Wanda (foto: wolfgang seehofer/universal music)

Live: Wanda in Mannheim

Fluppe, Dosenbier und Lederjacke: Wanda haben im Rahmen ihrer „Ciao“-Tour am Mittwoch im Mannheimer Rosengarten Station und eine gute Figur gemacht. Ausverkauft war die Show aber nicht.

Man könnte ja meinen, Wanda hätten Mannheim vielleicht nicht in allerbester Erinnerung. Gab es doch da diesen einen denkwürdigen Vorfall im Maimarktclub im Jahr 2017. Mitten im Auftritt, der Song „Meine beiden Schwestern“ klang gerade langsam aus,  ist Sänger Michael Marco Fitzthum  (alias Marco Michael Wanda) damals kollabiert. Der Grund: ein heftiger Stromschlag. Das Konzert musste damals abgebrochen, der Frontmann ambulant behandelt werden. Keine guten Erinnerungen also. 

Ein Mannheim-Trauma scheint bei der Band aber durch dieses Vorkommnis nicht entstanden zu sein. Im Gegenteil. Die Österreicher zeigten sich im Mozartsaal des Rosengartens in bester Spiellaune – obwohl die Hütte nicht ansatzweise ausverkauft war. Aber: Das machte der Kapelle offenbar nix aus. Immer wieder hielt Frontmann Wanda inne, schüttelte den Kopf. „Geil“, entfuhr es ihm ein ums andere Mal. Mit Recht.

Erfrischend old-school

Auch wenn Wanda erst seit acht Jahren existieren, so wirken sie in ihrem Gestus, ihrem Habitus doch wie ein Relikt aus einer anderen, längst vergangenen Zeit. Ja, das, was Wanda da auf die Bühne bringen, ist ziemlich old-school. Das liegt nicht nur am Stil der Musik, diesem längst totgesagten breitbeinigen Austro-Schrammel-Rock, sondern auch an der Attitüde der Jungs. Diesem Machismo, der fast mit Händen zu greifen ist. Diesem Pathos. Dieser Liebe zum Exzess, zu Fluppe, Schweiß und Dosenbier.

Inhaltlich geht es bei den Jungs kernig bis zynisch zu. Politisch sind die Jungs dabei aber kaum – und sie wollen es auch nicht sein. „Ich glaube nicht, dass wir in einen politischen Diskurs einsteigen werden. Unsere Grundhaltung dürfte bekannt sein: streng gegen Fremdenhass, Frauenhass und Sexismus generell. Aber ich kann nicht in einer 3:30 Minuten langen Hitsingle die Welt umkrempeln“, sagte Sänger Marco Wanda mal. So konzentriert man sich vornehmlich auf die Liebe in all ihren Facetten. Amore, Baby.

Und warum auch nicht? Wanda machen Spaß. Und wer bei Songs wie „Bologna“, „Mona Lisa der Lobau“ oder „0043“ nicht mitsingt, hat das Leben eh nie geliebt.

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