Jörg Böckem und Henrik Jungaberle - High sein (foto: Junius Verlag)

Jörg Böckem & Henrik Jungaberle – High sein

Erscheinungsdatum
März 2, 2026
Verlag
Junius Verlag
Unsere Wertung
0

Ein Aufklärungsbuch zum Thema „Drogen“, das die Realität anerkennt und mit ihr umgehen will: In „High sein“ verbinden der Autor Jörg Böckem und Dr. Henrik Jungaberle Erfahrungsberichte mit Wissenschaft. Ihr Ziel: nicht bevormunden, sondern aufklären.

Jörg Böckem ist einer, dem das Talent nur so aus den Ohren fließt. Ein unheimlich versierter Schreiber, ein Journalist, der für die renommiertesten deutschen Zeitungen und Magazine schreibt. Was dort niemand ahnt: Er führt ein Doppelleben, das sich immer schlechter verstecken lässt. Jörg ist ein Junkie. Schon im zarten Alter von 14 Jahren hat der aus der nordrhein-westfälischen Kleinstadt Erkelenz sich im Rausch der Drogen verloren, probiert alles aus, was er in die Finger bekommt. Haschisch, LSD, Amphetamine, Kokain und Heroin. Mit 19 bringt ihn seine Heroinsucht zum ersten Mal ins Gefängnis, mit 33 versucht der Journalist nach einer Überdosis, seine Freundin zu erwürgen.

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Festgehalten hat Böckem das alles in seinem Tatsachenroman „Lass mich die Nacht überleben“ (2004), ein schonungsloses Werk, in dem der Autor sein jahrelanges Schweigen bricht und eindringlich von seinem Leben als Journalist und Junkie erzählt: von Verzückung und Verzweiflung, Haft und Hepatitis, Partys und Porno-Dreh, Karriere und Koma, Abstinenz und Absturz.

2001 die Kurve bekommen

Zum Glück hatte er da die Kurve schon gekriegt, seit 2001 konsumiert Böckem nach eigenen Angaben keine Drogen mehr. Er ist seither stark in der Prävention aktiv, hält Lesungen und Vorträge an Schulen und Universitäten sowie in Gefängnissen und Suchthilfe-Einrichtungen.

Nun legt er in Zusammenarbeit mit Dr. Henrik Jungaberle, der am Universitätsklinikum Heidelberg zum nachhaltigen Umgang mit psychoaktiven Substanzen im Alltag und in der Psychotherapie forscht, mit „High sein“ ein neues Buch vor. Kein Roman, sondern eine Art Aufklärungsbuch. Eines, das den Konsum von Drogen nicht verteufeln oder beschönigen will, sondern die Realität des Konsums in der Gesellschaft anerkennt und mit ihr umgehen möchte. Die Idee: Je mehr man über Drogen wisse, desto besser können man mit ihnen umgehen und Schäden vermeiden.

Nicht verteufeln, sondern aufklären

„High Sein – Ein Aufklärungsbuch“ verbindet dabei Erfahrungsberichte von jungen Konsumierenden mit wissenschaftlichen Informationen über Wirkungen, Nebenwirkungen und Risiken unterschiedlicher Substanzen und aktuelle Forschungsergebnisse mit konkreten Tipps zu Prävention, Harmreduktion, Safer Use und Erster Hilfe.

So ist „High sein“ Handbuch für alle, die sich ein umfassendes Bild von psychoaktiven Substanzen, von Rausch und Abhängigkeit, von integrierten und risikohaften Konsumformen machen wollen. Dennoch gilt: Am besten man lässt die Finger ganz von dem Zeug.

Lesezeichen

Jörg Böckem & Henrik Jungaberle, „High sein“, Hamburg 2026, 320 Seiten, 24 Euro.

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