Miley Cyrus – Younger Now

Miley Cyrus - Younger Now (foto: sony)

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Ihr Image-Wechsel hatte sich zuletzt angedeutet: Miley Cyrus gibt auf ihrem neuen Album „Younger Now“ die Unschuld vom Lande.

Es wirkt gar nicht so: Tatsächlich liegt „Bangerz“, das letzte reguläre Studio-Album von Miley Cyrus, nun auch schon wieder vier Jahre zurück. Dennoch kann man jetzt nicht unbedingt sagen, dass die gute Miley in der Zwischenzeit irgendwie die Füße still gehalten hätte. Sie spielte in Woody Allens Amazon-Serie „Crisis in Six Scenes“ mit, nahm mit den Flaming Lips gemeinsam das Gratis-Album „Miley Cyrus & Her Dead Petz“ auf, lieh als Synchronsprecherin in „Guardians of the Galaxy Vol. 2″ Mainframe ihre Stimme und wirkte als Gesangscoach in der TV-Show „The Voice“ mit.

Dennoch war klar: Es wurde Mal wieder Zeit für eine neue Platte. Die liegt jetzt mit „Younger Now“ vor. Oft wird in solchen Fällen das Klischee der gereiften oder erwachsen gewordenen Künstlerin bemüht, ein Klischee, das man als Autor unter allen Umständen vermeiden möchte. Und doch trifft es hier Mal wieder zu. Cyrus, mittlerweile auch schon 24, hat sich entwickelt. Ihr Disney-Image ließ sie spätestens mit dem provokanten „Bangerz“ hinter sich, mit den Flaming Lips erwarb sich die Gute dann auch bei den Musik-Fans eine gewisse street credibility.

„Younger Now“ wirkt nun wie die Platte einer Künstlerin, die sich erst Mal ausgetobt hat. Die genug hat vom Grenzen ausloten, vom Experimentieren. „Younger Now“, das ist auch ein Stück weit eine Rückkehr zu den Wurzeln, eine Rückkehr in die Country-Gefilde, in denen sie aufgewachsen ist. Das kommt ganz besonders stark auf Stücken wie dem schwungvollen „Rainbowland“ zum Tragen, einem Duett mit Country-Queen Dolly Parton (mit wunderbar ironischem Einstieg), oder der melancholischen Akustik-Gitarren-Ballade „Miss You So Much“, bei der man einfach nur aus dem Fenster ins verregnete Grau da draußen blicken möchte. Auch „She’s Not Him“ ist von einem gewissen Retro-Geist geprägt.

Schon etwas mehr in Richtung Pop tendieren die vorab veröffentlichten Singles: das eingängige und titelgebende „Younger Now“, bei dem sich Mileys raues Organ schön entfalten kann, und die etwas süßliche Ballade „Malibu“. Das Raue in Mileys Stimme kommt auch bei der trotzigen Nummer „Love Someone“ durch.

„Younger Now“ ist tatsächlich ein Album, das sich in einem weg hören lässt, das eine oder andere bleibt auch tatsächlich hängen. Inhaltlich ist es jetzt zwar nicht der große Wurf, textlich gibt es keine großen Überraschungen, aber: Die Platte will eben auch ein Pop-Album sein.

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Fazit: Welcome back, Miley!

Anspieltipps: Younger Now, Love Someone, Malibu, Miss You So Much, Rainbowland

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