Paloma Faith – The Architect

Paloma Faith - The Architect (foto: sony music)

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Sängerin, Schauspielerin, Mutter – Paloma Faith füllt derzeit viele Rollen aus. Mit „The Architect“ hat die 36-jährige Londonerin nun ihr viertes Album vorgelegt. Das ist zwar musikalisch typisch Paloma, inhaltlich fasst die Gute, die sich ja sonst vornehmlich auf Liebeslieder spezialisierte, jetzt aber auch die ganz großen Themen an.

Ja, Paloma Faith ist unter die Politikerinnen gegangen. Zumindest textlich. In den Lyrics ihres neuen Longplayers widmet sich die Britin neben ihrer Mutterschaft den drängenden Fragen unserer Zeit, etwa dem Brexit, sozialen Ängsten, der unfairen Verteilung von Vermögen, dem Zusammenhang zwischen Technik und Entfremdung, der Zukunft des Westens, dem US-Präsidenten Donald Trump sowie der Flüchtlingsdebatte („Warrior“, stammt aus der Feder von Sia). Exemplarisch dafür: das vorab als Single ausgekoppelte „Guilty“, ein recht pompöser, orchestraler Blue Eyed Soul-Torchsong, der sich gut und gerne als Bond-Titeltrack eignen würde. „Ich schrieb ihn in der Woche des Brexit-Referendums, aus der Sicht eines britischen Wählers, der für das Verlassen der EU gestimmt hat und nun seine Wahl bereut“, so Faith über den Song, bei dem Wayne Hector und Ella Henderson als Co-Autoren geführt werden. „Ich fühlte mich von der ‚Leave‘-Kampagne betrogen und falsch informiert.“

Ansonsten: viele Balladen („I’ll Be Gentle“, ein Duett mit John Legend), viel Retro-Soul („Lost and Lonely“), Disco-Grooves und Electro-Pop („Crybaby“). Ein für Paloma typischer, Hit tauglicher Sound, der immer irgendwo zwischen Lisa Stansfield und Amy Winehouse mäandert – und ein paar ganz nette Interludes von Gästen wie Schauspieler Samuel L. Jackson und Kolumnist Owen Jones.

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Fazit: Hörenswert, wenn auch etwas zu glatt produziert.

Anspieltipps: Guilty, Crybaby, Lost and Lonely

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