Brockhoff (foto: Charlotte Krusche)

Track by Track: Brockhoff über ihr Album „Easy Peeler“

Die Hamburgerin Lina Brockhoff – kurz: Brockhoff – hat mit „Easy Peeler“ ihr lang erwartetes Debütalbum vorgelegt. “Easy Peeler“ ist – nach zwei EPs – der ambitionierte Höhepunkt von Brockhoffs musikalischer Reise zum Erwachsenwerden. Eine Reise, die sie in den letzten Jahren offen mit ihrem Publikum geteilt hat.     Das Album, das zwischen 2020 und 2023 geschrieben und im vergangenen Jahr innerhalb von zwei Wochen aufgenommen wurde, verbindet Gitarrenrock der 90er Jahre mit ausgelassenen Pop-Arrangements. Es thematisiert auch die Unsicherheiten, die mit der Entstehung einhergingen. Was sich hinter den einzelnen Liedern verbirgt, erklärt sie uns in diesem „Track by Track“.

01. Easy Peeler

Easy Peeler ist der Titelsong des Albums. Er war der prägendste Song für mich im Hinblick auf das Album. Ich konnte mich sofort mit dem Titel identifizieren, denn zu der Zeit, als ich diesen Song schrieb, habe ich mich nicht besonders wohl gefühlt. Weder in meiner eigenen Haut noch in dem Umfeld und der Branche, in der ich arbeite.

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Ich habe viel darüber nachgedacht, aufzuhören, und versucht herauszufinden, warum ich mit Dingen, die ich mir so lange gewünscht hatte, so unglücklich war. Mit diesem Song habe ich mich getraut, diese Gedanken auszusprechen. Dadurch habe ich die Angst davor verloren, dass alles wahr sein muss, was man denkt. Es hat mir am Ende geholfen, Wege zu finden wieder zu mir und dem Ursprung meiner Liebe zur Musik zurückzufinden.

Ich bin zum ersten Mal auf den Begriff „Easy Peeler“ gestoßen, als ich den Song „Better Than Blue“ von Flyte gehört hab. Ich fand es so eine schöne Metapher und ein gutes Bild dafür, wie ich mich zu dem Zeitpunkt gefühlt habe, als ich angefangen habe an dem Album zu arbeiten.

Easy Peeler ist ein Begriff für Clementinen-Sorten, die sich leicht schälen lassen. Der Begriff und der Song haben mir dabei geholfen, meine Sensibilität und Vulnerabilität als positive Eigenschaften anzuerkennen. Ich bin ein sehr emotionaler und sensibler Mensch. Das habe ich oftmals verflucht, weil ich das Gefühl hatte, es ist mir zum Nachteil und ich kann nicht gleichzeitig stark und entschlossen sein. Manchmal habe ich Menschen beneidet, die nicht „so leicht zu schälen“ sind. Menschen, die eine harte Schale haben, die sich von anderen nicht so leicht durchschauen lassen.

Aber ich habe gelernt, dass es für mich letztendlich so wichtig ist, sensibel, einfühlsam und emotional zu sein, um ein eigenes Bauchgefühl zu entwickeln. Für mich ist das auch die Grundlage von Kunst. Und ich bin mir sicher, dass es ohne Menschen, die diese Eigenschaften besitzen und sie zum Guten einsetzen, keine Kunst gäbe, keine Songs und keine Musik.

“You don’t know what it’s like to be an easy peeler, what it means to crawl out of your skin.“

01. Easy Peeler (English)

Easy Peeler – I could immediately relate to this term because, at the time I wrote this song, I wasn’t feeling comfortableneither in my own skin nor in the environment and industry I work in.

I thought a lot about quitting and tried to figure out why I was so unhappy with things I’d wanted for so long. With this song, I found the courage to voice those thoughts. And, in doing so, lost my fear that everything you think has to be true. In the end, it helped me find ways to reconnect with myself and rediscover my love for music.

I first came across the term Easy Peeler when I heard the song “Better Than Blue” by Flyte. I thought it was such a beautiful metaphor and a good image of how I was feeling at the time I started working on the album.

