Christin Nichols (foto: kay ruhe)

„Today I Choose Violence“: Christin Nichols‘ Antwort auf vergiftete Komplimente

Heute ist die neue Single „Today I Choose Violence“ von Christin Nichols erschienen. Es ist ihre Replik auf ungefragte Bemerkungen, vergiftete Komplimente und Ratschläge, „wie man sich als Frau zu geben habe“, „wie ihr Körper auf den Betrachter gerade rüberkäme“ (mal hot, mal not) und vor allem, „dass sie sich doch bitte nicht so anstellen solle.“ 

„Today I Choose Violence“ ist nach „Sieben Euro Vier“ und „Neon“ der nächste Vorbote zum im Spätsommer erscheinenden Album „I’m Fine“. Das Video ist unter der Regie von Martin Waldmann entstanden.

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Über die Botschaft des Songs sagt Nichols: „Dass Frauen wählen dürfen, stört mich nicht, ich finde auch Powerfrauen super, solange sie darüber ihre Weiblichkeit nicht vernachlässigen – und dieses Weihnachten wollen wir mit der ganzen Familie mal eine halbe Stunde unter’m Baum gendern. Ich denke also, ich kann mich mit Fug und Recht Feminist nennen. By the way, Süße, Du verwendest das Wort ohnehin immer falsch, ich erklär‘ dir das jetzt mal… So oder ähnlich klingen sie, all diese von sich selbst überzeugten Männer, die eigentlich nichts gegen Gleichberechtigung haben – solange bitte alles so bleibt, wie es ist.“

Dark-Disco und Empowerment

Christin Nichols verbindet Dark-Disco mit Empowerment. Jedes Wort des Songtextes hat sie dafür aus tatsächlichen Gesprächen des eigenen Alltags gezogen. Fiktion wird an der Stelle überflüssig, wo die Realität klingt wie ihre eigene Dystopie. „Dann denk‘ halt mal nach, was du für Signale sendest, wenn du dich so anziehst“,  ist nur eine Zeile aus diesem Testo-Stahlbad.

Christin Nichols’ Alltag ist dabei wohlgemerkt kein Stammtisch mit CSU-Hintergrund, nein, die Wahlberlinerin ist Sängerin, ist Schauspielerin. So wie dieser Song redet die vermeintlich emanzipierte Kulturbranche auch noch im aktuellen Jahrzehnt. Geisterbahn mit Feuilleton-Flair, das Mitfahr- Ticket wird hiermit entwertet. Doch Christin wäre nicht Christin, könnte sie nicht aus diesem Zumutungs-Flashmob noch einen Hit schreiben. Der markante Basslauf erinnert dabei an Blondie oder an das ikonische „She’s In Parties“ von Bauhaus. Selbstverteidigung ganz catchy.

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