Wallis Bird (foto: Tobias Ortmann)

„Hands“: Wallis Bird kündigt neues Album an

Die in Berlin lebende irische Singer-Songwriterin Wallis Bird kündigt für den 27. Mai ihr neues Album „Hands“ an. Bereits jetzt ist als erster Vorbote die Single „What’s Wrong With Changing?“ samt Musikvideo erschienen.

Wer ein Album von Wallis Bird hört, bekommt immer auch einen Blick in ihr Leben, ihre Seele, die Gefühle und Gedanken. Das ist auch auf ihrem siebten Studioalbum „Hands“ so. Darauf sind, wie sie selber sagt: Neuneinhalb Songs für neuneinhalb Finger. Dazu muss man wissen: Wallis Bird spielt Gitarre seit sie ein Kind ist. Und hatte damals, als Linkshänderin, einen Unfall mit einem Rasenmäher. Sie verlor alle Finger der linken Hand, von denen vier wieder angenäht werden konnten. Trotzdem musste sie sich das Gitarrenspielen völlig neu und auf eigene Weise drauf schaffen. Die Bedeutung dieses Satzes kann man wahrhaftig sehen: Zum Beispiel wenn man Wallis auf der Bühne erlebt, wie sie ihre Rechtshänder-Gitarre quasi verkehrt-herum spielt und damit auch musikalisch eine sehr eigene Note in ihre leidenschaftliches Spiel bringt.

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„‚Hands‘ ist schon als Wort unfassbar stark“

Eine Geschichte, die direkt zum Titel der Platte führt, wie sie erklärt: „‚Hands‘ ist schon als Wort unfassbar stark. Weil Hände Sicherheit vermitteln, aber auch Gewalt zufügen können. Hände ermöglichen Sinneswahrnehmungen, die mit zu den schönsten gehören, die man erleben kann, zum Beispiel, wenn man einem geliebten Menschen durch die Haare streicht. Zum ersten Mal Dinge bei der Produktion aus der Hand gegeben zu haben – das ist eine weitere Bedeutungsebene, die erst Wochen später zu mir kam.“ Daran ist wiederum Produzent und Musiker Philipp Milner „schuld“, der mit seiner Schwester Eva das Duo Hundreds bildet. Wallis Bird besuchte Philipp Milner in seinem Studio im Wendland, wohnte zu Beginn für eine Woche bei ihm und seiner Familie und begann mit der Arbeit an dem, was später „Hands“ werden sollte.

War „Home“ aus 2016 noch die intime Bestandsaufnahme ihrer großen Liebe, bei der man Wallis‘ mit ihrer Partnerin Tracey in einer innigen Umarmung auf dem Cover sieht, folgte im Jahr vor der Pandemie die kämpferische, persönlich-politische Platte „WOMAN“. Dafür öffnete Wallis Bird die eigens beschriftete Genre-Schublade „Solk“ – ein Amalgam aus Soul und Folk. So einen catchy Aufhänger wird man für „Hands“ diesmal nicht finden. Dafür ist zu viel Bewegung in diesen Liedern, zu viel Experimentierfreude, sind zu viele Synths, Beats und Geräusche an Bord, bei denen man sich fragt: Hatte ich so was bei Wallis Bird schon mal gehört? Die erste Single „What’s Wrong With Changing?“ ist deshalb eine gute Wahl. Sie prescht voran mit dunklen Synths, einem wuchtigen Drumbeat und einer Wallis Bird, die sich mal eben ein paar Raps aus dem Ärmel schüttelt.

„Hands“ von Wallis Bird ist wieder eines dieser sehr eigenen, sehr persönlichen, schon wieder neue Facetten zeigenden Alben, die diese Künstlerin in schöner Regelmäßigkeit in die Welt schickt. Eine persönliche Angelegenheit, aus der man unter anderem – wie immer bei Wallis Bird – viele kluge Gedanken über das Leben, die Liebe, die Politik, das Universum und den ganzen Rest ziehen kann.

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