John Lennon - John Lennon/Plastic Ono Band (foto: Capitol/UMe)

John Lennon – John Lennon/Plastic Ono Band: The Ultimate Collection

Erscheinungsdatum
April 23, 2021
Label
Capitol/UMe
Unsere Wertung
8.5
Anspieltipps
Mother
Working Class Hero
Isolation
8.5
Ein Klassiker.
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„John Lennon/Plastic Ono Band“ gilt als das vielleicht beste Soloalbum, das John Lennon je aufgenommen hat. Dieser Tage feiern seine Witwe Yoko Ono und Capitol/UMe das 50-jährige Jubiläum des Meisterwerks mit einem 8-Disc Super Deluxe Boxset: „John Lennon/Plastic Ono Band – The Ultimate Collection“.

Nach dem Ende der Beatles stand für John Lennon und Yoko Ono erst einmal eine Psychotherapie an. Die beiden begaben sich dafür in die Hände des US-amerikanischen Psychologen Arthur Janov. Er unterzog die Eheleute einer von ihm entwickelten Primärtherapie. Die fußt auf der Annahme, dass frühkindliche traumatische Erfahrungen die Entwicklung und das spätere Leben von Menschen nachhaltig negativ beeinflussen können. Durch ein Wiedererleben dieser Erlebnisse sollen diese negativen Auswirkungen gemildert werden. Über Sinn und Zweck sollen Experten diskutieren, wissenschaftlich ist diese Methode nicht anerkannt. Aber diese Phase, in der Lennon sich mit seinen Gefühlen auseinandersetzen musste, hat zumindest die  Arbeit an seinem Solo-Debüt beeinflusst.

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Der Veröffentlichung von „John Lennon/Plastic Ono Band“ am 11. Dezember 1970 waren nach der Trennung der Beatles schon drei Hitsingles vorausgegangen: “Give Peace A Chance”, “Cold Turkey” und “Instant Karma! (We All Shine On)”, die alle 1969 herauskamen; außerdem drei Avantgarde-Aufnahmen mit Yoko („Two Virgins“, „Life With The Lions“ und „Wedding Album“) sowie das Livekonzertalbum „Live Peace In Toronto 1969“, aufgenommen mit der sich stets verändernden Plastic Ono Band, in der bei diesem legendären Auftritt Eric Clapton, Klaus Voorman und Alan White spielten. 

Großes Interesse am Lennon-Erstling

Natürlich war das Interesse an Lennons erstem Solo-Longplayer gewaltig. Aber der eine oder andere Fan der ersten Stunde fühlte sich sicherlich vor den Kopf gestoßen. Verschwunden war die blumige Instrumentierung und die Psychedelia von „Sgt. Pepper’s“ oder der schwungvolle Rocksound und die abstrakt poetischen Texte wie auf dem letzten Beatles-Album „Let It Be“. Stattdessen: tiefemotionale, hintergründige, autobiografische Songs über das Gefühl, von Mutter und Vater verstoßen zu werden. Über die Einsamkeit des Ruhmes, seine Liebe zu Yoko und das Ende der kulturellen Revolution. Begleitet von einer einfachen, sparsamen Instrumentierung und einer minimalistischen Produktion, kehrt Lennons hier sein Innerstes nach außen. Zur Hand ging ihm dabei die minimalistisch besetzte Plastic Ono Band – mit Ringo Starr am Schlagzeug, Klaus Voorman am Bass und dem Produzenten Phil Spector.

Ein Album voller Perlen

Nein, eine große Hitsingle gebar das Machwerk nicht. Und doch ist es ein Album voller Perlen. Voller Intimität. Am eindrücklichsten: „Mother“, mit dem eindringlichen Klang der Beerdigungsglocken und dem emotionalen Wehklagen. Der politische Revolutionssong „Working Class Hero“, der wie ein alter englischer Folk-Song daherkommt und bei dem sich Lennon durchaus ein bisschen was bei Bob Dylan abgeschaut hat. Oder die hoch emotionale Piano-Blues-Nummer „Isolation“ über das Gefühl der Einsamkeit, das man als Superstar entwickelt.

Am Ende erreichte das Album die Top 10 in den USA und in Großbritannien. 

Die Collection

Die Ultimate Collection holt den Zuhörer direkt ins Studio, wo er die Aufnahmen, die 1970 in den EMI Studios 2 & 3 in der Abbey Road stattfanden, genau nachverfolgen kann. Auch Lennons nach dem Ende der Beatles entstandene Singles “Give Peace A Chance”, “Cold Turkey” und “Instant Karma! (We All Shine On)” werden hier nochmal präsentiert. Von der ersten Idee bis zum finalen Master zeigen unveröffentlichte und rare Demos, Proben, Outtakes, Jams und Gespräche im Studio den Entstehungsweg dieser Songs. Insgesamt enthält das Set 35 bisher unveröffentlichte Demos und Outtakes. 

Auf sechs CDs und zwei Blu-rays enthält diese Song-Sammlung insgesamt 159 Tracks, also elf Stunden Musik; dazu kommen zwei Postkarten (“Who Are The Plastic Ono Band?” und “You Are The Plastic Ono Band”), ein “War Is Over!”-Poster und ein umfangreiches, 132 Seiten starkes Hardcoverbuch mit Songtexten, seltenen Fotos, Memorabilia und ausführlichen Notizen. Es erzählt die Geschichte hinter jedem einzelnen Song und beschreibt den Entstehungsprozess des Albums anhand älterer und brandneuer Interviews in den Worten von John & Yoko und von einigen anderen Beteiligten.  

Das sagt Yoko Ono

Im Vorwort schreibt Yoko: “Was John und ich an den Alben mit der Plastic Ono Band besonders mochten, war, dass wir der Welt damit eine ungeschönte, grundlegende und absolut aufrichtige Realität anboten. Wir beeinflussten andere Künstler, machten ihnen Mut und machten eine diese Kombination aus Verletzlichkeit und Stärke, die zu der Zeit in der Gesellschaft nicht auf viel Verständnis stieß, zu etwas, auf das man stolz sein konnte. Für einen Beatle war es geradezu revolutionär, zu sagen: ‘Schaut, ich bin ein Mensch, ich bin echt’. Das hat John eine Menge Überwindung gekostet.” 

Zusätzlich in der Sammlung enthalten ist die komplette Session zu Yoko Onos parallel erschienenem „Yoko Ono/Plastic Ono Band“, mit den ungeschnittenen Songs in voller Länge und Originalgeschwindigkeit, sowie drei unveröffentlichten Improvisationen. 

Natürlich ist die Collection aber in diversen Konfigurationen und Formaten erhältlich.

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