Slipknot - We Are Not Your Kind (foto: roadrunner records)

Slipknot – We Are Not Your Kind

Erscheinungsdatum
August 9, 2019
Label
Roadrunner Records
Unsere Wertung
8
8
Gelungenes Comeback.
Anspieltipps
Unsainted
A Liar's Funeral
Nero Forte
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Fünf Jahre nach „.5: The Gray Chapter“ legen Slipknot mal wieder ein neues Machwerk vor. „We Are Not Your Kind“, Studioalbum Nummer sechs der Band, ist soeben via Roadrunner Records veröffentlicht worden.

Man stelle sich vor: Da gibt es ein neues Slipknot-Album mit neuer Musik, das erste nach einer halben Dekade. Und dann interessiert die Leute zunächst erstmal nur, was es denn nun mit der aktuellen Maske von Frontmann Corey Taylor auf sich hat. Das könnte frustrieren, doch der Slipknot-Sänger nimmt’s gelassen. „Es ist faszinierend, die Reaktionen der Leute zu lesen und zu hören. Gerade, weil sie so kontrovers sind. Aber ganz ehrlich: Ich liebe das. Es wäre schrecklich, wenn die Maske niemanden interessieren würde. Die Leute haben ihre feste Meinung darüber, wie diese Maske aussieht und wie nicht. Und das finde ich toll“, sagte er jüngst in einem Interview mit der Plattform „Uproxx“.

Aber lassen wir derlei Äußerlichkeiten einfach mal nebensächlich sein. Ja, man hat es mit der Produktion dieses Albums also langsam angehen lassen, im Hause Slipknot. War ja auch einiges los in den vergangenen Jahren. So richtig knorke fanden es die Fans nicht, dass Drummer Jay Weinberg und Bassist Alessandro Venturella zu Slipknot stießen. Und auch innerhalb der Band gab es wohl mal Vorbehalte gegen die beiden. Anfang 2019 verließ dann auch noch Chris Fehn die Gruppe. Und Corey Taylor und Jim Root waren mit Stone Sour umtriebig. Gitarrist Root fasst es zusammen: „Wir hatten noch nie so viel Zeit, ein Album zu schreiben und gemeinsam an Sachen zu arbeiten. Eine meiner Inspirationen waren dieses Mal Künstler, die komplette Alben aufnehmen. Nicht einfach nur Songs. Während die gesamte Branche sich in Richtung Singles entwickelt, wollten Slipknot von vorn bis hinten ein Album-Erlebnis erschaffen.“

„Noch nie hat die von uns gemachte Kunst ein so erfüllendes Gefühl verschafft, ganz einfach, weil so viel Zeit darin steckt“, fügt das einzig verbliebene Gründungsmitglied Shawn Crahan hinzu. „Fast vier Jahre, um diese Emotion und Temperatur entstehen zu lassen und der Lohn ist nicht weniger als Erlösung.“

Slipknot geben sich melodischer als zuletzt

Starke Worte, aber es ist auch wirklich eine gute Platte geworden. Die US-Metaller zeigen sich auf „We Are Not Your Kind“ nämlich äußerst mutig und experimentierfreudig. „A Liar’s Funeral“ etwa flirtet mit dem Americana-Genre. „Spiders“ hat was von Marilyn Manson. Und mit „Unsainted“ beweist die Band, dass der Einsatz eines Chors nicht zwangsläufig kitschig sein muss. Insgesamt ist man deutlich melodischer unterwegs als zuletzt, das gefällt. Was nicht heißt, dass Freunde des gepflegten Headbangens hier zu kurz kommen. Bei Songs wie „Red Flag“ oder „Birth Of Cruel“, das stark an „Iowa“-Zeiten erinnert, kann man sich in dieser Hinsicht ebenfalls austoben. Die düsteren Interludes runden das atmosphärische Album dann auch noch perfekt ab. Ein Konzeptalbum, wie es Root andeutet, ist es deswegen aber noch nicht. Dafür fehlt dem Ganzen das große, übergreifende Thema.

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