Nilüfer Yanya – Miss Universe

Nilüfer Yanya - Miss Universe (foto: ato records)

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Von den internationalen Tastemakern wird Nilüfer Yanya schon als nächster großer Star gehandelt. Im vergangenen Jahren war sie auf so ziemlich jeder Hotlist zu finden. Gerade hat die 23-jährige Londonerin mit “Miss Universe” aber erstmal ihr Debütalbum vorgelegt.

Wenn man sich den Hype um Nilüfer Yanya derzeit so anschaut, dann mag man kaum glauben, dass die Gute früher lange damit zu kämpfen hatte, ihre Musik öffentlich vorzuführen. Yanya schreibt seit ihrem sechsten Lebensjahr Songs, lernte mit zwölf Jahren Gitarre, aber so richtig wohl fühlte sie sich nie bei dem Gedanken, jemandem ihre Musik vorzuspielen. Irgendwann wurde sie dann aber von einem Musiklehrer überzeugt. “Es war furchtbar, ich liebte es”, sagt sie heute.

Mit 18 lud Nilüfer dann ein paar Demos auf SoundCloud hoch. Ihr farbenprächtiger Sound-Mix aus Soul, Jazz, Pop, diesen grungigen Gitarren und elektronischen Spielereien fand schnell eine Anhängerschaft. Und so winkte bald auch ein Vertrag beim New Yorker Indie-Label ATO Records, bei dem sie zunächst ein paar EPs veröffentlichte – und nun auch ihr Debütalbum.

Entstanden ist “Miss Universe” vornehmlich im kleinen Penzance Studio in Cornwall, in dem sie schon früher mit ihrem Onkel Joe, ebenfalls ein Musiker, jammte. Ihr früherer Gitarrenlehrer Dave Okumu (The Invisible) und ihre Live-Kollegen Jazzi Bobbi und Luke Bower waren bei den Aufnahmen mit von der Partie. Als Produzenten fungierten John Congleton, Oli Barton-Wood, Will Archer und M.T. Hadley.

Eines der ganz großen Glanzlichter: die energetische Synthie-Rock-Single “In Your Head”, in der Yanya die Illusion von Freiheit verhandelt. Aber auch das elektronisch-gospelige “Baby Blu” und das paranoide “Angels” bleiben im Ohr. Stimmlich zeigt Yanya auf “Miss Universe” ihre ganze Bandbreite auf, die junge Musikerin beherrscht von “kraftvoll” bis “verzweifelt” alle Gefühlslagen.

Am Ende gelingt Yana mit ihrem Erstling eine Platte, die sie irgendwo zwischen Mainstream und Geheimtipp ansiedelt. Nebenbei wird auch noch die Gitarre gerettet. Einzig die Spoken-Word-Interludes, in denen sie die Telefonistin einer fiktiven Wellness-Hotline mimt, hätte man etwas reduzieren können. Sie wirken letztlich eher ablenkend denn unterstützend.

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Fazit: Gelungenes Debüt, das die Vorschusslorbeeren rechtfertigt.

Anspieltipps: In Your Head, Baby Blu

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