Sophie Hunger - Halluzinationen (foto: caroline)

Sophie Hunger – Halluzinationen

Erscheinungsdatum
September 4, 2020
Label
Caroline International
Unsere Wertung
8
Anspieltipps
Everything Is Good
Alpha Venom
Maria Magdalena
8
Stark.
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Einsamkeit, Isolation – das sind Themen, die Sophie Hunger auf ihrem siebten Studioalbum „Halluzinationen“ beschäftigen. Der nunmehr siebte Longplayer der in Berlin lebenden Schweizerin ist soeben via Caroline International erschienen.

Für Sophie Hunger markiert „Halluzinationen“ die zweite Zusammenarbeit mit Dan Carey, nachdem der Londoner bereits den vor zwei Jahren veröffentlichten Vorgänger „Molecules “ produziert hatte. Während sich Sophie dieses Mal unter anderem mit dem Zusammenhang zwischen Einsamkeit und der Imagination befasst, markiert das kommende Album einen weiteren Schritt in jene elektronische Richtung, die sie seit dem Umzug nach Berlin und dem Beginn der Zusammenarbeit mit Carey eingeschlagen hat. Anstatt jedoch wie zuletzt in dessen Speedy Wunderground Studios im Süden von London zu arbeiten, mieteten sie sich in die legendären Abbey Road Studios (Studio 2) ein und nahmen sämtliche Songs der LP in einem einzigen Take auf. Das komplette Album haben sie insgesamt bloß sechs Mal am Stück durchgespielt – in nur zwei Tagen. Carey spielte zudem etliche Instrumente für das neue Album ein.

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Zu den vielen Inspirationsquellen und Bezugspunkten von Halluzinationen zählen komplexe Formen von Luftspiegelungen („Bad Medication“) oder auch Helvetia, die allegorische Identifikationsfigur der Schweiz („Finde Mich“). Zu den Glanzlichtern gehört dabei die ebenso rasante wie zugängliche Pop-Perle „Everything Is Good“, inspiriert von dem gleichnamigen Werk des Künstlers David Shrigley. Auf der unverblümten Nummer verfolgt die Sängerin eine Tripper-Infektion zu ihrem Ursprung zurück: „I wouldn’t do a handstand / Even if I could / I get sick while meditating / Everything is good.“ Und ja, obwohl es auch ein paar deutsche Zeilen auf dem neuen Album zu hören gibt, sind weite Teile von „Halluzinationen“ wieder auf Englisch eingesungen, womit die mehrsprachig aufgewachsene Hunger an den Vorgänger „Molecules“ andockt, ihr erstes komplett englischsprachiges Album.

Warum in „Alpha Venom“ auch ein bisschen Krimi steckt

Auch das energetische, krautrockige „Alpha Venom“, das ebenfalls als Single ausgekoppelt wurde, gehört zu den Glanzlichtern. Hier trifft Hungers aufsässige Energie auf harte Electronica-Elemente, für die Carey als Programmierer verantwortlich war. Laut Hunger, die zuletzt viel im Bereich Filmmusik unterwegs war, basiert der Song auf einer Titelmelodie, die sie ursprünglich für eine deutsche Krimi-Produktion komponiert hatte. „Als ich die Songs für ‚Halluzinationen‘ zusammenstellte, bat mich Dan, mindestens ein Stück einzubauen, auf dem ich auch ein Gitarrensolo beisteuern könnte. Auf diesem Track haben wir’s dann versucht. Wir haben also gewissermaßen alles noch einmal aufgenommen, nur um dieses Gitarrensolo unterzubringen. Eine edlere Daseinsberechtigung für einen Song kann ich mir gar nicht vorstellen!“

Alles in allem tut der ziemlich direkte Recording-Ansatz der Platte gut. „Halluzinationen“ hat beinahe Live-Charakter, wirkt unmittelbar, authentisch, unverfälscht. Und so gelingt Hunger hier der vielleicht bisher größte Wurf ihrer Karriere.

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