I Want Poetry (foto: Elisabeth Mochner)

My Soundtrack: I Want Poetry

Ihre Songs lassen vor dem inneren Auge skandinavische Weiten entstehen: die Rede ist vom Dresdner Indie-Pop-Duo I Want Poetry. Wie ein roter Faden spinnen sich die sehnsuchtsvollen Klaviermelodien von Till Moritz Moll durch die Songs, verschwinden und tauchen immer wieder auf aus den vielschichtigen Synthpop-Symphonien. Darüber schwebt die wunderbare Stimme von Sängerin Tine von Bergen. Überzeugen konnte man sich davon zuletzt auf dem Album „Human Touch“, das Ende 2020 erschienen ist. Uns haben die beiden Musiker nun für unsere My-Soundtrack-Reihe Rede und Antwort gestanden.

Helgi Jonsson – Lofa Mér 

Tine: „Lofa Mér” ist isländisch und heißt “Versprich mir”. Es geht um Vertrauen und Hingabe: “And I gave you the gun / I told myself to trust / that you’d never let it go off”. Die atmosphärische Produktion umhüllt wie eine warme Decke. Wenn Helgi in die Kopfstimme wechseln, ist es einfach nur noch pure Poesie. Der Song ist für mich – genauso wie das Album-Cover – ein Gemälde.

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Morten Lauridsen – Lux  Æterna

Moritz: Die Musik von Morten Lauridsen ist für mich pures Gefühl, nicht im oberflächlichen Sinne wie eine Ballade, nicht dick aufgetragen wie Filmmusik – sondern auf eine irgendwie überirdische Weise sanft, einhüllend. Sie ist für mich wie eine Zuflucht. Kopfhörer auf und schweben.

Sasha Sloan – Older 

Tine: Das Video zu “Older” von Sasha Sloan wurde mir von Youtube vorgeschlagen. Innerhalb der ersten Sekunden war ich sofort gefesselt – von der warmen Stimme und den einfachen, unglaublich nachvollziehbaren Lyrics. Man sieht emotionale Szenen aus Sashas Kindheit. Sie besingt aber keine Idylle, sondern die zerbrechende Beziehung ihrer Eltern.  “I used to close my eyes and pray for a whole other family / where everything was right / one that felt like mine.“

Tori Amos – Spark

Tine: „From the Choirgirl Hotel“ von Tori Amos – ein atmosphärisches, eher dunkles Album. Das Album-Cover wirkt beklemmend, Tori ist Unterwasser und hält die Luft an. “She’s convinced she could hold back a glacier/but she couldn’t keep baby alive”. Sie spürt eine unglaubliche Kraft – doch ihr Körper lässt sie im Stich: Wie so oft bekomme ich bei Tori Amos das Gefühl, dass sie nicht nur ihr eigenes Schicksal besingt, sondern das vieler Frauen.

Woodkid – Run Boy Run

Moritz: Ich bin erst vor Kurzem auf Woodkid gestossen, und es hat mich sofort mitgerissen. So erhebend! Man fühlt sich zehn Meter groß. Diesen Song an und einfach losrennen – da hab ich das Gefühl, bis ans Ende der Welt laufen zu können.

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