Mavis Staples - We Get By (foto: anti-records)

Mavis Staples – We Get By

Nein, auch wenn Mavis Staples stramm auf die 80 zugeht: Leisetreten ist bei ihr nicht. Gerade hat die Gute mit „We Get By“ ein neues Album vorgelegt. Diesmal schrieb Ben Harper der Blues-, Soul- und Gospel-Legende Songs auf den Leib.

Fragt man Mavis Staples, warum sie auch in hohem Alter nicht von der Musik lassen kann, sagt sie: „Ich bin eine Botschafterin. Das ist mein Job, und er war es schon mein ganzes Leben lang. Ich kann nicht aufgeben, so lange der Kampf noch am laufen ist. Es gibt noch viel zu tun, daher werde ich von Tag zu Tag stärker darin, meine Botschaft zu verbreiten.“

Mavis Staples‘ Botschaft von einer offenen, auf Gleichberechtigung fußenden Gesellschaft ist eine, die im Trump-Amerika dringend gehört werden muss. Die Frau ist seinerzeit mit Martin Luther King marschiert, sie hat für Barack Obama gesungen und ist eine, die den Finger in die amerikanischen Wunden gelegt hat. Eine, die gegen die sozialen Spannungen, gegen Rassismus und Diskriminierung ankämpft. Zuletzt etwa auf ihrem gefeierten Album „If All I Was Was Black.“

Nachdem sie zuletzt vornehmlich mit Jeff Tweedy kollaborierte, greift ihr nun erstmals Grammy-Gewinner Ben Harper unter die Arme. Er schrieb die Song-Texte und komponierte auch die Musik dazu. Und sie passen zu Mavis wie angegossen. Die Arrangements sind ein bisschen zurückhaltender als zuletzt ausgefallen, der Fokus liegt auf Staples‘ Stimme und dem, was sie zu sagen hat. Ihrer Botschaft.

Es ist ein Album voller Highlights. Angefangen vom dringlichen, bluesigen Opener „Change“, in dem Staples fragt: „What good is freedom if we haven’t learned how to be free?“. Oder dem düsteren „Heavy On My Mind“, das Staples ganze Genialität als Sängerin offenbart. Geht unter die Haut. Ebenso wie „Hard To Leave“, das als Verbeugung vor Mavis‘ kürzlich verstorbener Schwester Yvonne Staples verstanden werden kann. Ihr hat Mavis auch das komplette Album gewidmet. Man könnte die ganze Tracklist auf diese Weise durchgehen, das funkige „Anytime“ oder das kämpferische „Brothers and Sisters“ preisen, oder es einfach kurz machen: Kaufen und genießen! Und die Botschaft verbreiten. Das wäre auf jeden Fall im Sinne der Erfinderin:

“Ich singe, weil ich die Leute glücklicher zurücklassen möchte, als ich sie vorgefunden habe“, sagt Staples. „Und ich möchte, dass sie mit einer positiven Message in ihren Herzen von dannen ziehen und sich dabei stärker als je zuvor fühlen. Ich singe auch für mich selbst aus den gleichen Gründen.“

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Fazit: Hoffentlich bleibt sie uns noch lange erhalten.

Anspieltipps: Change, Heavy On My Mind, Anytime, Hard To Leave, One More Change

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