Simon Lewis – Pilot

Simon Lewis - Pilot (foto: karmarama)

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Von den Straßen Wiens auf die große Pop-Bühne: Der österreichische Singer-Songwriter Simon Lewis nimmt mit seinem Debütalbum “Pilot” den Mainstream ins Visier.

In Zeiten von YouTube und Casting-Shows ist Simon Lewis eine nette Ausnahme. Einer, der noch den traditionellen Weg gegangen ist. Viele Jahre lang machte der Gute Straßenmusik und spielte an U-Bahn-Ausgängen, um seinen selbst geschriebenen Songs Gehör zu verschaffen. Clara Blume, die ihn einmal bei einem seiner Straßenkonzerte gesehen hat, sagt über ihn: “Entdeckt an einem tristen Winterabend in der U6 Station Währingerstraße. Es gehört viel Mut dazu für ein Publikum zu singen, deren Aufmerksamkeit man erst mal erspielen muss. Es in den Bann zu ziehen, ist eine Meisterleistung. Ohne jegliche Starallüren auf der Straße zu performen, ist eben doch ein Talent für sich. Simon hat es. Warme Stimme, Klangwelten à la Mumford & Sons und poppig eingängige Melodien. Da ist wirklich alles da.”

Bei so viel Vorschusslorbeeren durch seine österreichische Kollegin ist man dann doch gespannt, wie das Debütalbum des Newcomers klingt. Anfang 2017 durchlebte Simon eine Trennung, und setzte alles auf eine Karte, kündigte seinen Job in einem Callcenter und zog sich in das alte Haus seiner verstorbenen Großmutter in die Berge nach Kufstein zurück, um die Songs für sein Debütalbum zu schreiben.Kurz darauf nahm Ö3 seinen Song „All I Am“ in seine Rotation auf. Der Text dreht sich darum, zu sich selbst zu stehen und seine Träume zu leben. Auch das als Single ausgekoppelte “Hey Jessy” lief schon auf mehreren europäischen Radiostationen rauf und runter.

Die beiden Nummern spiegeln ganz gut wieder, was Simon Lewis ausmacht: die unheimliche Eingängigkeit seiner Mucke, egal, ob er es gerade folkig (“Keep Me Close”), rockig (“Break Your Wall”) oder poppig (“All I Am”) versucht. Und dazu diese rauchige Stimme! Vielversprechend. Leider geht den Songs ein bisschen die edgyness ab, Lewis schielt oft zu sehr aufs Radio. Ein bisschen mehr inhaltliche Schärfe würde den Songs gut tun, sonst droht der Gute irgendwann (inhaltlich) in die Bon-Jovi-Ecke abzudriften.

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Fazit: Ein Mann mit Talent, dem aber noch Ecken und Kanten fehlen.

Anspieltipps: Hey Jessy, Break Your Wall, Keep Me Close

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