Slut (foto: gerald von foris)

My Soundtrack: Slut

Sieben Jahre haben Slut ihre Fans schmoren lassen, jetzt meldet sich die Indie-Band aus Ingolstadt mit neuer Musik zurück: Mitte April hat die Kapelle mit „For The Soul There Is No Hospital“ eine neue Single vorgelegt. Ein schmuckes Stück Electropop, das irgendwie zwischen hoffnungsvoll und melancholisch mäandert. 2020 soll auch ein neues Album kommen.

Es ist das Comeback einer wegweisende deutsche Indie-Gruppe, der in den 90er Jahren mit Noise-Hits wie „Sensation“ der Durchbruch gelang. In den 00er-Jahren eroberten Slut mit Singles wie „It Was Easier“ oder „Easy To Love“ das Musikfernsehen, mit ihren Liedern aus der „Dreigroschenoper“ sowie der zusammen mit Schriftstellerin Juli Zeh entwickelten Schallnovelle „Corpus Delicti“ bewies die Band , wie gut sich Pop und Hochkultur verbinden lassen. Und das spiegelt sich auch in der Songauswahl, die die Band für unsere My Soundtrack-Reihe kuratiert hat.

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CHRIS

Billy Ray Cyrus – Achy Breaky Heart

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So komponiert und textet man perfekte Popsongs! Quasi die Blaupause für alle Slut-Lieder und Grundstein meiner musikalischen Sozialisation. Auch der Clip hat mich damals schier umgehauen. Nur „Wrecking Ball“ vom Töchterle ist noch geiler!

Frédéric Chopin – Prelude in E-Moll, Opus 28 Nr. 4

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In gerade mal zwei Minuten wird hier ein großes Gemälde an die innere Leinwand gepinselt, eine umfängliche Geschichte erzählt und das, was landläufig als Melancholie oder Traurigkeit gehandelt wird, auf engstem Raum verdichtet. Bezeichnenderweise ließ Chopin das Prelude auf seiner eigenen Beerdigung vortragen, als finalen Epilog. In meiner Klavierzeit war es mir das liebste Stück und ständiger Begleiter. 

The Cure – Play for Today

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Einer von mehreren Cure-Klassikern, der meine Auffassung von zeitloser Popmusik mit viel Haltung maßgeblich geprägt hat. Besonders das Zusammenspiel weniger Instrumente, die, jedes für sich, eine eindeutige Funktion übernehmen ohne virtuos sein zu wollen, begeistert mich noch immer. Heraus kommt ein atmosphärisches Geflecht von Einzelmelodien, eingängig und geheimnisvoll zugleich, das Robert Smith mit klarer Prosa garniert. Und tanzen kann man auch dazu.

RAINER

Sonic Youth – Kool Thing

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Ich liebe diese Band, diese Platte „Goo“, das Cover und diesen Song. Diese unglaubliche Lässigkeit, Rotzigkeit in Kim Gordons Stimme. So eine coole Frau. Verstimmte Gitarren – na und? Diese Platte lief bei mir in den Neunzigern gefühlte Jahre lang, sie hat mich immer begleitet. Anfang der Nullerjahre spielten wir mit SLUT auf dem Frequency-Festival bei Salzburg. Ich hatte mein erstes Date mit der späteren Mutter meines Sohnes. Wir saßen beide auf dem Trittbrett am Eingang eines Wohnwagens im Backstage-Bereich, tranken weißen Spritzer. Nach eine Weile klopfte es leise an der Tür, ein blonder Schopf lugte heraus. Die Frau sagte freundlich: „sorry lovebirds“. Es war Kim Gordon, die sich gerade auf den Weg zur Bühne machen wollte. Sonic Youth waren Hauptact. Um mich war es ein weiters Mal geschehen.

RENÉ

Slowdive – Shine

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Die Götter des Shoegazing. Meine erste Begegnung mit Slowdive war 1990, mit diesem Video in der Sendung 120 Minutes auf MTV. Das hat mein Musikverständnis auf den Kopf gestellt. Dass man mit herkömmlichem Rockinstrumentarium solche Klangwelten bauen kann, hat mich umgehauen. Slowdive ist schuld daran, dass meine Bandkollegen bis heute mit meinem Hall-Wahn klarkommen müssen. Dieser Sound ist für mich vertonte Melancholie, wie man es besser nicht hinbekommen kann. Leider haben sie sich dann aufgelöst als Britpop alles bestimmt hat. Bis zu ihrem Comeback nach 22 Jahren 2014 kannte sie kaum jemand. Ich hab ihnen all die Jahre die Treue gehalten. Sie dann beim Konzert in Mailand 2017 erleben zu dürfen, hätte ich nicht für möglich gehalten. Das war einer der glücklichsten musikalischen Momente meines bisherigen Lebens. Dass sie jetzt erfolgreicher denn je sind, freut mich sehr.

Southwest Hotel – Static

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Eine Band aus England, die sich mit ihrem Erstling sofort in mein Herz gespielt haben. Ich glaube, die kennt noch kaum jemand ausserhalb Südenglands. Es ist schon interessant, wie diese blutjunge Band scheinbar mühe- und nahtlos da anfängt, wo My Bloody Valentine aufgehört haben. Denen ist auch herzlich egal, ob der Sound gerade angesagt ist oder nicht. Diese Leidenschaft kann man hören. „Southwest Hotel“ haben abseits der Band auch ein Ambient-Projekt, das nicht minder gut ist. Würde mich freuen, diese Band mal bei uns auf Tour mitzunehmen. 

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