Bodyguard

Bodyguard (foto: warner)

Our Rating

8 Warner Bros.

8

Der legendäre Soundtrack zu „Bodyguard“ wird 25 Jahre alt. Grund genug für uns, uns noch Mal mit dem Film zu beschäftigen, mit dem Whitney Houston 1992 ihr Spielfilmdebüt gab.

Keine Frage: Whitney Houston hatte eine der größten Stimmen aller Zeiten. Darüber können auch ihre drogenversumpften, unwürdigen letzten Jahre nicht hinwegtäuschen. Mitte der Achtziger war die Gute, die lange ein Unschuldslamm-Image pflegte, zu einem globalen Pop-Phänomen aufgestiegen. Ihre Hochglanz-Soul-Pop-Songs waren zwar zumeist hochkommerziell, mit ihrer außergewöhnlichen Stimme wickelte sie aber selbst die strengsten Kritiker ein. Filmangebote hatte sie immer wieder abgelehnt, bei „Bodyguard“ sagte sie dann endlich zu.

Der Film erzählt die Geschichte des etwas steifen früheren Secret-Service-Agenten Frank Farmer (Kevin Costner), der sich mittlerweile als Personenschützer seine Brötchen verdient. Als ihm das Angebot unterbreitet wird, den Pop-Star Rachel Marron (Whitney Houston) zu beschützen, ist er zunächst skeptisch. Die Gute ist nämlich nicht nur etwas divenhaft unterwegs, sondern versteht auch nicht, warum sie überhaupt einen Bodyguard nötig hat und gibt sich daher auch extrem widerborstig. Sie hält Frank für paranoid, aber er weiß etwas, dass sie nicht weiß: Ihr Leben ist tatsächlich in Gefahr. Drohbriefe und einen versuchten Anschlag gab es bereits. Zwar versucht Frank, eine professionelle Distanz zu seiner Klientin wider Willen zu bewahren, aber es kommt wie es kommen muss: Zwischen den beiden funkt es, sie landen miteinander im Bett. Frank bereut das Ganze schon am nächsten Morgen, weshalb es zum Streit zwischen den beiden kommt. Und der gefährliche Stalker trachtet Rachel immer noch nach dem Leben …

Eigentlich schrieb Lawrence Kasdan das Drehbuch bereits 1976. Sein Plan, das Ganze mit Diana Ross und Ryan O’Neal zu verfilmen, ging aber nicht auf. Ein weißer Mann und eine schwarze Frau als Liebespaar –  Hollywood tat sich damit lange schwer. Und so wird es in der Rückschau auch diesem Film angerechnet, dass es hernach eine größere gesellschaftliche Akzeptanz für solche Beziehungen gab. 1987 fand ein solches Techtelmechtel in der US-Bevölkerung gerade Mal 48 Prozent Zustimmung, nach „Bodyguard“ waren es 83 Prozent. Sicher ist dieser Wandel nicht einzig und allein diesem Film zuzuschreiben und sicher gab es Beziehungen zwischen Schwarzen und Weißen auch schon vorher in Film und Fernsehen, aber eine Rolle spielte er wohl doch, wie unzählige Interviews mit interkulturellen Ehepartnern später verrieten.

Der Film wurde damals wie heute von Kritikern gerne belächelt. Wie das mit großen Mainstream-Erfolgen eben meistens so ist. Das tut dem Streifen aber unrecht. Der kann sich zwar nicht ganz von Klischees freimachen, verbindet aber doch geschickt Thriller- und Love-Story-Elemente zu einem stimmigen Ganzen. Der eine oder andere vermisste immer einen deutlicheren Funkenflug zwischen Costner und Houston, aber gerade das passte auch immer perfekt in die Geschichte dieser Beziehung zwischen Bodyguard und Klientin, die eigentlich gar nicht sein darf. Houston legte hier kein fehlerfreies, aber überzeugendes Schauspieldebüt ab und veredelte den Film durch den legendären Soundtrack. Mit dem Dolly-Parton-Cover „I Will Always Love You“ gelang ihr ein Erfolg für die Ewigkeit. Madonna, die für die Rolle einst im Gespräch war, bis sie Kevin Costner öffentlich Mal ans Bein pinkelte, wird sich noch lange in den Hintern gebissen haben.

Anzeige

Fazit: Ein Klassiker, der heute noch klar geht.

1 Comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.