Midge Ure - A Man of Two Worlds (foto: Chrysalis Records, Proper / Bertus Musikvertrieb)

Midge Ure – A Man Of Two Worlds

Erscheinungsdatum
Mai 8, 2026
Label
Chrysalis Records, Proper / Bertus Musikvertrieb
Unsere Wertung
7.5

Mr. Synthie-Pop meldet sich zurück: Der legendäre Musiker, Produzent und Songwriter Midge Ure hat mit seinem neuen Soloalbum „A Man Of Two Worlds“ endlich wieder ein neues Album veröffentlicht. Oder eigentlich zwei, denn das neue Machwerk kommt als Doppelalbum daher.

Man lehnt sich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man sagt: Die 1980er Jahre hätten anders geklungen, wenn Midge Ure nicht gewesen wäre. Der Mann hat den Soundtrack der späten 1970er und Eighties maßgeblich mitgeprägt – von seinen Glam-Rock-Anfängen mit Slik über die punkgeprägte Energie von The Rich Kids (gemeinsam mit Glen Matlock von den Sex Pistols) bis hin zur Gründung der Synthie-Pop-Band Visage, mit der er den stilbildenden Hit „Fade To Grey“ landete.

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Überdies stand Ure zeitweise mit Thin Lizzy auf der Bühne, nachdem Gitarrist Gary Moore die Band verlassen hatte. Den meisten im Gedächtnis dürfte Midge jedoch durch seine Zeit mit Ultravox geblieben sein. Mit ihrem charakteristischen, kühlen Synth-Pop-Stil wurde die Band zu einem der prägenden Acts des neonlichtgrellen Jahrzehnts.

Immer noch rege

Nach seiner Zeit bei Ultravox fokussierte sich Midge Ure auf seine Solokarriere, die er bereits 1985 mit „The Gift“ ins Rollen brachte. Seither gilt bei ihm die Faustregel: maximal zwei neue Soloalben pro Jahrzehnt. Ein Rhythmus, den er eisern durchhielt, wobei es jetzt in den 20er Jahren des neuen Jahrtausends knapp werden dürfte. „A Man Of Two Worlds“ ist das erste Album in dieser Dekade.

Zwölf Jahre mussten sich die Fans seit dem bis dato letzten Studioalbum „Fragile“ gedulden, neun, wenn man „Orchestrated“ mitzählt, auf dem Midge seine alten Klassiker in ein Klassik-Gewand packte. Zeit, im Studio an neuer Musik zu werkeln, hatte Midge Ure ansonsten seither nicht. In den vergangenen Jahren stand er vor allem auf der Bühne.

Das kann die neue Platte

Das Warten hat sich aber gelohnt: „A Man Of Two Worlds“ ist eine eindrucksvolle Sammlung neuer Musik geworden, die in zwei klar voneinander getrennte Teile gegliedert ist.

Der erste Teil, „World One: Music“, umfasst acht Instrumentals und kommt eher atmosphärisch daher. Der zweite Teil, „World Two: Songs“, umfasst acht Songs mit Gesang, ist also konkreter. Inspiriert wurde dieses Konzept unter anderem durch die Zeit während der Lockdowns, in der Ure viel instrumentale Musik hörte und im Rahmen seiner Sendung „The Space“ beim Radiosender Scala Radio präsentierte. Dort entdeckte er zahlreiche atmosphärische Kompositionen, die im Mainstream-Radio selten zu hören sind. Daraus entstand die Idee, Musik ohne Texte zu schreiben – Stücke, bei denen allein die Melodien sprechen. So entwickelte sich eine Reihe ausdrucksstarker Instrumentalstücke, geprägt von Reflexion, Unsicherheit und einer besonderen, stillen Atmosphäre.

Die acht Songs des zweiten Albumteils entstanden, als sich die Welt wieder öffnete – eine Welt, die vielerorts gespaltener, härter und weniger empathisch erscheint. Die Stücke sind bewusst reduziert und meditativ gehalten und greifen Themen wie die Zerbrechlichkeit der menschlichen Existenz und gesellschaftliche Spannungen auf.

Die Glanzlichter

Zu den Glanzlichtern gehört sicherlich das als Single ausgekoppelte „Just Words“. Die Ballade thematisiert den Umgang mit Wahrheit und Verantwortung in Machtpositionen. Auch „The Man Who Stole Your Soul“ bleibt haften. Hier setzt sich Midge mit der aktuellen Situation in den USA auseinander.

„Shouting At The Moon“ erinnert an die Kraft gemeinschaftlichen Handelns. „Caught In The Middle“ reflektiert derweil menschliche Fehlbarkeit (und klingt dabei ebenso wie „World Away doch sehr nach Ultravox). „Ordinary Man (Precious Moments)“ beschäftigt sich mit Vergänglichkeit und Zeit, und das besonders persönliche „The Pictures You Carry With You“ basiert auf einer Melodie, die Ure einst für seine Töchter sang – aufgenommen in der Hoffnung, dass sie sie eines Tages an ihre eigenen Kinder weitergeben.

Sicher, die Platte ist nicht fürs Radio gemacht. In Sachen Refrain erinnert Midge Ure aber trotzdem dann und wann auf diesem Arbeitsnachweis daran, warum er gerade dieses Medium eine ganze Weile lang mitbestimmte.

„A Man Of Two Worlds“ ist am 8. Mai via Chrysalis Records, Proper / Bertus Musikvertrieb als 2CD-Format im A5-Mediabook mit Booklet und als 2LP-Variante mit printed inner sleeves erschienen.

Anspieltipps
Just Words
World Away
The Man Who Stole Your Soul
7.5
Gelungenes Comeback.
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