Easy Peeler is a term used to describe clementines that are easy to peel. The term and the song helped me see my sensitivity and vulnerability as positive qualities. I’m a very emotional and sensitive person. And I’ve often resented that because I felt it worked against me and that I couldn’t be strong and determined at the same time. Sometimes I’ve envied people who aren’t “so easy to peel”. People, who have a hard shell that others can’t see through so easily.

But I’ve learned that it’s so important for me to be sensitive, empathetic, and emotional in order to develop my own gut feeling. For me, that’s also the foundation of art and I’m sure that without people with these qualities there would be no art, no songs, and no music.

“You don’t know what it’s like to be an easy peeler, what it means to crawl out of your skin.“

02. The Carpet Song 

The Carpet Song handelt von meiner ersten Highschool-Romance und meinem ersten Crush, der, weil er mir verheimlicht hat, in einer Beziehung zu sein, öffentlich nie zu seinen Gefühlen mir gegenüber einstehen konnte. Eine große Inspiration für das Songwriting war meine Lieblings-Romcom „10 Things I Hate About You“. Auch die Serie „OC California“.

Wenn ich jetzt im Nachhinein an diese Erfahrung denke, erscheint mir die Zeit wie ein vorhersehbarer, alberner Highschool-Liebesfilm.

Ich wollte mit dem Song die extremen und gegensätzlichen Gefühle vom ersten Mal verliebt sein und vom ersten Mal enttäuscht werden einfangen und habe angefangen, den Song aus meiner Teenager-Perspektive zu schreiben. 

“Read your thoughts in a cartoon bubble round your head, thought it meant nothing“

 02. The Carpet Song (English)

The Carpet Song is about my first high school crush who could never publicly stand by his feelings for me cause turns out he was in a relationship he didn’t tell me about. A big inspiration for writing this song was my favorite rom-com, “10 Things I Hate About You“. And also “The O.C.”

Looking back on that experience now, that time seems like a predictable silly high school romance movie.

With this song, I wanted to capture the extreme and conflicting emotions of falling in love for the first time and being let down for the first time. I started writing it from my teenage perspective. 

“Read your thoughts in a cartoon bubble round your head, thought it meant nothing“

03. Willows

In Willows geht es um Verzweiflung und Dissoziation. Es handelt von einer Zeit in meinem Leben, in der ich mich sehrgelähmt gefühlt habe von so viel Umbruch und Veränderung. Die erste Demo entstand während des Lockdowns 2020. Kurz nachdem ich von meinem Elternhaus auf dem Land in die Stadt gezogen bin. Alles fühlte sich fremd und neu an. Ich hatte mich kurz zuvor von meiner ersten Beziehung getrennt und parallel unglücklich verliebt. Das waren neue überfordernde Emotionen.

Mein Leben war zu dieser Zeit voller Fragezeichen. Ein Gefühl, an das ich nicht so gewöhnt war, nachdem ich bei meinen Eltern gelebt hatte, meine erste richtige Beziehung hatte, zur Schule ging usw. Ich wusste nicht, was ich mit meinem Leben anfangen sollte, und habe zu viel in meinen Gedanken gelebt, was zu der Zeit durch den Lockdown noch mehr begünstigt wurde. Zu der Zeit entstanden die Songs meiner ersten EP. Aber ich wusste damals schon, dass Willows ein Song ist, den ich gern auf mein erstes Album packen möchte.

“I got bored while I got busy skipping puddles in a city so proud.“

03. Willows (English)

Willows is about despair and dissociation. It’s about a time in my life when I felt completely paralyzed by so much change. I made the first demo during lockdown in 2020. Shortly after I moved from my parents’ house in the countryside to the city. Everything felt strange and new. I had recently broken up with my first partner and, at the same time, was unhappily in love. My life at that time was full of uncertainty. A feeling I wasn’t used to after living with my parents, being in my first real relationship, going to school… I didn’t know what to do with my life, and I was living in my head a lot (like most people in lockdown I’ve heard haha). That’s also when I wrote the songs for my first EP. I knew that “Willows” was a song I’d love to put on my first album eventually.

“I got bored while I got busy skipping puddles in a city so proud.“

04. Sunny Day (Deadline)

Sunny Day (Deadline) ist der letzte Song, den ich für das Album fertig geschrieben habe. 

