My Soundtrack: Katie Stelmanis (Austra)

Austra (foto: renata raksha)

Auf ihrem gerade erschienenen dritten Album „Future Politics“, das wir an dieser Stelle besprochen haben, rufen Austra dazu auf, sich radikalen Hoffnungen zu verpflichten, sich „zu engagieren, um die drohenden Dystopien zu verdrängen“, wie es Katie Stelmanis beschreibt. Wir waren denn auch so optimistisch, bei Austras Bandleaderin wegen eines „My Soundtrack“-Interviews anzufragen. Die Gute hat sich nicht zweimal bitten lassen und jene fünf Songs ausgewählt, die in ihrem Leben eine tragende Rolle spielen.

 

Giacomo Puccini – Che Gilda Manina

When I was a kid I performed in „La Boheme“ with the Canadian Opera Company and I remember sitting backstage and hearing this song every night. I thought it was one of the most beautiful pieces of music I’d ever heard and proceeded to listen to it every night all through high school on my diskman while falling asleep.

Als ich noch ein Kind war, trat ich in „La Boheme“ mit der Canadian Opera Company auf. Ich erinnere mich noch daran, wie ich immer backstage saß und jede Nacht diesen Song hörte. Ich fand, dass er eines der besten Musikstücke war, die ich je gehört hatte und habe ihn daher auch später immer noch jede Nacht gehört – selbst in der High School, mit dem Discman zum Einschlafen.

 

Massive Attack – Unfinished Sympathy

I recently saw Massive attack play for the first time, and it was also actually my first time listening to their music. We played a small festival together in Belgium and shared a backstage area in an elementary school, we each had our own classroom. I was so in love with their set I bought all their records and decided this one is my favourite.

Ich habe Massive Attack erst kürzlich das erste Mal live gesehen, und es war auch das erste Mal, dass ich wirklich ihre Musik hörte. Wir spielten gemeinsam auf einem kleinen Festival in Belgien und teilten uns den Backstage-Bereich in einer Grundschule. Jeder von uns hatte sein eigenes Klassenzimmer. Ich mochte ihr Set so sehr, dass ich mir direkt all ihre Platten kaufte. Diese hier ist meine liebste.

 

Björk – Aurora 

I didn’t start listening to Bjork till I had already graduated high school and was working in a coffee shop where they would play it all the time. It took me a while to get into it but eventually I became so enamoured with her music that every note was like a moonbeam that I needed to capture. Aurora is my favourite song, I think because of the female choir.

Ich fing erst an damit, Björk zu hören, als ich schon die High School beendet hatte und in einem Coffee Shop arbeitete, wo Björk ständig gespielt wurde. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich mich reinhören konnte, aber am Ende habe ich mich in ihre Musik verliebt. Jede Note war wie ein Mondstrahl, den ich einfangen wollte. „Aurora“ ist mein Lieblingslied, vielleicht auch wegen des Frauen-Chors.

 

Steve „Silk“ Hurley – Jack Your Body 

I feel like I’m late to discover a lot of things, I only got into house music and club music for that matter about 5 years ago when the first austra record came out. This was the song that got me into it, and that influenced the second record Olympia so heavily.

Ich habe das Gefühl, dass ich viele Sachen erst spät entdecke. Zum Beispiel habe ich mich erst vor fünf Jahren erstmals mit House- und Club-Musik beschäftigt, als die erste Austra-Platte herauskam. Dieser Song hat mich zu dieser Musik gebracht und meine zweite Platte „Olympia“ stark beeinflusst.

 

Chancha Via Circuito – Cumbion de Las Aves

I spent a lot of time in Mexico writing „Future Politics“ and while I was there I was introduced to Electrocumbia. I remember being in a taxi with my friend and her putting on Chancha Via Circuito. I asked her what it was and assumed it was something from a few decades ago, but when I looked it up myself I realized he’s a young producer from argentina re-working a lot of traditional latin American folk songs. He is one of many producers doing this, and I find it incredibly beautiful and subversive at the same time.

Ich habe viel Zeit in Mexiko verbracht, als ich „Future Politics“ schrieb, und bin in dieser Zeit mit Electrocumbia in Berührung gekommen. Ich erinnere mich, wie ich mit einem Freund in einem Taxi saß, und sie plötzlich Chancha Via Circuito spielte. Ich fragte sie, was das war, und rechnete damit, dass es sich dabei um eine alte Nummer handeln müsse, aber es stellte sich heraus, dass es sich um einen jungen argentinischen Produzenten handelte, der viele traditionelle lateinamerikanische Folksongs in moderne Gewänder steckte. Er ist einer von vielen Produzenten, die so etwas machen, und ich finde das gleichzeitig unglaublich schön und subversiv.

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