Erasure – World Be Live

Erasure - World Be Live (foto: mute)

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6 Mute / Rough Trade
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Erasure bekommen gar nicht genug von ihrem Album “World Be Gone”. Nach der Remix-Platte “World Beyond” hauen Andy Bell und Vince Clarke nun auch eine Live-Platte dazu raus und machen die LP-Trilogie so komplett. Das 24 Tracks umfassende Machwerk ist soeben via Mute/PIAS erschienen. 

Wir erinnern uns: Mit “World Be Gone” zeigten sich die britischen Synthie-Popper, die mit ihren Songs den Pop der achtziger und neunziger Jahre maßgeblich mitprägten, von ihrer besten Seite. Die beiden gaben sich sogar so politisch und gesellschaftskritisch wie lange nicht. Logisch, dass die Briten mit dem Ding denn auch auf Tournee gingen. “World Be Live” wurde schließlich zum Abschluss der ausverkauften UK-Tour im Rahmen zweier Shows im Eventim Apolo in Hammersmith im Februar 2018 aufgenommen. 

Die Songs der neuen Platte funktionieren auch live. Zumindest im Großen und Ganzen. Die Melancholie des Titeltracks “World Be Gone”, der Themen wie Nostalgie und Verlust verhandelt, überträgt sich vom Studio auf die Bühne. Auch die süße Schwermut von “Sweet Summer Loving”, in dem Andy Bell den Tod seines Partners und das Finden einer neuen Liebe verarbeitet, überträgt sich live auf den Hörer. Etwas überhastet wirkt hingegen in der Live-Version nur das auf der Platte so kitschige, aber überaus radiotaugliche “Love You To The Sky”. Schade, dass bockstarke Titel wie “Still It’s Not Over” oder “Lousy Sum Of Nothing” komplett fehlen.

Stattdessen gehen Bell und Clarke auf Nummer sicher und packen ein paar alte Straßenfeger auf die Platte. Songs aus allen Schaffensphasen der Band. Hits wie “Sometimes”, “Always”, “A Little Respect” oder “Stop”, immer noch gut, keine Frage, spielen Erasure hier ohne allzu große Überraschungen recht routiniert runter. Kann man sich geben, hat man aber ehrlicherweise auch schon leidenschaftlicher von dem Duo gehört. Schöner wäre da dann doch gewesen, man hätte sich vornehmlich und konsequent auf das neue Album konzentriert.

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Fazit: Nicht herausragend, aber macht trotzdem Laune.

Anspieltipps: World Be Live, Sweet Summer Loving, Stop

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