Manfred Mann – Radio Days

Manfred Mann - Radio Days (foto: creature music / soulfood music)

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8 Creature Music / Soulfood Music
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Bonbon für alle Fans von Manfred Mann: Heute sind gleich vier Sets der legendären Band um den gleichnamigen südafrikanischen Musiker erschienen: “Radio Days” besteht dabei hauptsächlich aus Sessions, die für die BBC in den 1960er bis Anfang der 1970er Jahre aufgenommen wurden. Darauf zu hören: mehrere bis dato unveröffentlichte Tracks sowie Demo-Aufnahmen, Filmmusik und Werbejingles. 

Die vier Titel sind als CD und Heavyweight Vinyl erhältlich. Alle sind mit dem Logo “Artist Approved” versehen, die Band war also in den Prozess rund um die Veröffentlichung involviert. Die vier Sets, von denen viele größtenteils von BBC Transcription Discs stammen, wurden überdies vom Journalisten Greg Russo, Autor von “Mannerisms: the Five Phases of Manfred Mann”, kommentiert und enthalten zudem detaillierte Aufnahmeinformationen.

Die Titel im Überblick:

“Radio Days – The Paul Jones Era”: Hierbei handelt es sich um die erste komplette Sammlung von BBC-Aufnahmen der Manfred Mann Band im ersten, dem originalen Line-Up. Damals, zwischen 1964 und 1966, stand noch Sänger Paul Jones am Mikro. Das Set umfasst Mitschnitte aus Shows wie “Saturday Club”, “Saturday Swings,” “Top Gear,” “Pop Inn” und “Easy Beat”. Die Band wird überdies von großen BBC-Moderatoren wie Brian Matthew and Don Moss interviewt. Zu hören ist hier übrigens auch der legendäre Bassist Jack Bruce, der kurz zu Manfred Mann gehörte, ehe er sich dann 1966 Cream anschloss.

“Radio Days – The Mike d’Abo Era”: Dieses Set deckt die Zeitspanne von August 1966 bis zum Band-Split 1969 ab. Paul Jones und Jack Bruce sind hier schon Geschichte. Am Mikro stattdessen Mike d’Abo (der sich bei Proben gegenüber Rod Stewart behaupten konnte), am Bass Klaus Voorman, den man ja als Designer des Artworks des Albums “Revolver” von den Beatles kennt. Mit den personellen Wechseln ändert sich auch langsam der musikalische Stil. Manfred Mann orientieren sich hier schon eher Richtung Mainstream Pop. Ganz nice ist hier das Bob-Dylan-Cover “Just Like A Woman”. Und natürlich “Mighty Quinn”. Manfred Mann gehörten zu den ersten britischen Bands, die sich vor Bob Dylan verneigten.

“Radio Days – Manfred Mann Chapter III”: Nach dem Ende der Manfred Mann Band, oder besser gesagt: nach Ende der ersten beiden Kapitel, machte Mann mit Mike Hugg gemeinsame Sache. Die beiden nannten sich Emanon, ein Wortspiel, “no name” rückwärts gelesen. Das Projekt bewegte sich dabei musikalisch in Richtung Synthie-Jazzrock. Dieses Set umfasst Radio-Sessions mit dem Chapter III, auch aus Schweden und Australien, ein paar Demos – und Musik aus Werbekampagnen. Mann und Hugg spielten nämlich für Michelin, Ski Yoghurt und Nescafé Songs ein. Dazu gibt es Ausschnitte aus dem Soundtrack des Films “Venus in Furs”.

“Radio Days – Manfred Mann’s Earth Band”: Manfred Mann goes Rock. Prog Rock, besser gesagt. Die Phase ab 1971 ist die wohl wichtigste und spannendste Phase in der Karriere von Mann. Mit einigen großen Erfolgen. Erst in den achtziger Jahren geht es dann kommerziell langsam bergab, 1988 löst sich die Band daher sogar kurzzeitig auf. Dieses CD/Vinyl-Set fokussiert sich aber auf die frühen Jahre der Earth Band, von 1970 bis 1973. So hört man hier unter anderem Mitschnitte früherer Konzerte im Paris Theatre und im Golders Green Hippodrome, dazu Session für John Peel und Pete Drummond von BBC Radio 1. Stark hier: die Eigenkompositionen wie “Mercury, the Winged Messenger” und “Messin'”. Aber auch vor Bob Dylan verneigt man sich mal wieder: etwa mit “Father of Day, Father of Night” und einer schmucken Earth-Band-Version von “The Mighty Quinn”.  

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Fazit: Kleine Schatzkisten.

Anspieltipps: Just Like A Woman, Mighty Quinn, Father of Day, Father Of Night, Mercury, the Winged Messenger

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