Robert Forster - Inferno (foto: tapete records)

Robert Forster – Inferno

Der australische Singer-Songwriter Robert Forster meldet sich zurück. Vier Jahre nach seiner letzten Platte hat der Gute mit „Inferno“ mal wieder ein neues Album veröffentlicht. Das zweite innerhalb von elf Jahren. Es ist eines über das Älterwerden geworden.

Nein, den ganz großen Wurf, diesen einen großen Hit – er blieb The Go-Betweens verwehrt. Weder im United Kingdom noch in ihrem Heimatland gelang der Gruppe je eine Top-50-Single. Und dennoch gehört die 1977 in Brisbane gegründete Band, die 2006 durch den viel zu frühen Tod des Gründungsmitglieds Grant McLennan ihr ultimatives Ende fand, zu den wichtigsten Indie-Pop-Gruppen Australiens. Vor allem das Songwriting, für das Grant McLennan und Robert Forster zuständig waren, galt und gilt als großartig.

Forster löste nach dem Tod seines kongenialen Bandkollegen The Go-Betweens auf und konzentrierte sich nach einer gewissen Trauerzeit auf seine Solo-Karriere, die er schon zu Beginn der 90er Jahre begann. Forster war dabei nie einer, der einfach mal was raushaut. Er ist eher ein Zauderer, einer, der nie oder selten zufrieden ist mit dem, was er da produziert. Und deshalb nur dann ins Studio geht, wenn er wirklich an das neue Material glaubt.

War nun mal wieder Fall: „Inferno“ ist im Jahr 2018 in Berlin entstanden, im heißesten deutschen Sommer seit Jahrzehnten, unter der Regie des Produzenten Victor Van Vugt, der schon 1990 bei Forsters erstem Solo- Projekt „Danger In The Past“ dabei war. Die Hitze hatte offenbar keinen negativen Einfluss auf Forster und Kollegen. Der 62-Jährige zeigt sich auf der Platte in Top-Verfassung. Einerseits gesanglich – Forster liefert hier eine der besten Leistungen seiner Karriere ab.

Auch bietet Forster dem Hörer wieder ein breites musikalisches Spektrum an, liefert munteren Rock (etwa beim Titelstück „Inferno (Brisbane In Summer)“, das sich auch vor David Bowie verneigt), Beach-Groove („Life Has Turned A Page“) und Siebziger-Jahre-Big-Apple-Sound („Remain“). Abgerundet wird das Ganze schließlich mit dem balladesken Epos „One Bird In The Sky“. Völlig gleichberechtigt stehen dabei Songs über Liebe und Klimawandel nebeneinander, Forster packt die Themen mal humorig, mal sensibel, mal melancholisch, mal optimistisch an. Ein Geschichtenerzähler, wie es nur wenige gibt. Wovon man sich übrigens auch in seinen Memoiren überzeugen kann, die unter dem Titel „Grant & Ich: Die Go-Betweens & die Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft“ im deutschsprachigen Raum erschienen sind.

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Fazit: Großes Werk.

Anspieltipps: Inferno, Remain, One Bird In The Sky

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