Wir haben diesen Song zusammen mit der Band zur gleichen Zeit aufgenommen, wie alle anderen Songs vom Album auch. Aber es war der einzige, für den ich noch keinen Text geschrieben hatte. 

Normalerweise schreibe ich alle Melodien gleichzeitig mit den Lyrics. Oder zumindest mit einer groben Skizze davon. Das hat mich während des gesamten Prozesses der Fertigstellung des Albums etwas gestresst. Unter dem Druck von Deadlines kann ich kreativ nicht so gut arbeiten. Zu dieser Zeit hatte ich das Gefühl, nichts zu haben, worüber ich schreiben könnte.
 Am Ende habe ich den Song genau darüber geschrieben. Über das Songwriting selbst und darüber, was es für mich bedeutet. Ein Song über das Aufschieben. Aber gleichzeitig auch über das Vertrauen darauf, dass das Aufschreiben von Dingen generell und das Schreiben von Songs mir immer zeigt, wie und was ich wirklich über etwas empfinde. Auch wenn dieser „Moment der Wahrheit“ manchmal erst im Nachhinein eintritt. Das kann beunruhigend oder tröstlich sein. Aber so oder so ist es am Ende irgendwie heilend.

Mir wurde klar, dass Songwriting immer etwas ist, das ich für mich selbst tue.

„I never believed this was another love song until it wore me down“

04. Sunny Day (Deadline) (English)

Sunny Day (Deadline) is the last song I finished writing for the album. 

We recorded this song with the band at the same time as all the other songs on the album. But it was the only one for which I hadn’t written lyrics yet. 

I usually write all the melodies at the same time as the lyrics. Or at least a rough outline of them. That stressed me out a bit throughout the process of finishing the album. I don’t work as well creatively under the pressure of deadlines. And at that time, I felt like I didn’t have anything to write about.
 In the end, I wrote the song about exactly that. About songwriting itself and what it means to me. A song about procrastination. But at the same time about trusting that writing things down and writing songs always shows me how and what I truly feel about something. That can be unsettling or comforting. But either way, it’s somehow healing in the end.

I realized that songwriting is always something I’ll do for myself.

„I never believed this was another love song until it wore me down“

05. Blue Star

Es fällt mir oft schwer, an die Vergangenheit zu denken, ohne sie ändern zu wollen. 

Ich wollte einen positiven Song über eine vergangene Beziehung schreiben. Aber es fühlte sich sofort ein bisschen unsicher und riskant an, obwohl es gleichzeitig auch tröstend war. 
Der Titel dieses Songs ist inspiriert von dem Buch „Just Kids“ von Patti Smith. Eine Hommage an ihre Beziehung zu ihrem Freund Robert Mapplethorpe und wie sie durch ihre Liebe zur Kunst miteinander verbunden waren, auch nachdem sie nicht mehr zusammenlebten oder eine romantische Beziehung führten. Ein Zitat aus dem Buch: „I resumed the life of a citizen. It took me far from the world I had known, yet Robert was ever in my consciousness; the blue star in the constellation of my personal cosmology.“.

Ich fand das so romantisch, also kam mir irgendwann diese Zeile in den Sinn, aus der der Song Blue Star wurde. Es ist für mich ein Symbol von einer besonderen Verbundenheit. Ein Symbol dafür, wie manche Beziehungen und Verbindungen im Leben die Zeit überstehen. Dass manche Menschen einen immer begleiten, egal wie nah man sich gerade ist.

It’s still sunny at your place when I’m reminiscing about the old days

05. Blue Star (English)

I often find it hard to think about the past without wanting to change it. 

I wanted to write a positive song about a past relationship. But it immediately felt a little shaky and risky, even though it was comforting at the same time. 
The title of this song is inspired by Patti Smith’s memoir „Just Kids“, a tribute to her relationship with her friend Robert Mapplethorpe and how they were welded together by their love of art, even after they were no longer living together or in a romantic relationship. A quote from the book: “I resumed the life of a citizen. It took me far from the world I had known, yet Robert was ever in my consciousness; the blue star in the constellation of my personal cosmology.”

