Elvis Costello & The Imposters - The Boy Named If (foto: EMI)

Elvis Costello & The Imposters – The Boy Named If

Erscheinungsdatum
Januar 14, 2022
Label
EMI
Unsere Wertung
8

Der Mann bleibt einfach unheimlich produktiv: Ein knappes Jahr nach der Veröffentlichung seines Albums „Hey Clockface“ präsentiert Elvis Costello nun mit seiner langjährigen Backing-Band The Imposters sein neuestes Werk „A Boy Named If“. Es ist das 32. Soloalbum seiner langen Karriere.

Hui, klingt ziemlich klassisch nach Costello – das ist einer der ersten Gedanken beim Hören der neuen Platte. Und im Falle des zweitbesten Elvis aller Zeiten ist das sicherlich auch als Kompliment zu verstehen. Der 62-Jährige hat sich in seiner Karriere regelmäßig und oft in neuen Genres versucht und bewiesen, da ist ein Schlenker zum Postpunk-Sound seiner frühen Jahre durchaus erlaubt. Und dass der Ausflug in die späten Siebziger Jahre hier nicht zum verstaubten Klischee verkommt, sondern ziemlich frisch, ist dem Genius des britischen Singer-Songwriters zuzuschreiben.

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Das Album wurde von Costello himself und  Sebastian Kyrs produziert und ist im Grunde eine Zusammenstellung aus insgesamt 13 Snapshots, die laut Costello „bei den letzten Tagen eines verwirrten Jungen in der Pubertät anfängt, bis hin zu dem demütigen Moment, wenn Dir gesagt wird, dass Du aufhören sollst, Dich wie ein Kind zu benehmen, was für viele Männer (und vielleicht auch einige Frauen) eine Zeitspanne umfasst, die gut und gerne innerhalb der nächsten 50 Jahre liegen kann.“ Als Konzeptalbum würde man die Platte aber dennoch nicht bezeichnen wollen.

Ein imaginärer Freund

Was genau sich hinter dem Albumtitel verbirgt, erklärt Elvis Costello so: „Der vollständige Titel dieser Platte lautet ‚The Boy Named If (And Other Children’s Stories‘). „IF“ ist ein Spitzname für den eigenen imaginären Freund. Das geheime Selbst. Derjenige, der alles weiß, was man leugnet. Derjenige, den man für das zerbrochene Geschirr und die Herzen, die man bricht, verantwortlich macht. Sogar für das eigene.“

Die Aufnahme-Sessions waren zunächst minimalistisch instrumentalisiert, bestehend aus einer Gitarre und Pete Thomas‘ Gretsch-Schlagzeug. Dann mischte sich der langjährige Weggefährte Davey Faragher in den Mix ein und steuerte Bass und Gesang bei. Entstanden ist dabei ein Album, wie man es von Costello gewohnt ist: Voller Klang, stechende Gitarrensoli und eingehende Rhythmen.

Zu den Glanzlichtern gehören sicherlich das vom New Wave geküsste „Penelope Halfpenny“, das von Bo Diddley inspirierte „The Death Of Magic Thinking“ und der Titeltrack. Insgesamt alles ziemlich upbeat. Eher nachdenkliche Nummern wie „My Most Beautiful Mistake“ und das melodische „Paint The Red Rose Blue“ bleiben die Ausnahmen, sind aber durchaus willkommen.

Keine Frage: Es ist schon bemerkenswert, wie konsequent Costello seit Jahrzehnten auf hohem Niveau agiert. Der Mann hat die Messlatte hoch gesetzt und schafft es doch immer wieder, die hohen Erwartungen an ihn zu erfüllen. Das nötigt Respekt ab. Zumal der Mann ja offenbar auch nicht müde wird. Denn zwischen „The Boy Named If“ und „Hey Clockface“ veröffentlichte er ja auch noch eine französische EP und anschließend eine Überarbeitung seines 1978er Albums „This Year’s Model“ auf Spanisch. Umtriebig, umtriebig. Hoffentlich bleibt uns dieses Genie, das ja schon vor zehn Jahren mit einem Rückzug aus dem Musikgeschäft geliebäugelt hatte, noch lange erhalten.

Anspieltipps
The Boy Named If
Penelope Halfpenny
Paint The Red Rose Blue
The Death Of Magic Thinking
8
Gewohnt stark.
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