Eminem - Music To Be Murdered By (foto: interscope records)

Eminem – Music To Be Murdered By

Erscheinungsdatum
Januar 17, 2020
Label
Interscope Records
Unsere Wertung
7
Anspieltipps
Darkness
Those Kinda Nights
Never Love Again
7
Rap in seiner reinsten Form.
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Nein, es ist nicht überraschend, dass Eminem sein neues Werk „Music To Be Murdered By“ gänzlich ohne Promo und lediglich mit den auf Twitter geteilten Worten „It’s your funeral… #MusicToBeMurderedBy Out Now“ veröffentlicht hat. Schließlich hat er auch schon das bis dato letzte Album „Kamikaze“ ohne jeglichen Hinweis rausgeballert. Und doch: Wie vor zwei Jahren hat die neue Platte wieder eingeschlagen wie eine Bombe. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Schließlich ist Gewalt das vorherrschende Thema des Longplayers, der Rap in Reinform bietet. Inspiriert wurde er von Regisseur Alfred Hitchcock.

Ein Paradebeispiel dafür ist bereits die erste Single-Auskopplung „Darkness“ und das dazugehörige Video. Denn darin versetzt sich Eminem in die Rolle von Stephen Paddock, der 2017 in Las Vegas 57 Menschen erschoss, ehe er sich in seinem Hotelzimmer umbrachte. Eminems politische Message gegen Waffengewalt ist hier eindeutig. Schließlich endet das Video mit zahlreichen Ausschnitten von Nachrichtensendungen zu Massakern, gepaart mit der Frage „When will this end?“ und gefolgt von der Aufforderung, sich für eine Änderung der Waffengesetze einzusetzen.

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Viel Gewalt und einige Abrechnung

Ungerechte Gewalttaten sind ohnehin ein zentrales Thema des elften Eminem-Albums, mehrfach kommt er auf Amokläufe und Terroranschläge zu sprechen, bereits im Intro ist zu hören, wie eine Frau abgestochen wird. Mit den Worten „Bitch, if I was as half as good as I was, I’m still twice as good as you’ll ever be“ rechnet er im Intro mit all denjenigen ab, die ihn bereits für tot erklärt haben und mit denen er Beef hat. In „Unaccommodating” geht es beispielsweise um den Streit mit Rap-Kollege Machine Gun Kelly, aber auch eine Auseinandersetzung mit Tyler The Creator greift Eminem auf.

Der mittlerweile 47-Jährige blickt zudem auf seine harte Kindheit zurück. 1972 kommt er in St. Joseph (Missouri) als Marshall Bruce Mathers III auf die Welt. Er wächst bei seiner alleinerziehenden Mutter auf, die ziellos von einem Ort zum anderen zieht. Sein leiblicher Vater glänzt durch Abwesenheit, sein Stiefvater schlägt seine Mutter. In „Stepdad“ lässt er sodenn kein gutes Haar an ihm und scheint einen endgültigen Schlussstrich zu ziehen. „I, I, hate, My, my stepdad (Stepdad), So tonight I’m sayin’, ,Bye-bye stepdad’“. Eines ist klar: Die Tracks auf „Music To Be Murdered By“ dürften für einigen Gesprächsstoff sorgen. Sie sind ein gesellschaftlicher und popkultureller Rundumschlag. Eminem gegen alle.

Slim Shady macht den Hitchcock

Inspirieren ließ sich Eminem von Alfred Hitchcock. Sowohl der Titel als auch das Cover nehmen Bezug auf „Alfred Hitchcock Presents Music To Be Murdered By“. War es 1958 noch Hitchcock, der sich mit Axt und Revolver an den Schläfen aus zwei Richtungen gleichzeitig umbringen zu wollen schien, ist es diesmal Eminem, der die Waffen gegen sich selbst richtet. Mit seinem Album antwortete der legendäre Regisseur 1958 auf den Vorwurf, seine Fernsehshow „Alfred Hitchcock Presents“ könnte die Zuschauer zum Morden animieren. Hitchcocks Aussage: Wenn Sie meinen, dass Ihnen fürs Morden jetzt nur noch der richtige Horror-Soundtrack fehlt: Hier hören Sie Stimmungsmusik, die direkt auf die Halsschlagader abzielt, und Sie, wertes Publikum, dürfen sie genießen, bis der Gerichtsmediziner kommt. Hitchcock ist auf der Platte auch akustisch vertreten. So gibt es ein Hitchcock-Sample und es sind immer wieder originale Tonspuren des Regisseurs zu hören.

Geniale Rap-Skills, fade Beats

Bereits mit zehn Jahren widmet sich Eminem der Rap-Musik. Freestyle-Battles bestimmen seinen Alltag. Schnell macht er sich trotz seiner Hautfarbe in der Detroiter Hip-Hop-Szene einen Namen. Und keine Frage: In dem 20 Tracks starken Album beweist Eminem erneut, dass er wohl der einzige Weiße ist, der es raptechnisch mit afroamerikanischen Genre-Größen aufnehmen kann. Er zeigt seine Skills in allen Tempi, rappt – und singt – wie eh und je mit klarer Stimme. Aber: So gut Eminems Technik ist, so beliebig, teils eintönig und wenig variantenreich kommen die Old-School-Beats daher. Den Hörer überkommt oft das Gefühl eines Déjà-vus. Dabei hat Eminem die Platte mit keinem geringeren produziert als Rap-Legende Dr. Dre, mit dem er schon in den 90er Jahren zusammenfand. Dr. Dre nahm ihn damals gar als ersten Weißen unter Vertrag. Es folgte eine Weltkarriere. Als Rapper, Songwriter, Produzent und gar als Schauspieler („8 Mile“) feierte der Gute große Erfolge. Mehr als 246 Millionen verkaufte Tonträger und mehr als 150 Auszeichnungen, darunter ein Oscar und 15 Grammy Awards, sind der Beleg.

Rap in seiner reinsten Form

„Music To Be Murdered By“ ist Rap in seiner reinsten Form. Und das nicht nur wegen „Slim Shady“ höchstpersönlich, sondern auch aufgrund der hochkarätigen Features: Young MA, Royce da 5’9’’ & White Gold, Black Thought of The Roots, Q-Tip, Denaun, Anderson .Paak, Don Toliver, KXNG Crooked und Joell Ortiz sind am Start. Auch der im Dezember verstorbene Rapper Juice WRLD („Godzilla“) ist auf dem Album zu hören. Die Gastauftritte von Ed Sheeran („Those Kinda Nights“) und der US-amerikanischen Sängerin Skylar Grey („Leaving Heaven“), die bereits mit P. Diddy und David Guetta zusammenarbeitete, sorgen für gerne gehörte Abwechslung auf einer Platte, in die es sich durchaus lohnt, nicht mal nur schnell reinzuhören.

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