I found that so romantic, so at some point that line came to mind, and it became the song Blue StarFor me, it’s a symbol symbol of how some relationships and connections in life stand the test of time.

It’s still sunny at your place when I’m reminiscing about the old days

06. Front Row

In Front Row geht es um diesen einen Kindheitstraum von mir: die romantische Szene, dass die Person, über die man gerade auf der Bühne einen Song singt, tatsächlich in der Menge auftaucht.

Beim Schreiben hatte ich meine Lieblingsfilmszenen aus meiner Kindheit im Kopf – „The Climb“ in „Hannah Montana The Movie“ oder „This Is Me“ in „Camp Rock“. 

Ich war als Kind besessen von diesen Musik-Disney-Filmen und habe mir diese Szenen immer und immer wieder angesehen. Dabei habe ich davon geträumt, selbst diese Momente irgendwann mal zu erleben. Sich darin zu verlieren war so unendlich aufregend, dass ich keine Ahnung hatte, wie beängstigend das eigentlich sein kann, jetzt, wo ich selbst auf der Bühne stehe und meine eigenen Songs singe.

Für mich ist Front Row ein Song voller Aufregung und Lampenfieber.

Ich bin kein besonders extrovertierter Mensch. Daher fiel mir das Auftreten auf der Bühne – obwohl es schon seit meiner Kindheit ein Traum von mir war – nie besonders leicht. Ich lerne immer noch ständig dazu und suche nach Wegen, mich auf der Bühne wohler zu fühlen und es zu genießen. Es ist cool, jetzt einen Song zu haben und live spielen zu können, der vom Live-Spielen handelt. Eine kleine Erinnerung an mich selbst, grad meinen Traum leben zu können.

If I ever saw you in the front row, my fingers trembling, oh I might never finish this song“ 

06. Front Row (English)

Front Row is about this childhood daydream of mine, telling the romantic story of someone you’re singing your song about actually showing up in the crowd. 
Writing it I was picturing my favorite movie scenes from my childhood gems – like Miley performing „The Climb“ in „Hannah Montana The Movie“ or Demi Lovato singing „This Is Me“ in Camp Rock. 

As a kid I was obsessed with these movies and watched those scenes over and over again. Wallowing in it was so endlessly exciting. I had no idea how scary this actually can be now that I find myself on stages performing my own songs.

To me, Front Row, is full of excitement and stage fright.

I’m not really an extroverted person. So to me performing on stage, even though this has been my dream ever since I’m a little child, never felt like it came to me too naturally. I’m still constantly learning and finding ways to feel more comfortable on stage and enjoy playing in front of other people. It’s so cool to now have a song that is about playing live. A little reminder to myself that I’m living my dream right now :)

If I ever saw you in the front row, my fingers trembling, oh I might never finish this song“

07. Nothing Can Be Fixed in This Place

Der Song basiert auf einem Telefongespräch, welches mir sehr genau im Gedächtnis geblieben ist. Es geht um die Erinnerung an jede kleine Pause, jede Antwort, die man (nicht) bekommen hat. Die Kleidung, die man getragen hat, die Dinge, die man gefühlt und gerochen hat. Orte, an denen man vorbeigegangen ist. Es ist wirklich eine Momentaufnahme, die am Ende darin mündet, jemanden sehr zu vermissen und in das manchmal unaushaltbare Gefühl, dass man Dinge in der Vergangenheit nicht ändern kann.

If you could change who would you choose to be instead? – I think I’d be the drummer of your favorite band“

07. Nothing Can Be Fixed in This Place (English)

Nothing Can Be Fixed in This Place is based on a specific phone call that I remember so well.

It’s remembering every little silence, every answer you didn’t get. The clothes you wore, the things you felt and smelled. Places you’ve passed while being on the phone. It takes me back to a specific moment in my life and reminds me of how little things and details in conversations can sometimes stick with you forever.

If you could change who would you choose to be instead? – I think I’d be the drummer of your favorite band“

08. Dirty Dream

Dirty Dream ist ein Song über das Vermissen und darüber wie physische Distanz zu emotionaler Distanz werden kann. 
Es fällt mir oft schwer, so viele Dinge und Gedanken für mich zu behalten. Besonders auf Tour, wenn man viel erlebt und ich die Menschen vermisse, die mir nahestehen. Ich habe fast nur Fernbeziehungen in meinem Leben geführt und habe die Erfahrungen und Herausforderungen in diesem Song verarbeitet.

