Alles, was The Colourfield bislang veröffentlicht haben, in einer Box: Am 27. Februar ist das umfangreich ausgestattete Box-Set „Sound of The Colourfiled“ via Chrysalis Records, Proper / Bertus Musikvertrieb auf den Markt gekommen. Neben den remasterten Alben gibt es dabei auch alle Singles und zahlreiche unveröffentlichte Tracks sowie weiteres Material auf die Ohren.
Nein, eine wahnsinnig lange Karriere war The Colourfield nun nicht beschienen. Auf gerade mal zwei reguläre Studio-Alben und eine EP brachte es die Kapelle, ehe sie sich nach drei Jahren 1987 schon wieder auflöste. Ins Leben gerufen hatte sie 1984 Frontmann Terry Hall, nach seinem Ausstieg bei The Specials und dem Experiment Fun Boy Three, das im Grunde den Ansatz von The Specials weiterführte. The Colourfield, das war die Idee, würden hingegen auf politisch aufgeladenen Ska verzichten. Stattdessen orientierte sich die Band, zu der auch Organist/Gitarrist Toby Lyons sowie Bassist Karl Shale gehörten – eher an anspruchsvollem Pop, Soul und Jazz.
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Sie veröffentlichten zwei Alben, mehrere Singles (darunter „Thinking Of You“ und „Castles In The Air“) und eine EP für Chrysalis Records Mitte der 1980er Jahre, bevor sie sich auflösten.
Vom Trio zum Quartett zum Duo zum Solo-Projekt
Ein erstes Ausrufezeichen setzten The Colourfield im Gründungsjahr mit der Debütsingle „The Colour Field“, das erste Studioalbum sollte 1985 mir „Virgins and Philistines“ folgen. Dafür holte sich das Trio den Echo & The Bunnymen/The Icicle Works-Produzenten Hugh Jones mit ins Boot. Man wählte einen klangtechnisch recht diversen Ansatz, die Band vermengte hier Elemente aus der Popmusik der 1960er und 1970er Jahre mit Akustik-Elementen, Streicher-Arrangements und New Wave. Vielleicht war der Ansatz sogar ein bisschen zu divers, denn so richtig wusste das Label damals nicht, wie man The Colourfield vermarkten sollte. Einem größeren Publikum blieb das Album daher verborgen, obwohl es Platz zwölf der Album-Charts erreichte. Bands wie The Beautiful South oder The Lightning Seeds haben hier genau hingehört.
1986 erweiterte sich die Gruppe um Drummer Gary Dwyer, mit dem auch Tracks für die EP „The Colour Field“ eingespielt wurde, die im selben Jahr auf dem US-Markt erschien. Doch schon 1987 war die Gruppe zum Duo geschrumpft, Hall und Lyons waren die einzigen verbliebenen Mitglieder. Als die Aufnahmen für das Album „Deception“ losgingen, dauerte es aber nicht lange, ehe Lyons ebenfalls die Segel strich. Das ließ Hall zurück, dem Produzent Richard Gottehrer, dem überhaupt irgendwie ein anderer, funkigerer Sound vorschwebte, diverse Session-Musiker an die Seite stellte. Zu den Gästen im Studio gehörten Sinéad O’Connor (Lead-Vocals bei „Monkey in Winter“) sowie Tears-for-Fears-Gitarrist und -Sänger Roland Orzabal, der bei den Tracks „Running Away“ und „Confession“ in die Saiten griff.
Nachhören lässt sich das alles in diesem 96 Tracks umfassenden Boxset „Sound Of The Colourfield“, das neben den beiden Alben auch 42 bisher unveröffentlichte Titel aufbietet. Dazu gibt es jede Menge B-Seiten, Remixe sowie 2 CDs mit unveröffentlichten Demos, Outtakes und Live-Konzerten (etwa von der Hammersmith Palais Show 1985). Die DVD enthält alle ihre Promo-Videos und BBC-TV-Auftritte. Das 22 Seiten starke Booklet enthält Interviews und viele bisher unveröffentlichte Fotos.
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