Wiederhören mit einem Beitrag aus dem Motörhead-Ouevre, der bis dato eine der besten Platzierungen der Band in Deutschland markierte: „Kiss of Death“ ist zum 20. Geburtstag neu aufgelegt worden, kommt unter anderem in Vinyl- und CD-Form auf den Markt.
24 Studioalben, 21 Live-Platten, 16 Kompilationen und 5 EPs – der Katalog von Motörhead kann sich sehen lassen. Im Laufe ihrer 40 Jahre währenden Karriere, die erst mit dem Tod von Frontmann Lemmy Kilmister endete, ist da ganz schön was bei den Briten zusammengekommen. Wenn wir nun also von dem 18. Studioalbum der Kapelle sprechen, merkt man schnell: Wir sind schon im Herbst der Laufbahn der lautesten Band der Welt angekommen.
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Motörhead hatten damals, Mitte der Nuller Jahre, etwas Rückenwind. 2005 sackte die Band dazu ihren ersten Grammy überhaupt ein – in der Kategorie „Best Metal Song“. Ausgerechnet aber für ein Metallica- Cover. Das nahm Kilmister fast als Beleidigung auf. Dennoch: Motörhead waren wieder ziemlich angesagt, gerade im Wrestling-Bereich fuhr man schwer auf Kilmister uns seine Jungs ab. Man war ausgedehnt auf Tour – und schaffte es irgendwie, zwischendrin sogar mit „Kiss of Death“ eine neue Platte aufzunehmen.
Auf das bewährte Rezept gesetzt
2006 veröffentlicht, war „Kiss of Death“ die zweite Zusammenarbeit der Band mit dem Produzenten Cameron Webb, mit dem sie zuvor schon auf dem Vorgänger „Inferno“ (2006) gemeinsame Sache gemacht hatten. „Kiss of Death“ kann man denn auch durchaus als eine Fortführung des „Inferno“-Sounds verstehen, es ging wieder amtlich heavy zur Sache. Die Platte zeigte Motörhead erneut von der kompromisslosen und schnörkellosen Seite. Will heißen: Motörhead gaben ihren Fans genau das, was diese von ihnen erwarteten.
Getragen von Lemmys unverwechselbarem rauem Gesang, angetrieben von Phil Campbells furios glühender Gitarrenarbeit und Mikkey Dees messerscharf präzisem Schlagzeug, konnte „Kiss of Death“ durchaus überzeugen.
Mit einem noch stärkeren Fokus auf die härtere Klangkante präsentiert das Album zudem Gastauftritte von Mike Inez (Alice in Chains) und C.C. DeVille (Poison) und überzeugt mit Highlights wie der Speed-Nummer „Sucker“, dem rasanten „Trigger“ sowie dem Fanliebling „God Was Never On Your Side“ (eine Hammer-Ballade!). „Living in the Past“ und das Anti-Kriegslied „Sword of Glory“ sind Rock vom Feinsten.
Überraschend: die wenigen Experimente, die Motörhead auf der Platte dann doch mal wagen. Die Blues-Anleihen auf „Under the Gun“ funktionieren, ebenso wie die Boogie-Woogie-Elemente auf „Christine“.
Die Mühe wurde belohnt: „Kiss of Death“ landete auf Platz vier der deutschen Charts – bis dahin die höchste Platzierung eines Studioalbums der Kapelle.
Das kann die Neuauflage
Zum 20-jährigen Jubiläum erscheint das Album nun in einer neu aufgelegten Edition, die auf Basis der Originalbänder im Half-Speed-Verfahren remastert wurde. Ergänzt wird sie durch neue Linernotes von „Classic Rock“-Autor Dave Ling, der darin auch das Vermächtnis des legendären Phil Campbell würdigt.
Zusätzlich enthält die Veröffentlichung eine exklusive Bonus-Live-LP mit dem Mitschnitt des Lowlands-Festival-Auftritts von 2007 in Biddinghuizen (Niederlande), der somit erstmals auf Vinyl erhältlich sein wird. Die CD-Version wird zudem um drei weitere Bonustracks ergänzt.
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