Es geht um die Angst, jemanden zu verlieren. Ein Gefühl, das einem durch die Finger gleitet, und die vermeidliche Unfähigkeit, etwas dagegen zu tun.

“I’m never there to keep you from harm or to keep up with us growing apart.“

08. Dirty Dream (English)

Dirty Dream is a song about missing someone and about physical distance turning into emotional distance. I only had long distance relationships in my life. This song deals with its challenges and experiences. It’s about the fear of losing someone. A feeling slipping out of your fingers and the inability to do something about it.

“I’m never there to keep you from harm or to keep up with us growing apart.“

09. Japanese Garden

In Japanese Garden geht es darum, in Gedanken in der Zeit hin und her zu reisen und sich von den Erinnerungen an eine vergangene Beziehung geblendet und überwältigt zu fühlen.

Ich habe ihn auf dem Heimweg von einem Spaziergang im Park geschrieben, nachdem ich zufällig an einem Ort vorbeigekommen war, der viele konkrete Erinnerungen in mir wachgerufen hat.

Ich hatte den gesamten Text und die Melodie im Kopf. Sobald ich zu Hause war, habe ich Gitarre aufgenommen und es war schnell ein fertiger Song. Deshalb fühlt er sich für mich immer noch sehr roh und persönlich an.

Maybe I got scared, maybe I got bolder. And if I sit here long enough I might as well feel closure.“

09. Japanese Garden (English)

This is one of my favorite songs on the album. It’s about travelling back and forth time, feeling dizzy and confused and overwhelmed by the memories of a past relationship. 
I wrote the whole song on my way back home from talking a long walk through a park and accidentally passed a place that stirred up so many specific memories. I had all the lyrics and melody in mind. As soon as I got home I recorded guitar and vocals. It still feels very raw and personal to me.

Maybe I got scared, maybe I got bolder. And if I sit here long enough I might as well feel closure.“

10. I’ve Stopped Getting Chills for a While Now

Der Song handelt davon, zu merken, dass man in einer Beziehung nicht mehr glücklich ist. Der Song ist einer der ältesten auf dem Album und ist zu einer ähnlichen Zeit wie Willows entstanden. Es geht um die Überforderung damit, Gefühle in Worte zu fassen, die man selbst noch nicht so richtig wahrhaben will und die für einen selbst vielleicht noch nicht so richtig greifbar sind, weil man sie zum ersten Mal fühlt. Um die Angst vor Veränderung. 
Es gab da einen Moment, als ich mit Freunden in Amsterdam war und alleine durch die Straßen spaziert bin. Ich habe mich so gefühlt, als ob ich eigentlich Dinge vermissen müsste, aber habe mich so wohl alleine gefühlt. Irgendwie hatte ich das Gefühl Dinge zu wollen, die ich nicht wollen darf und habe sie deshalb nicht kommuniziert und mir selbst verboten und mich dadurch sehr abgestumpft gefühlt.

“I know I should answer the phone and say I can’t wait to come home but I’ve stopped getting chills for a while now.“

10. I’ve Stopped Getting Chills for a While Now (English)

This is one of the oldest songs on this album. It’s about realising that you’re not in love anymore. It’s a hurtful experience and can be very hard to communicate. The song is about trying to suppress your own feelings to protect someone else’s feelings…which leads to even more chaos I learned. I was afraid of change and afraid of hurting someone’s feelings when I wrote this song.

There was one specific moment, when I was on a trip to in Amsterdam with some friends, strolling around the unfamiliar streets alone. I felt like I should miss things that I didn’t, wanted things that I shouldn’t want. To be honest, I felt very numb.

“I know I should answer the phone and say I can’t wait to come home but I’ve stopped getting chills for a while now.“

11. Cruel 

In Cruel geht es darum, nicht loslassen zu können – teils aus Liebe, teils aus egoistischen Gründen – und darum, schnell in alte Muster zurückzufallen und unwissentlich ein grausames Ende einer Beziehung zu akzeptieren, um nicht kurzfristig damit konfrontiert zu werden. 


