Once Upon A Time In Hollywood (foto: sony pictures entertainment)

Kino: Once Upon A Time … In Hollywood

Erscheinungsdatum
August 15, 2019
Verleih
Sony Pictures Entertainment
Heimkinostart
19.12.2019
Unsere Wertung
9
Ein Meisterwerk.
9
Ein Meisterwerk.

In seinem möglicherweise vorletzten Film erinnert Kult-Regisseur Quentin Tarantino an Hollywoods goldenes Zeitalter. „Once Upon A Time … In Hollywood“, eine Mischung an 60er-Jahre-Reminiszenz und typischem Tarantino, ist soeben in den deutschen Kinos angelaufen.

Los Angeles, im Jahr 1969. Alles ist im Umbruch. Natürlich auch die Unterhaltungsindustrie. Der alternde TV-Star Rick Dalton (Leonardo DiCaprio), der in den 1950er Jahren mit der Western-Serie „Bounty Law“ Erfolge feierte, droht, ein Opfer dieses kulturellen Wandels zu werden. Das bleibt ihm selbst auch nicht verborgen. Mittlerweile kriegt er in Gastrollen, die ihm im Fernsehen angeboten werden, vom jeweiligen Hauptdarsteller nur noch auf die Nüsse, darf selbst nicht glänzen. Sein Leid klagt er seinem langjährigen Stunt-Double Cliff Booth (Brad Pitt). Ein Kriegsveteran, der mit seinem Hund in einem Trailer lebt – und angeblich irgendwann mal seine Frau umgebracht haben soll.

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Zur gleichen Zeit ziehen die junge Schauspielerin Sharon Tate (Margot Robbie) und der erfolgreiche Regisseur Roman Polanski (Rafał Zawierucha) in Daltons Nachbarhaus am Cielo Drive ein. Ihr Leben läuft perfekt, sie sind die neuen großen Stars am Hollywood-Firmament. Doch eines Tages steht ein junger Mann namens Charles Manson (Damon Herriman) vor der Tür …

Tarantinos Hommage ans Hollywood vergangener Tage

„Once Upon A Time“ bedeutet übersetzt so viel wie „Es war einmal …“. Klar, dieser Märchenbezug im Titel ist natürlich nicht zufällig gewählt. Tarantinos dreistündige Hollywood-Erzählung ist eben genau das: ein Märchen. Ein Märchen, das wahre Begebenheiten als Ausgangspunkt nimmt, sie aber neu arrangiert. Wie weit Tarantino, der natürlich auch das Drehbuch zu „Once Upon A Time …“ verfasste, dabei geht, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Erwartet das Unerwartete.

Was wir verraten können: DiCaprio und Pitt liefern in diesem Streifen wahre Glanzleistungen ab. Die Szenen etwa, in denen sich DiCaprios Dalton in existenzieller Krise befindet, seine Cowboy-Texte auf der Luftmatratze im Pool lernt oder er sich von einer achtjährigen Nachwuchsschauspielerin verunsichert das Schauspiel-Handwerk erklären lässt – das ist ganz großes Kino! Auch Pitt hat viele starke Szenen. Er gibt hier den lässigen Hollywood-Haudegen alter Schule, der sich eine Prügelei mit Bruce Lee (Mike Moh) liefern und diese sogar für sich entscheiden darf. Die Szene, in der er die Spahn-Ranch der Manson-Familie unter die Lupe nimmt, gehört zu den spannendsten des Films.

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Das Programm im Lux-Kino

Sowohl Booth als auch Dalton stehen natürlich für das alte Hollywood. Ein Hollywood, das Tarantino spürbar vermisst, weswegen auch ein Hauch von Melancholie über den Bildschirm weht. Dem „MDR Kultur“ sagte Tarantino: „Wenn es darum geht, in einer anderen Ära in Hollywood leben zu wollen, dann würde ich in die Sechziger zurückreisen. 1963 oder 1964, als es Dino’s Lodge noch gab, das Restaurant von Dean Martin. Der Sunset Strip, die ganzen Clubs, das Lebensgefühl. Das wäre meine Zeit gewesen.“

Tarantino spielt mit den Erwartungen des Publikums

Margot Robbie macht ihre Sache ebenfalls gut, darf aber eigentlich nur als Projektionsfläche dienen. Ihre Rolle ist ungeheuer textarm, sie schwebt mit ihrer schillernden, dennoch lieblichen Aura einfach wie eine goldene Fee durch den Film. Die Anwesenheit der Manson-Familie sorgt dabei natürlich für die unheimliche Atmosphäre in diesem Film. Sie wirkt wie der weiße Hai in „Jaws“: Lange passiert nichts, als Zuschauer lebt man aber – das Wissen um den Mord an der schwangeren Sharon Tate im Hinterkopf – mit der Gewissheit, dass jederzeit etwas Schreckliches passieren wird. Tarantino spielt hier wunderbar mit den Erwartungen des Publikums.

Etwas untypisch für Tarantino: Die langsame Erzählweise. Es dauert, bis der Film in Fahrt kommt, die erste Hälfte geht fast nur für Charakterzeichnung und der gelungenen, visuellen Glorifizierung des Los Angeles der sechziger Jahre drauf. Erst in Hälfte zwei lässt sich Tarantino dann selbst von der Kette – Fußfetisch und Gewaltorgie inklusive. Selbstredend, dass Score und Soundtrack auch hier wieder bombastisch sind.

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