Lorde - Solar Power (foto: universal music)

Lorde – Solar Power

Erscheinungsdatum
August 20, 2021
Label
Universal Music
Unsere Wertung
7
Anspieltipps
The Path
Solar Power
Fallen Fruit
Mood Ring
7
Gefällig.
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Vor Billie Eilish war: Lorde. Die Neuseeländerin war im vergangenen Jahrzehnt die große Teenie-Pop-Sensation. Dann zog sich die Gute erst einmal ein paar Jahre aus der Öffentlichkeit zurück. Jetzt will sie ich aber den Platz an der Sonne zurückerobern. Nach vier Jahren Pause ist gerade ihr drittes Album „Solar Power“ erschienen.

Wie würde die heutige Musiklandschaft ohne Lorde aussehen? Der avantgardistische Teenage-Angst-Pop, den die Gute in den Zehnerjahren salonfähig machte, ermöglichte überhaupt erst Karrieren wie die von Billie Eilish. Nach „Royals“, ihrem Überhit, und ihrem Debütalbum „Pure Heroine“ (2013) war sie der unwahrscheinlichste Popstar der Stunde. Eine Musikerin, die auf traditionelle Song-Strukturen pfiff, sich gleichermaßen bei Florence + The Machine, Joni Mitchell, Etta James, David Bowie, Prince, Grace Jones, Sam Cooke, Phil Collins, Robyn oder Tom Petty bediente; und gleichzeitig Autoren wie Kurt Vonnegut, Sylvia Plath, Walt Whitman oder T.S. Eliot las, deren Kunst ihre Texte inspirierten. Denn die Lyrics waren bei Lorde stets so wichtig wie die Musik selbst. Meistens richtete sich ihr Blick dabei nach innen.

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Als Lorde nach Album Nummer zwei, „Melodrama“, das Gefühl hatte, alles gesagt zu haben, zog sie sich erst einmal aus der Öffentlichkeit zurück. Stolze vier Jahre lang. Jetzt aber fühlte die Neuseeländerin, dass es da wieder ein Thema gab, mit dem sie sich gerne auseinandersetzen würde: dem Klimawandel, dem Schutz der Natur. Hauptsächlich. Der Sound? Überraschend sommerlich. Leichtfüßig. Irgendwo zwischen Indie-Folk, Psychedelia und Soft Rock. Es gibt ein paar elektronische Elemente, die Gitarre steht hier aber eindeutig im Fokus. Lagerfeuermusik im Lorde-Style. Ein Weg der Reduktion, den vor ihr ja auch schon beispielsweise Taylor Swift gegangen ist. Kein Zufall. „Das Album ist eine Feier der natürlichen Welt. Ein Versuch, die tiefen, transzendenten Gefühle zu verewigen, die ich habe, wenn ich draußen bin”, so Lorde im Apple Music. Die beinahe erdige Musik spiegelt diesen Ansatz wider. Das ist nicht ganz so innovativ, wie man es von Lordes früheren Arbeiten gewohnt ist, aber durchaus gefällig. Und passt auch zur derzeitigen Laune ihres Produzenten Jack Antonoff.

Lorde will kein „saviour“ sein

Zu den Glanzlichtern der Platte gehören dabei der Opener „The Path“, in dem sich Lorde mit ihrem lästigen Celebrity Fame auseinandersetzt. „Born in the year of OxyContin/Raised in the tall grass/Teen millionaire having nightmares from the camera flash“; singt sie da etwa. Und erteilt allen Versuchen, sie auf ein Podest zu stellen, eine Absage: „Now if you’re looking for a savior/Well that’s not me/You need someone to take your pain for you?/Well, that’s not me/ ‚Cause we’re all broken and sad.“ Auch die folkige Ballade „Solar Power“ oder „Fallen Fruit“ bleibt haften. Und in dem ebenfalls gelungenen „Mood Ring“ nimmt sie gekonnt die Neo-Hippie-Esoterik aufs Korn. Leider müssen diese Nummern auch zwischen ein paar Füllern freigeschaufelt werden.

Fun fact: Das freizügige Cover, auf dem Lorde am Strand über eine Kamera steigt, wurde in manchen Ländern zensiert. Die Upskirt-Perspektive war den Sittenwächtern in Japan, China und auch in einigen arabischen Ländern dann doch zu viel. Übrigens: Auf CD wird das Album nicht erscheinen. Der Umwelt zuliebe.

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