George Harrison - All Things Must Pass (foto: universal music)

George Harrison – All Things Must Pass (50th Anniversary)

Erscheinungsdatum
August 6, 2021
Label
Universal Music
Unsere Wertung
9
Anspieltipps
My Sweet Lord
Isn't It A Pity
What Is Life
Run Of The Mill
9
Ein Klassiker.
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„All Things Must Pass“, George Harrisons erste Solo-Platte nach dem Ende der Beatles, war auch ein Statement. Eine Emanzipation. Zum 50. Geburtstag des Klassikers erscheint das Werk als erweiterte Jubiläumsedition in diversen Deluxe-Konfigurationen.

George Harrison war ein begnadeter Songwriter. Gemessen an seinem Talent ist der Gute im Song-Katalog der Fab Four aber doch ziemlich unterrepräsentiert. Am Gespann Lennon/McCartney war kaum ein Vorbeikommen. Immer wieder wurden Harrisons Lieder abgelehnt, wenn es um neue Beatles-Veröffentlichung ging. Und das obwohl Harrisons Songwriting-Skills seinerzeit selbst von Bob Dylan nachgefragt wurden. Einem, der ja eigentlich weiß, wie man gekonnt Strophe an Strophe lötet.

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Das Ende der Beatles im Jahr 1970 – für Harrison war es die große Chance, als Künstler aus dem langen Schatten der dominanten Kollegen zu treten. Wenige Wochen nach der Auflösung der Band machte sich Harrison denn auch direkt ans Werk. Hochmotiviert nahm er „All Things Must Pass“ auf, das er noch im selben Jahr veröffentlichte. Gemeinsam mit Produzent Phil Spector – und der Unterstützung namhafter Kollegen wie Eric Clapton, Peter Frampton, Klaus Voorman, Badfinger oder Ringo Starr – gelang ihm ein Album für die Ewigkeit. 23 großartige Songs, die von der großen Spiel- und Experimentierfreude zeugen, mit der Harrison hier ans Werk ging. Ein Befreiungsschlag. Eine Katharsis. 

Mix verschiedener Einflüsse und Stile

So verbindet „All Things Must Pass“ sehr viele Ideen, Einflüsse, Styles und Genres. Harrison tobt sich aus, von Rock & Roll und Country über Gospel, Blues, Pop und Folk bis hin zu R&B, traditioneller Musik aus Indien und kirchlichen Anklängen. Er hatte an dem Punkt der Aufnahmen schon rund fünf Jahre lang Material gesammelt. Unter anderem auch Stücke wie „Isn’t It A Pity“ und den Titelsong, die er mit den Beatles einstudiert hatte, ohne sie mit ihnen aufzunehmen. Auch seinen Frust über die finale Beatles-Phase bringt er gelegentlich zum Ausdruck. Man denke etwa an „Wah-Wah“, das dramatische „Beware of Darkness“ oder auch „Run Of The Mill“, das George und Olivia Harrison zu ihren absoluten Lieblingstiteln zählten. 

„What Is Life“, auf dem Harrison überraschend ausgelassen klingt, hatte er schon 1969 geschrieben, als er gerade Billy Prestons Solodebüt für Apple Records produzierte. Das Stück hatte er dann aber fürs eigene Album im Folgejahr beiseite gelegt. Auch seine Freundschaft mit Bob Dylan führte zu zwei Songs. „I’d Have You Anytime“ schrieb Harrison zusammen mit Buddy Bob, während „If Not For You“ eine damals noch unveröffentlichte Komposition des US-Amerikaners ist. Auf der Super Deluxe Edition von „All Things Must Pass“ sind obendrein unveröffentlichte Demoaufnahmen beider Stücke vertreten, wie auch von „Nowhere To Go“ und „I Don’t Want To Do It“ – einer weiteren Dylan-Komposition, die George 1985 für einen Soundtrack aufnahm. Dylan selbst hat die Nummer nie aufgenommen. 

Der Überhit des Albums, das übrigens das erste Triple-Album der Musikgeschichte war (auch das ein Fingerzeig an die Kollegen): „My Sweet Lord“, die erste Solo-Nummer eins (sowohl in den USA als auch im UK) eines Beatle, von Harrison zu Ehren des Hindu-Gotts Krishna geschrieben. Gleichzeitig ist es das wohl berühmteste Plagiat der Pop-Geschichte. Harrison hatte sich hier offenbar bei einem Song der Chiffons bedient.

Harrisons großer Wunsch wird erfüllt

Für die 2001er Remaster-Edition zum 30. Jubiläum sagte Harrison, kurz vor seinem Tod: „Ich liebe die Songs auf diesem Album noch immer, und ich glaube, sie werden trotz des Klangbilds der Originalaufnahmen weiterleben. Allerdings war es schwierig, der Verlockung zu widerstehen, jeden einzelnen Song neu abzumischen. Ich würde nämlich nach all den Jahren gerne einige dieser Stücke von der gewaltigen Produktion befreien, die sich damals so passend und richtig angefühlt hat.“

Zwei Jahrzehnte nach der letzten Jubiläumsedition, an der Harrison kurz vor seinem Tod noch selbst gebastelt hatte, kümmerte sich nun die Familie darum, dass „All Things Must Pass“ komplett neu von den Originaltapes abgemischt wurde. Somit geht Georges damaliger Wunsch mit der neuen Edition in Erfüllung. Unter der Aufsicht von Executive Producer Dhani Harrison und dem Produzenten David Zonshine, war der dreifache Grammy-Gewinner Paul Hicks als Toningenieur daran beteiligt, diesem Meilenstein endlich zu neuem Glanz zu verhelfen.

Die Jubiläumseditionen von „All Things Must Pass“ erscheint in einer Vielzahl von Formaten und Konfigurationen. Auch dabei sind 26 nie offiziell veröffentlichte Songs. Und ein paar Stücke, die es hinterher nicht aufs Album schaffen sollten. Dazu zählen etwa „Cosmic Empire“, „Going Down To Golders Green“, „Dehra Dun“, „Sour Milk Sea“ und „Mother Divine“.

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