Ed Sheeran

Ed Sheeran (foto: warner)

Flammend rote Strubbelhaare, auf den ersten Blick ein bisschen unscheinbar wirkend – und trotzdem avancierte Ed Sheeran in den vergangenen Jahren nicht nur zu einem der unwahrscheinlichsten Popstars der Gegenwart, sondern auch zu einem der erfolgreichsten. Mittlerweile wird er selbst von seinem dauernörgelnden Landsmann Noel Gallagher geschätzt.

Ed Sheeran erblickt 1991 als Edward Christopher Sheeran in Hebden Bridge in der englischen Grafschaft West Yorkshire das Licht der Welt. Später zieht die Familie jedoch nach Framlingham in Suffolk, wo Ed die Thomas Mills High School besucht. Will er zunächst noch Zugführer werden, beginnt Klein-Ed schon mit elf Jahren, Gitarre zu spielen und eigene Songs zu schreiben. Nachdem er genug Lieder für ein kleines Set zusammen hat, beginnt er, in regionalen Bars und Clubs aufzutreten. 2005, Ed ist da gerade mal 14 Jahre alt, veröffentlicht er bereits seine erste EP: „The Orange Room“. 2006 und 2007 folgen zwei weitere.

2008, mit 17 Jahren, beschließt Sheeran, der gerade erfolglos am Casting der ITV-Show „Britannia High“ teilgenommen hat, sein Musiker-Glück in London zu suchen. „Ich glaube, wenn ich in Suffolk geblieben wäre, hätte meine Karriere die eines Hobby-Musikers nicht überstiegen“, sagte er später in einem Interview. Vor allem durch jede Menge Live-Auftritte erspielt sich der Rotschopf in der englischen Hauptstadt ein immer größer werdendes Publikum. Seine EPs verkaufen sich – zumindest in der Indie-Szene – gut. Just Jack und Example nehmen ihn mit auf Tour, und ein öffentliches Lob von Elton John bringt ihn auch dem Mainstream etwas näher.

Sheerans eigenwilliger Stil, diese Mixtur aus Singer-Songwriter-Mucke mit Rap- und Pop-Zutaten, lässt langsam auch die Big Player auf ihn aufmerksam werden. 2011, in der Zwischenzeit sind weitere Sheeran-EPs erschienen, unterschreibt Sheeran, der nach Los Angeles gezogen ist, einen Plattenvertrag bei Atlantic Records. Das Label soll ihm zum großen Durchbruch verhelfen. Der kommt mit seiner Major-Debütsingle „The A Team“, die im Juni 2011 erscheint,  und dem im September folgenden Debütalbum „+“. Die Platte schlägt ein wie eine Bombe. Im Vereinigten Königreich wird sie mit knapp einer Million verkauften Einheiten in Rekordzeit zum meistverkauften Nummer-eins-Albumdebüt eines männlichen Künstlers innerhalb der vergangenen zehn Jahre.

Sheeran ist plötzlich ein Star. Bei der Schlussfeier der Olympischen Sommerspiele 2012 in London interpretiert er mit Nick Mason (Pink Floyd), Richard Jones (The Feeling) und Mike Rutherford (Genesis) vor einem Millionenpublikum den Pink-Floyd-Song Wish You Were Here. Ebenfalls 2012 erscheint „Everything Has Changed“, das Sheeran zusammen mit Taylor Swift geschrieben und als Duett aufgenommen hat. Der Song wird auf Swifts Album „Red“ veröffentlicht, Sheeran geht mit ihr anschließend auf große Stadion-Tour. 2013 steuert er zum Film „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ den Titelsong „I See Fire“ bei. Das Stück erreicht in vielen Ländern obere Platzierungen in den Charts.

Für sein zweites Album lässt sich der Gute indes Zeit. „X“ kommt erst am 20. Juni 2014 auf den Markt. Als erste Single wird „Sing“ vorab veröffentlicht und als Deutschland-Premiere im Finale der Show „Germany’s Next Topmodel“ verwendet. Außerdem wagt Sheeran einen Ausflug ins TV-Geschäft: In der Fernsehserie „The Bastard Executioner“ ist Sheeran 2015 in fünf Folgen in der Rolle des Sir Cormac zu erleben.

Ein Jahr lang macht sich Sheeran danach rar, verschwindet komplett von der Bildfläche, um nach fünf phänomenalen Jahren eine Pause von der Musikwelt und den Sozialen Medien einzulegen und „die Welt zu bereisen, um alles zu sehen, was ich verpasst habe“, wie er seinerzeit in einem persönlichen Statement schreibt.

Erst 2017 meldet sich der Brite zurück und veröffentlicht im Januar gleich zwei neue Singles, „Castle on the Hill“ und „Shape of You“. Weil die Titel gleichzeitig die vorderen beiden Chart-Plätze belegen, stellt der 25-Jährige damit einen Rekord in Deutschland auf. Die beiden Singles sind Vorboten zu seinem dritten Album „÷“, das im März 2017 erscheint. In Großbritannien wird es bereits in der ersten Woche mehr als 672.000 Mal verkauft und stellt somit den Rekord als meistverkauftes Album eines männlichen Künstlers in der ersten Verkaufswoche auf. Während dieses von 0 auf 1 in die offiziellen Charts einsteigt, belegten seine Studioalben „X“ und „+“ die Plätze 4 beziehungsweise 5.

2017 ist Sheeran übrigens auch in der erfolgreichen TV-Serie „Game of Thrones“ zu sehen.

 

DISCOGRAPHY

2011: +

2014: x

2017: ÷

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