Brian Eno – Music For Installations

Brian Eno - Music For Installations (foto: umg)

9

9 UMG
9

Christmas comes early. Zumindest für Fans von Brian Eno. Der musikalische Vordenker hat mit “Music For Installations” gerade ein umfangreiches, sechs Discs umfassendes Boxset mit seltenen und bis dato unveröffentlichten Songs auf den Markt gebracht, das noch mal das ganze Genie des Roxy-Music-Gründungsmitglieds unterstreicht.

Musiker, Produzent, Visual Artist, Denker, Aktivist – es gibt viele schmeichelnde Beschreibungen, die auf Brian Eno zutreffen und doch nie sein ganzes Genie fassen. Zu Beginn der siebziger Jahre wurde er als Gründungsmitglied von Roxy Music berühmt, später legte er mit einer Reihe erfolgreicher Soloalben den Grundstein für seinen heutigen Legendenstatus und erfand mit Ambient Music auch noch nebenbei ein eigenes Genre. Von seiner Arbeit als Produzent profitierten Künstler wie David Bowie, die Talking Heads, Devo, Laurie Anderson und Coldplay, die Liste seiner musikalischen Kollaborationen ist mit Namen wie John Cale, David Byrne, Grace Jones und James Blake nicht minder beeindruckend.

Bei einer solch illustren Karriere ist der Gedanke an eine Retrospektive natürlich nicht verwegen. Eno wäre aber nicht Eno, würde er hier mit einer schnöden Greatest-Hits-Sammlung um die Ecke kommen. Nein, der knapp 70-Jährige hat dem Ganzen einen besonderen Spin verpasst und hier eine Auswahl seiner Ambient-Musikstücke zusammengestellt, die bis ins Jahr 1986 zurückreichen und durch eine besondere Idee miteinander verbunden sind: Das gesamte Material hat Eno für Installationen zwischen 1986 bis heute (und in der Zukunft) aufgenommen. Es ist so etwas wie eine gar nicht so heimliche Leidenschaft des Briten, über dessen visuelle Experimente mit Licht und Video aber immer weniger berichtet wird als über seine Musik. Dabei bilden diese Unternehmungen den fruchtbaren Boden, auf dem viele seiner anderen Arbeiten wachsen und gedeihen konnten. Enos Arbeiten werden mittlerweile weltweit ausgestellt – von der Biennale in Venedig und dem Marmorpalais in St. Petersburg bis zum Ritan Park in Peking und den Segeln von Sydneys Opernhaus.

Das nun vorliegende Boxset hat Brian zusammen mit seinem langjährigen Kollegen Nick Robertson designt. Es ist hochwertig gebunden und enthält ein 64-seitiges Booklet mit seltenen und bisher noch nirgends gezeigten Ausstellungsfotos sowie einem neuen von Eno geschriebenen Essay.

Anzeige

Fazit: Ein Erlebnis.

Anspieltipps: – Gesamtkunstwerk

More from Benjamin Fiege

Nerve

Wenn digitale Welt und Wirklichkeit miteinander verschmelzen: Im Thriller “Nerve” lassen sich...
Read More

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

I agree