Bruce Dickinson – Scream For Sarajevo

Scream For Sarajevo (foto: eagle vision)

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8 Eagle Vision / Universal Music
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Ein Konzert inmitten von Bomben und Maschinengewehrfeuer? Bruce Dickinson hielt das 1994 für eine gute Idee. Die Geschichte hinter seinem Konzert in Bosnien wird in der Fan-Doku “Scream For Sarajevo” verhandelt. Der Film liegt jetzt fürs Heimkino vor.

Gewalt, Tod, Krieg – das waren Themen, die Iron Maiden und Bruce Dickinson schon immer umtrieben und die oft zum Sujet ihrer Songs, ihrer Alben und ihres Artworks wurden. Und so verwundert es auch irgendwie nicht, dass Dickinson von der Idee, ein Konzert in Sarajevo zu geben, mitten im Bosnien-Krieg, äußerst angetan war. Wir schreiben das Jahr 1994, Dickinson ist solo unterwegs, nachdem er Iron Maiden im Jahr zuvor ob der immer größer werdenden bandinternen Spannungen verlassen hatte. So richtig flutschen wollte die Solokarriere seither allerdings noch nicht, die Arbeiten an seinem Zweitwerk “Balls To Picasso” verliefen zum großen Teil holprig. Mehrfach wurden sie unterbrochen und zwischendurch wurde auch das Personal gewechselt, das mit ihm an dem neuen Longplayer bastelte. Am Ende war die Platte leidlich erfolgreich. Dickinson versuchte danach mit einer neuen Band, den Skunkworks, neue Wege einzuschlagen. Einer sollte die Band nach Sarajevo führen.

Sarajevo. Ausgerechnet Sarajevo. Jene Stadt, die gerade so schwer und schon so lange belagert wurde. Und ausgerechnet hier, zwischen Granaten und Maschinengewehrfeuer, wollte eine Heavy-Metal -Band ein Konzert geben.

“Scream for Me Sarajevo” erzählt nun die unheimlich interessante Geschichte hinter diesem  absoluten Ausnahmekonzert, für das Bruce Dickinson und seine Band ihr Leben riskierten. Die Doku berichtet davon, wie sich die Musiker in die belagerte Stadt schmuggeln ließen, um dort im Chaos des Krieges etwas Zerstreuung für die gebeutelten Bewohner zu liefern.

Der Streifen, für den Filmemacher Tarik Hodzic verantwortlich zeichnet, fokussiert sich aber nicht nur auf die Musiker, sondern bietet auch Einblicke in das Leben der Menschen von Sarajevo, ohne politisch Stellung zu beziehen. Er zeigt eine lebendige Künstlerszene, die im Untergrund und im Schatten des Krieges existierte und trotz der großen Entbehrungen Musik hervorbrachte. In einer Zeit, als die Menschen von Sarajevo das Gefühl hatten, von der Welt vergessen worden zu sein, hatte dieses Konzert einen riesigen Effekt auf sie.

Natürlich enthält die spannende Doku auch aktuelle Interviews mit Bruce und seinen Bandkollegen und zeigt den Iron-Maiden-Frontmann bei seiner emotionalen Rückkehr nach Sarajevo.

Übrigens: Zusätzlich zu dem Film auf Eagle Vision erscheint via BMG ein Soundtrack auf CD und 2LP. Das Album enthält Musik aus dem Film und umfasst Material aus der gesamten Solokarriere von Bruce Dickinson. Es finden sich auch Raritäten wie “Acoustic Song” (gab es  bisher nur als Bonustrack auf der Best-Of-Special-Edition von 2001), “Inertia (Live)” (bisher nur als Bonustrack auf dem erweiterten Re-Release von “Skunkworks” aus dem Jahr 2005 erhältlich) und “Eternal” (bisher nur als Japan-Bonustrack auf “Tyranny Of Souls” verfügbar) auf der Platte.

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Fazit: Sehenswert.

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