtraum auf 20.000 Fuß“. In dieser Kurzgeschichte muss ein Passagier hilflos mitansehen, wie sich ein Troll während des Flugs an den Triebwerken zu schaffen macht. Mit der Auffassung, dass diese Story von Richard Matheson zu den besten Flugangst-Geschichten zählt, die je geschrieben wurden, steht King nicht alleine da.

Aber auch Kings Sohnemann Joe Hill wartet mit einer Geschichte auf, die im Gedächtnis bleibt. Seine Story „Freigabe erteilt“ ist sicherlich die politischste in der ganzen Anthologie. Hier bricht unter den Füßen der Passagiere plötzlich der Dritte Weltkrieg aus.

King selbst soll es übrigens hassen, zu fliegen. Und so steuert auch er eine kleine Geschichte bei. Den Plot hier auch nur anzudeuten, hieße, ihn zu spoilern. Daher nur so viel: Es geht um schlimme Turbulenzen und ist eher im Mystery/Sci-Fi-Bereich anzusiedeln denn im klassischen Horror.

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Fazit: Gelungene Anthologie.

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