Jessie Reyez – Gatekeeper

Eindringliche, berührende Musikvideos: Jessie Reyez kann das. Nach „Figures“ hat die 25-jährige Kanadierin mit kolumbianischen Wurzeln nun einen Clip zu ihrer neuen Single „Gatekeeper“ veröffentlicht, in dem sie den Sexismus in der Musikbranche gegenüber Frauen anprangert – unser Video der Woche. Beide Songs stammen aus ihrer aktuellen EP „Kiddo“.

Das Video zu „Gatekeeper“ beginnt mit einem gesprochenen Statement der Künstlerin; sie erzählt von Träumen, die andere Frauen haben – einige ganz bodenständig und traditionell, andere, so auch der ihre von der Karriere als Sängerin und Tänzerin, etwas ausgefallener. Das Bild wechselt und zeigt Jessie als Kind über Sexismus und Anfeindungen singend.

We are gatekeepers / Spread your legs, open up / You could be famous / You know we’re holding the dreams that you’re chasing

Bereits vor einigen Wochen veröffentlichte Jessie Reyez ihre Debüt-EP “Kiddo”, eine Mischung aus akustischen Balladen, R’n’B, Soul und Rap mit intelligenten Texten, die vor Verletzlichkeit strotzen. Aufgewachsen ist Jessica Reyez in Toronto, Kanada. Schon während der High School tanzte sie lieber zu HipHop, als sich um die Schule zu kümmern. Auf durchtanzte Nächte folgten endlos lange Tage im Klassenzimmer und immer schlechte Noten. Und irgendwann natürlich auch die erste Liebe. Als diese dann allerdings der Bildung wegen in ein anderes Land zog, brach für Jessie eine Welt zusammen: „(…) it hit me hard as fuck. That’s when I started to write about, real pain, I guess.” Und sie begann zu schreiben.

“I stopped going to classes and just went to the music class, just locked in the piano room.” Unterstützt wurde sie dabei von ihrem Musiklehrer. Sie schaffte schließlich den High-School-Abschluss und brachte ihre Songs auf die Straßen und in die Bars von Toronto. Gerade, als sie sich einen kleinen Namen in der hiesigen Szene gemacht hatte, fand sie heraus, dass sie nach Miami umziehen sollte. 18 Jahre, nachdem sich Jessies Eltern in Amerika um ein Visum bemühten, wurde ihr Antrag schließlich bewilligt. Sie musste sich entscheiden, ob sie auf sich allein gestellt weiterhin in Toronto leben wollte oder nicht – und ging nach Miami. “I ended up moving to Miami and bartending, but the party atmosphere is a black hole down there. People party all the time, and if you’re working in the industry, you’re sleeping all day and at the club all night, day after day. I did that for a year, I completely neglected my music. The only musical thing I did was playing the guitar at the beach when everyone was coming down after a long night.”

Als sie den Traum von der eigenen Musik-Karriere schon fast aufgegeben hatte, entschied sie sich, die Fäden wieder selbst zu ziehen, drehte gemeinsam mit einem Freund ihr erstes Musikvideo, schnitt es eigenhändig und schickte es an all ihre Facebook-Kontakte. Schon wenig später hatte der Clip einige Tausend Views und Jessie den Kontakt zu Toronto’s Remix Project, einer Kunst-Akademie für Kinder aus einkommensschwachen Haushalten. Jessie bewarb sich für die Musik-Ausbildung, wurde angenommen und konnte endlich das machen, was sie am meisten liebte: Musik …

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