Tamino - Amir (foto: caroline)

Tamino – Amir

Erscheinungsdatum
Oktober 19, 2018
Label
Communion / Caroline International
Unsere Wertung
9
Anspieltipps
Habibi
Indigo Nights
Cigar
Tummy
9
Starker Erstling.
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Vielleicht die musikalische Entdeckung des Jahres: Das 21-jährige Ausnahmetalent Tamino hat heute via Communion Records mit „Amir“ sein Debütalbum vorgelegt. Es ist magisch geworden.

Der eine oder andere aufmerksame Leser ist auf unserer Seite schon mal über den Namen Tamino gestolpert. Der Gute stand uns im Mai bereits für unsere „24 Stunden“-Rubrik zur Verfügung. Schon damals galt der 21-Jährige als Geheimtipp, der junge Künstler mit familiären Wurzeln in Belgien, Ägypten und dem Libanon schwang sich schnell zum Liebling der Feuilletons und Musik-Blogs auf. Auch, weil seine Debüt-EP „Habibi“ so vielversprechend unkonventionell war.

Klar, dass es der titelgebende Song („Habibi“ bedeutet so viel wie „Geliebte/r“) – wie auch die drei anderen Songs der EP – auf die nun vorliegende Debüt-LP Taminos geschafft hat. Er kommt direkt als Opener daher. Ist ja auch eine wunderschöne, intime Pop-Nummer. Ein Song, der sich der Kategorisierung, dem Schubladendenken verweigert. Ein Song, der allen Fragen nach Herkunft und Zuordnungen ausweicht. Vorgetragen in diesem geradezu magisch anmutenden Falsett. Zweifellos der stärkste Track des Tamino-Erstlings.

Arabische Elemente sorgen für besonderen Reiz

Gesanglich, handwerklich ist Tamino – benannt nach dem Held aus Mozarts Zauberflöte – über jeden Zweifel erhaben. Der junge Mann ist ein klassisch ausgebildeter Musiker, und er bringt diese PS auch auf die Straße. Den ganz besonderen Touch erlangt seine Musik auch durch die Verwendung arabischer Tonskalen. Sie haben sich eingeschlichen, sagt er, und es habe eine Weile gedauert, sich das überhaupt bewusst zu machen. Auf einigen der Songs ist ein Kollektiv arabischer Musiker namens “Nagham Zikrayat” zu hören. Das Orchester besteht aus professionellen Musikern aus dem Mittleren Osten, die in ihren jeweiligen Heimatländern bekannt sind, darunter Flüchtlinge aus dem Irak und Syrien. Das Orchester, dessen Namen sich in etwa mit „musical nostalgia“ übersetzen lässt, interpretiert vor allem Stücke bekannter arabischer Musiker.

Neben „Habibi“ stechen besonders „Indigo Nights“ (mit Radioheads Colin Greenwood am Bass), „Cigar“ mit seinem starken, eindringlichen Refrain und „Tummy“ heraus, die vielleicht konventionellste Nummer auf „Amir“. Tamino, das wird schnell klar, ist nicht nur ein begnadeter Musiker, sondern auch ein fantastischer Songwriter. 

Das textliche Themenspektrum der Platte beschreibt er übrigens so: “A very important theme on Amir is the conflict between blinding romance and dissipating nihilism. On one side, this romance that makes you float so high that you can also fall very deeply. This love that is central, making everything beautiful, where nothing else matters except for love.

On the other hand, there’s this all-killing nihilism and apathy that grounds you so that nothing seems to make much sense. Your life is nothing more than a coincidental event that ceases at a given moment, which means that it means nothing. You can’t cope with the impermanence of things. Therefore you close off from everything that you value. Some songs on Amir are more on the romantic side, while others are more on the apathetic side. In my own life I can look at the world and at life in both ways depending on my state of being. Also, how this conflict creates an imbalance. A lot of the album is about balance too.”

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