Bombay Bicyle Club - Everything Else Has Gone Wrong (foto: caroline)

Bombay Bicycle Club – Everything Else Has Gone Wrong

Erscheinungsdatum
Januar 17, 2020
Label
Caroline
Unsere Wertung
7
Anspieltipps
Everything Else Has Gone Wrong
Do You Feel Loved?
People People
Eat, Sleep, Wake (Nothing But You)
7
Gelungenes Comeback.
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Bombay Bicycle Club sind zurück. Aus einer Pause, die eigentlich ein echter Split war, und letztlich dann eben doch nur: eine Pause. Mit „Everything Else Has Gone Wrong“ legt die Combo nun ihr fünftes Studioalbum vor. Und man hört deutlich heraus, dass es die Jungs wieder genießen, eine Band zu sein.

Fünf Jahre ist es her, da wirkte es, als hätte der Bombay Bicycle Club sich selbst irgendwie durchgespielt. Vier Alben hatte die Gruppe aus Crouch End (London) zum damaligen Zeitpunkt bereits veröffentlicht und dabei von Indie-Rock, Indie-Folk, Pop, Electro und Weltmusik so ziemlich alles abgedeckt, was man vernünftigerweise abdecken kann. Anfang 2015, ein paar Wochen nachdem die Band ihren bis dato größten Gig im ausverkauften Londoner Earl Court vor 20.000 Fans gespielt hatte, traf sich das Quartett auf einen Drink. Es hatte gerade die anderthalbjährige Tour zum Longplayer „So Long, See You Tomorrow“ hinter sich, das in UK auf Platz eins in die Charts einstieg. An diesem Abend entschieden sich die Jungs, die seit Teenie-Tagen zusammenspielten, aufzuhören. Frontmann Jack Steadman: „It’s so much easier to stop when you can call it quits and know you were at the top“ erklärt er. „I think if we had gone any longer, we may have broken up in such a way that we might not have ever been able to return to it.“

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Bombay Bicycle Club kündigten also eine Pause an. Fast ein Etikettenschwindel. Eigentlich war damals allen klar, dass die Zeit der Band vorbei war. Alle wollten endlich ein Leben abseits der Gruppe erleben. Ganz von der Musik lassen konnten sie dennoch nicht. Steadman nahm als Mr Jukes ein Solo-Album auf. Jamie MacColl machte seinen Master. Bassist Ed Nash nahm ein Album unter dem Namen Toothless auf. Und Suren de Saram blieb als vielgefragter Session-Musiker weiter auf Tour. 

2017 näherte man sich innerhalb der Gruppe wieder an

2017 begannen die Vier dann heimlich über das bevorstehende zehnjährige Jubiläum ihres Debütalbums „I Had the Blues But I Shook Them Loose“ zu sprechen. „We considered playing shows to celebrate that, and that was going to be it for a while“, erklärt Steadman. „I remember thinking, we can’t come back and play an old album and disappear again. That’s what 80s bands do, and we were 28 at the time.“

Nash erinnert sich an einen gemeinsamen Abend mit Jack in der Bar und die Frage, was die Zukunft wohl bringen würde. Und bald schon fühlte man sich gemeinsam vor, um zu sehen, wie es wohl wäre, wieder eine Band zu sein. Steadman und Nash trafen sich dann im ersten Halbjahr 2019 je eine Woche im Monat im Haus eines Freundes in Cornwall, wo sie separat an Songskizzen arbeiteten und sich abends trafen, um miteinander die Ergebnisse durchzugehen. Es sei gewesen wie in den Anfangstagen der Band, erzählt Steadman.

Eine neue Dynamik

Fast das ganze neue Album „Everything Else Has Gone Wrong“ wurde so in Cornwall geschrieben. Zwei der Albumtracks,  „Good Day“ und „People People“, wurden dabei mit Nash geschrieben, zum ersten Mal. „I think that’s a nice example of things being different, and a nice example of how us all going and doing our own thing has benefitted the band“, sagt Steadman. „Because I think Ed probably had songs up his sleeve all this time, but doing a solo album has given him the confidence to share them.“

Der Band war von Anfang an klar, dass sie „Everything Else Has Gone Wrong“ nicht selbst produzieren wollten. „Having someone else come in was a way of pushing us slightly out of our comfort zone“, sagt Steadman. Ed Nash schlug John Congleton vor, von dessen Arbeit er seit der Kooperation mit Wild Beasts und St Vincent begeistert war: „Congleton was someone I personally wanted to work with”. Gemeinsam probierten sie sich in London an einigen Songs aus und arbeiteten dann drei Wochen in Los Angeles am Album.

So klingt das neue Machwerk

Herausgekommen ist ein elf Songs umfassendes Machwerk, auf dem die Jungs sich noch etwas weiter in elektronische Gefilde vorwagen als früher. Hier und da mag die ziemlich eingängige Platte vielleicht etwas zu gewollt und glatt poliert klingen, und ja, der eine oder andere überflüssige Filler hat sich auch eingeschlichen. Aber: Insgesamt macht das Ding Laune, es strahlt einen gewissen Optimismus aus. Ganz nett ist beispielsweise „Eat, Sleep, Wake (Nothing But You)“, das auch als erste Singleauskopplung herhalten durfte. Eine süffige Indie-Rock-Nummer, die ein bisschen an frühere Tage der Band erinnert. Das synthielastige „Do You Feel Loved?“ wird ehe man sich versieht zum Ohrwurm. Und auch das Pop-Zuckerl „People People“, bei dem die wunderbare Liz Lawrence zum Duett gebeten wird, bleibt haften.

„Everything Else Has Gone Wrong“ war übrigens der letzte Song, der für das fünfte Bombay Bicycle Club-Album geschrieben wurde. Und es macht auch Sinn, dass er nun der Platte seinen Namen gibt. „It seemed to encapsulate everything the album is about“, erklärt Sänger und Gitarrist Jack Steadman. Und so wie das Album handelt auch der Song von Hoffnung und Rückbesinnung, davon, Sicherheit und Geborgenheit zu finden, in dem, was man liebt, während alles um einen herum langsam zerfällt. „Keep the stereo on, everything else has gone wrong“. Der treibende, eindringliche Beat geht über in eine Bridge, die die Geschichte der letzten fünf Jahre der Band auf den abschließenden Punkt bringt: „I guess I’ve found my peace again, and yes, I’ve found my second wind…“.

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