Hell House LLC (foto: Leonine Studios)

Hell House LLC – The Complete Collection

Erscheinungsdatum
Oktober 23, 2026
Verleih
Leonine Studios
Unsere Wertung
5

2015 gab Drehbuchautor und Regisseur Stephen Cognetti mit „Hell House LLC“ den Startschuss einer neuen Horrorfilm-Reihe, die beklemmenden Found-Footage-Realismus mit purem Schockmoment-Horror verbindet. 2025 wurde das Franchise beendet. Über insgesamt fünf Filme wurde eine zusammenhängende, epische Alptraum-Saga rund um ein verfluchtes Hotel, einen mysteriösen Kult und gruselige Clowns erzählt. Nun liegen alle Teile in der Box „Hell House LLC – The Complete Collection“ fürs Heimkino vor.

Hell House LLC

Im „Hell House“, einem Entertainment-Angebot, in der (fiktiven) Stadt Abaddon in Upstate New York ereignet sich eine Tragödie. 15 Menschen kommen am Eröffnungstag ums Leben, der offizielle Grund: eine kaum erklärbare, technische Fehlfunktion. Ein Filmteam, das fünf Jahre später eine Doku zu dem Vorfall drehen möchte, setzt sich mit Sara, der einzigen Überlebenden des Vorfalls in Verbindungen: Sara Havel (Ryan Jennifer Jones). Diese stellt dem Team ihr Videotagebuch zur Verfügung, das zeigt, wie es zur Katastrophe gekommen ist – und offenbart, dass das ehemalige Hotel, in dem die Attraktion „Hell House“ aufgebaut wurde, wohl verflucht ist.

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Horror im Found-Footage-Stil: Da ist natürlich „Blair Witch Project“ immer die Messlatte. An den berühmten Vorgänger reicht „Hell House LLC“ zwar nicht ran, dennoch macht der erste Teil des Indie-Franchises einen gelungenen Eindruck. Die Atmosphäre ist gruselig, die Performance der Schauspieler ausreichend glaubwürdig. Leider krankt es am Pacing – und auch das Horrorfilm-Stereotyp, Figuren die unmöglichsten Entscheidungen treffen zu lassen, wird hier voll ausgelebt. Spannend, dass die Creepiness auch ohne allzu viel Blut auskommt.

Wertung: 6

Hell House LLC II: The Abaddon Hotel

Immer noch scheinen viele Geheimnisse ungelüftet, immer noch gibt es so viele unbeantwortete Fragen, was sich da vor Jahren im „Hell House“ zugetragen hat. Die Journalistin Jessica Fox (Jillian Guerts) will Antworten auf eben diese Fragen finden. Sie plant eine Expedition ins „Hell House“, kontaktiert zu diesem Zweck den einzigen Überlebenden aus dem ersten Teil (hier spoilern wir mal nicht) und schart ein ganzes Team um sich herum. Schnell wird klar, dass es keine gute Idee war, zurück in das verlassene Hotel zu kehren. Denn kurz nach der Ankunft des Teams geschehen schreckliche Dinge.

Atmosphäre und Grusel-Faktor sind auch im zweiten Teil der „Hell House“-Reihe stimmig. Leider ist die Leistung der Schauspieler-Crew nicht so überzeugend wie im ersten Teil, der im Großen und Ganzen dem ersten auch zu ähnlich ist. Da hat man leider eher auf Wiederholung denn auf Weiterentwicklung gesetzt.

Wertung: 5

Hell House LLC III: Lake of Fire

Das baufällige Abaddon Hotel, der Ort des Schreckens aus den ersten beiden „Hell House LLC“-Teilen, soll abgerissen werden. Das schreckliche Ereignis, bei dem 15 Menschen starben, ist mittlerweile neun Jahre her. Doch am Ende funkt der Milliardär Russell Wynn (Gabriel Chytry) dazwischen und kauft das Gebäude. Er will dort eine immersive Live-Show ins Leben rufen. TV-Moderatorin Vanessa Shepherd (Elizabeth Vermilyea) soll die Vorbereitungen mit ihrem Team dokumentieren. Auch Schauspieler und Crew werden mit Kameras ausgestattet. Plötzlich passieren unheimliche Dinge – und Russell ist daran nicht unbeteiligt.

Mit „Lake of Fire“ kann das „Hell House LLC“-Franchise das Niveau leider nicht halten. Alles wirkt überhastet und zusammengeschustert, fast so, als wollte man eben noch schnell einen dritten Teil nachschieben, um die Kuh zu melken, solange sie Milch gibt. Und leider nicht so, als wäre das ganze Projekt von Beginn an auf eine Trilogie angelegt gewesen. Auch der Grusel kommt im Vergleich zu den Vorgängern zu kurz. Immerhin bindet der dritte Teil die Story auch wirklich ab, die Macher haben sich bemüht, ein paar loose ends hier zusammenzuführen.

Wertung: 4,5

Hell House LLC Origins: The Carmichael Manor

Im Jahr 2021 reist die True-Crime-Bloggerin und Kriminalermittlerin Margot (Bridget Rose Perrotta) zusammen mit ihrer Partnerin Rebecca (Destiny Leilani Brown) und ihrem Bruder Chase (James Liddell) zum abgelegenen Anwesen der Familie Carmichael in Rockland County, New York. Ihre Mission: Informationen zu dem ungelösten, brutalen Verbrechen an der Familie Carmichael aus dem Jahr 1989 zu finden. Das Team plant, fünf Nächte im Haus zu verbringen. Natürlich: keine gute Idee.

„Hell House LLC Origins: The Carmichael Manor“ funktioniert gleichzeitig als Prequel zu Teil eins, aber auch als Sequel zu Teil zwei und drei. Mit diesem vierten Teil kehrt das Franchise zu seiner guten Form der ersten beiden Teile zurück. Wieder ist der Grusel da, diese Beklemmung, die in „Lake of Fire“ vermisst wurde. Dass man sich nicht nur aufs stumpfe Wiederholen verlässt, sondern die Mythologie um das Abaddon Hotel erweitert, macht Laune.

Wertung: 6

Hell House LLC: Lineage

Wiedersehen mit Vanessa Shepherd (Elizabeth Vermilyea) aus dem dritten Teil. Die frühere TV-Moderatorin hat umgesattelt und betreibt eine Bar. Sie ist immer noch psychisch belastet durch das Trauma, das sie erlebt hat. Es zieht sie aber zurück an den Ort des Bösen, weil sie herausfindet, dass ihre eigene Herkunft eng mit der Geschichte des Hauses verknüpft ist.

Parallel dazu versucht eine Ermittlerin zusammen mit einem Priester dem Spuk und dem berüchtigten Tully-Kult mithilfe eines Exorzismus endgültig Einhalt zu gebieten.

Stilbruch: Mit „Hell House LLC: Lineage“ verabschiedet sich das Franchise vom Found-Footage-Ansatz und kommt stattdessen als klassischer Horrorfilm. Leider fällt der Streifen aber auch inhaltlich aus der Reihe – und zwar im negativen Sinne. Der fünfte Teil der Marke ist leider auch der schwächste. Es wird viel zu viel erklärt, das Ganze ist viel zu überladen – das ist zwar ein löblicher Ansatz, geht aber in der Ausführung zu Lasten der Mystik. Der ständige Wechsel der zeitlichen Ebenen verwirrt. Und Hauptfigur Vanessa connectet einfach nicht.

Wertung: 4

5
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