Apathy’s been eating me alive. I love you but it shrinks me half the size.“

11. Cruel (English)

Cruel is about how hard it can be to let go, about falling into old patterns and unknowingly accepting a cruel end to a relationship in order to avoid having to deal with it at short notice.


Apathy’s been eating me alive. I love you but it shrinks me half the size.“

12. Sleep It Off

Sleep It Off ist ein sehr wütender Song und handelt von Eifersucht. Zu der Zeit hatte ich mein gesamtes Selbstvertrauen von der Entscheidung einer anderen Person abhängig gemacht, das hat mich sehr verunsichert und ich habe viel dazu geneigt, mich zu vergleichen.

“You can sleep it off on somebody else’s bathroom floor

You can shake me off but I’m gonna wait right at your door.“

12. Sleep It Off (English)

Sleep It Off is about jealousy. I once made my self-confidence dependent on the decision of somebody else and that left me feeling very insecure and I ended up comparing myself to others a lot.

“You can sleep it off on somebody else’s bathroom floor

You can shake me off but I’m gonna wait right at your door.“

13. It Never Happened

In It Never Happened geht es um zwei Freundinnen, die sich wieder begegnen und sich beide seit ihrem letzten Treffen stark verändert haben. Ich wollte das traurige Gefühl und die Enttäuschung einfangen, die man empfindet, wenn man sich mit jemandem irgendwo zwischen alter und bekannter Freundschaft und neuer Fremdheit befindet.

Es gab eine Phase in meinem Leben, in der ich mich zunehmend von den Menschen distanziert fühlte, die mir in meiner Kindheit am nächsten standen. Jede dieser Begegnungen machte mich hinterher so traurig, obwohl ich weiß, dass es oft ein natürlicher Prozess ist, wenn man in andere Städte zieht und sich nicht mehr so oft sieht und so wenig miteinander teilt.

Für mich handelt der Song von Veränderung und Bedauern und davon, sich zu weigern zu akzeptieren, dass manche Dinge sich nicht mehr so anfühlen wie früher, selbst wenn man an genau dieselben Orte zurückkehrt.

Now I get jealous of your face saying you forgot it ever happened

13. It Never Happened (English)

It Never Happened is about two friends meeting again, both having changed a lot since they saw each other the last time. I wanted to capture the sadness and disappointment you’re experiencing when you’re lost somewhere between old friends and total strangers with someone.

There was a phase in my life when I started to feel very distant from the people that were closest to me in my childhood. Every one of those encounters made me feel so sad afterwards even though I know it’s something that comes naturally when you move to different cities and stop hanging out and sharing much of your lives.

To me the song is a lot about change and regret and denying that things aren’t the same anymore even when you come back to the exact same places.

Now I get jealous of your face saying you forgot it ever happened

14. Hot Wheels

Ich denke Hot Wheels wirkt auf den ersten Blick eher wie ein etwas ironischer, alberner Lovesong. Eigentlich handelt er aber von Social-Media-Sucht. 

Ich habe angefangen, den Song als Liebeslied zu schreiben, dann aber gemerkt, dass er viel zu albern und auch ein bisschen creepy war, also habe ich mir über eine andere Beziehungsform Gedanken gemacht, auf die das mehr zutrifft – meine Beziehung zu Social Media.

Es geht um die Flucht in und Sucht nach einer fiktiven digitalen Welt.

Manchmal macht es mir Angst, wie ein Blick auf mein Handy meine Stimmung und mein Selbstbild innerhalb von Sekunden verändern kann und wie leicht man den Bezug zur Realität verliert, wenn man zu viel Zeit in den sozialen Medien verbringt. 

Es geht in dem Song sehr viel um einen ungesunden Drang nach Bestätigung.

As long as we’re together I don’t care if this is fiction, honey

14. Hot Wheels (English)

Hot Wheels is about my relationship with social media, a very one sided and lonely one. It’s about the insatiable craving for validation.

I started writing it as a love song but then realized it’s way too silly and also a bit creepy so I thought about other relationships in my life and made it a song about a very addictive one.

As long as we’re together I don’t care if this is fiction

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